Ludwigsstadt
Waldbrand

Feuerwehren im Dauereinsatz

Zahlreiche Brände hatten diverse Feuerwehren am Donnerstag und Freitag zu löschen. Ein Feuer am Rennsteig forderte die Einsatzkräfte besonders.
Artikel drucken Artikel einbetten
Eine Herausforderung stellte für die Feuerwehren die Sicherstellung der Löschwasserversorgung dar. Veronika Schadeck
Eine Herausforderung stellte für die Feuerwehren die Sicherstellung der Löschwasserversorgung dar. Veronika Schadeck
+12 Bilder

Glimpflich verlief am Donnerstagabend ein Waldbrand in der Nähe der Schildwiese am Rennsteig. Aus noch unbekannter Ursache war eine Fläche mit Gras, Büschen und kleinen Bäumen in der Größe eines Fußballfeldes in Brand geraten. Alleine rund 4000 Quadratmeter Waldfläche wurde dabei zerstört. Aufgrund dessen, dass die Steinbacher Wehren zufälligerweise eine Waldbrandübung in der Nähe abgehalten haben, konnte Schlimmeres verhindert werden, so der Einsatzleiter und Kreisbrandmeister Harald Meyer.

Die Nacht zum Freitag war für den Ludwigsstädter Kommandanten Jörg Söllner und alle Kameraden diverser Wehren nur von kurzer Dauer. Bis 2 Uhr waren die Aktiven vor Ort, um Brandherde zu löschen, die Löschwasserversorgung sicherzustellen und auch, um zu kontrollieren, ob nicht an irgendeiner Stelle wieder Glutnester aufflammen.

Anstrengende Nacht

"Es war eine anstrengende Nacht", resümierte Jörg Söllner am Freitagvormittag. Dabei machte nicht alleine der Brand zu den Einsatzkräften zu schaffen, sondern vor allem auch die Hitze. "Man gelangt bei solchen Temperaturen sehr schnell an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit", betont Söllner. "Mit Ausdauersport ist da nicht viel", sagt er verschmitzt. Schnell könne es zu Kreislaufproblemen kommen. Es sei deshalb sehr wichtig, dass die Aktiven darauf achten, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Auch Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger spricht von besonderen Anforderungen, denen die Kameraden bei hohen Temperaturen in ihren kiloschweren Schutzanzügen ausgesetzt sind. Umso mehr verdiene deren ehrenamtlicher Einsatz Respekt und Anerkennung.

Zum ersten Mal kam beim Waldbrand auch die Drohne der Feuerwehr Ludwigsstadt zum Einsatz (siehe Seite 18). Jörg Söllner spricht von einer sinnvollen Anschaffung, die der Feuerwehrverein zusammen mit der Stadt vor rund einem Monat getätigt habe. Mit der Drohne habe man sich schnell einen Überblick über die Gesamtsituation verschaffen können. Dadurch konnte man den Einsatz effektiver koordinieren.

Auch Landwirte waren bei der Brandbekämpfung mit im Einsatz. Schon wenige Minuten nach der Alarmierung fuhren elf Traktoren zum Rennsteig, deren Güllefässer mit Wasser gefüllt waren. So konnte der Nachschub an Löschwasser gewährleistet werden. Insgesamt wurden über 80 000 Liter Wasser zum Rennsteig transportiert.

Es sei üblich, so Herbert Eisentraudt vom Ordnungsamt, dass bei hochsommerlichen Temperaturen, anhaltender Trockenheit und Waldbrandgefahr an die Landwirte appelliert und geschrieben wird, ihre Güllefässer mit Wasser zu füllen, um im Einsatzfall den Wassernachschub sicherzustellen. Oftmals seien die Landwirte in der Feuerwehr aktiv beziehungsweise Mitglieder. Der Kontakt sei somit vorhanden und "man bespricht vieles untereinander".

Landwirte helfen

Dass Landwirte die Feuerwehren unterstützen, hält Kreisbrandrat Ranzenberger für notwendig. Mittlerweile sei in den Bächen und Flüssen des Frankenwaldes ein Wassermangel zu verzeichnen, manche seien gar ausgetrocknet, sagt er. "Irgendwoher muss das Wasser zum Löschen aber kommen." Er spricht davon, dass gerade bei Waldbränden die Löschwasserversorgung schwieriger sei als bei Brandfällen innerorts. Unter anderem müssten viele Meter Schlauchleitung verlegt werden, weil Löschteich, Flüsse und Bäche weiter entfernt seien. In der Regel werden deshalb auch gleich mehrere Feuerwehren alarmiert, die mit ihren Tanklöschfahrzeugen zum Brandherd anrücken.

Beim Waldbrand am Rennsteig erfolgte die Löschwasserentnahme schwerpunktmäßig aus der Übergabestelle der Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO), die sich in der Nähe des ehemaligen Waldhauses befeindet, und aus Steinbacher Hydranten. Ranzenberger ist zuversichtlich: "Trotz Trockenheit hat es bisher mit dem Löschwasser immer geklappt - und das wird auch weiterhin so sein."

Und wie schaut es mit Schadensersatz für den Waldbesitzer bei einem Waldbrand aus? Wie Jörg Summa vom Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten auf Anfrage mitteilte, wird durch den Staat teilweise der durch einen Waldbrand entstandene Schadenswert am Waldbestand (75 Prozent des Holzverkaufswerts) durch erstattet.

Wer aber eine 100-prozentige Sicherheit haben möchte, kann auch eine Versicherung gegen einen Waldbrand abschließen. Frank Gareis von TF Finanzmakler GmbH in Kronach spricht in diesem Zusammenhang von einem Spezialversicherer. Allerdings müssen zuvor einige Detailfragen beantwortet werden, beispielsweise wie ist der Bestand? An welchem Ort befindet sich der Wald? Ist ein Grillplatz in der Nähe? Vor etwa rund zehn Jahren gab es bei der Bayerischen Brandversicherungskammer ein Konzept, das nie umgesetzt wurde. "Das Risiko war zu groß."

Der Ludwigsstädter Bürgermeister Timo Ehrhardt, der an diesem Abend seine Stadtratssitzung hatte, machte sich vor Ort ein Bild. Sein Dank geht an alle Einsatz- und Rettungskräfte. Neben vier Feuerwehren aus Thüringen und der Ludwigsstädter Wehr waren die Feuerwehren aus Steinbach, Kleintettau, Tettau, Ebersdorf, Teuschnitz, Buchbach und Kehlbach vor Ort. Zudem waren Kräfte des THW, des BRK und der Polizei im Einsatz.

Nicht auszuschließen ist, dass sich der Brand selbst entzündet haben könnte. Das kann beispielsweise durch die Sonneneinstrahlung auf eine herumliegende Flasche passieren.

Weiter mit den Einsätzen der Feuerwehren ging es am Freitag. Während zunächst eine Freifläche bei Au in Flammen stand, wurden die Einsatzkräfte nur kurz danach zum Brand einer Gartenhütte in Weißenbrunn gerufen. Erneut brannte im Anschluss eine Freifläche in Steinach, ehe auch aus Wurbach ein Feuer gemeldet wurde. Dort mussten die Wehren ebenfalls eine Freifläche und darüber hinaus noch einen Traktor löschen.

Sowohl Eisentraudt als auch Ranzenberger bitten die Bevölkerung, im Wald nicht zu rauchen und dort auch keinen Abfall zu entsorgen.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren