Tettau
Straßenbau

Fertigstellung am Rennsteig verzögert sich

Die Erneuerung der Staatsstraße 2209 zwischen Steinbach am Wald und Tettau sollte eigentlich zum Schuljahresbeginn abgeschlossen sein.
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Hoch her geht es auf der Rennsteigstraße: Die Firma Strabag bringt mit zwei Asphalt-Fertigern die Verschleißdecke auf. Die Maschinen schaffen vier Meter in der Minute. Der Asphalt kommt mit speziellen Lkw aus dem Asphaltmischwerk Birkach. Werner Vetter
Hoch her geht es auf der Rennsteigstraße: Die Firma Strabag bringt mit zwei Asphalt-Fertigern die Verschleißdecke auf. Die Maschinen schaffen vier Meter in der Minute. Der Asphalt kommt mit speziellen Lkw aus dem Asphaltmischwerk Birkach. Werner Vetter
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Eigentlich sollte die Staatsstraße 2209 am Rennsteig zwischen Steinbach am Wald und Tettau pünktlich zum Schulbeginn wieder für den Verkehr freigegeben werden. Daraus wird nun nichts.

Wie der Projektleiter André Karl vom Staatlichen Bauamt, Servicestelle Kronach, mitteilte, ist es erst voraussichtlich am 20. September so weit. In einer E-Mail begründet er dies mit "verschiedenen Widrigkeiten".

Mittlerweile wurde die Straße im über sieben Kilometer langen Sanierungsbereich zwischen der Einmündung zum Freizeitsee und Zufahrt zu Heinz-Glas in Kleintettau abgefräst. Zudem wurde eine neue sechs Zentimeter dicke Asphalt- und zusätzlich eine vier Zentimeter dicke Deckschicht angebracht. Diese Asphaltarbeiten wurden laut Karl am Freitag abgeschlossen. In den kommenden beiden Wochen müssen noch die Einmündungsbereiche an der KC 18 (Windheim), KC 19 (Kehlbach) und KC 1 (Richtung Schildwiese) sowie die Feldwegezufahrten der Straßendecke angepasst werden. Zudem werden auch neue Leitplanken angebracht. Eigentlich sollten alle diese Maßnahmen zum Schulbeginn abgeschlossen werden.

Ursprünglich sollte die Baumaßnahme zum 1. Juli starten und in zwei Abschnitten erfolgen. Drei Wochen später hieß es, der Bau werde am 29. Juli starten und in einem Bauabschnitt unter Vollsperrung vollzogen. Da alle Maßnahmen in einem Zuge durchgeführt werden, könne auch die Bauzeit um rund drei Wochen verkürzt werden. Deshalb wurde trotz des verspäteten Beginns an der Verkehrsfreigabe zum Schulbeginn festgehalten.

Der Tettauer Bürgermeister Peter Ebertsch ist nicht glücklich über die Situation. Er verweist auf die heimische Industrie und auf die starke Frequentierung. Wie vor wenigen Wochen bei einem Pressegespräch von Karl zu erfahren war, wird die Straße täglich von 2287 Fahrzeugen, darunter 259 Schwerlastfahrzeugen, frequentiert. Diese Zahlen beziehen sich allerdings auf das Jahr 2015. Weil die Industrie am Rennsteig in den letzten Jahren mehrere Millionen Euro in die Standorte investiert habe, dürfte das Verkehrsaufkommen vor allem beim Schwerlastverkehr weit höher liegen. Der Geschäftsführer von Gerresheimer Tettau, Bernd Hörauf, ging von schätzungsweise 500 aus.

Ebertsch meinte, dass man nun - nachdem die Asphaltarbeiten abgeschlossen seien - die Vollendung der Straßenbaumaßnahme unter halbseitiger Sperrung und mit Ampelverkehr hätte regeln können. Dankbar ist er aber, dass die Schulbusse ab Dienstag von Tettau nach Steinbach und umgekehrt der Rennsteigstraße entlang fahren können.

30 Minuten mehr Fahrzeit

"Uns trifft die Verzögerung der Baumaßnahme am Rennsteig hart", so der Geschäftsführer der Logistik-GmbH bei der Wiegand-Glas Unternehmensgruppe, Andreas Roseneck. Er spricht davon, dass man versucht habe, während der ursprünglich anberaumten Baumaßnahme den Lkw-Verkehr zu entschärfen, indem man die Logistik entsprechend umgestellt habe. Vom Steinbacher Werk aus starten täglich zahlreiche Lkws, oft mit Rohstoffen beladen, zu den thüringischen Standorten und umgekehrt. Weiterhin spricht er von höheren Kosten und Zeitaufwand, da die Lkws durch die Umleitung einen knapp 30 Minuten längeren Anfahrtsweg (einfache Strecke) in Kauf nehmen müssen.

Für den Geschäftsführer von Gerresheimer Tettau, Bernd Hörauf, ist die Verzögerung keine Überraschung. Er spricht davon, dass der Schichtverkehr trotz Umleitungen funktioniere, nur beim Liefer- und Anlieferungsverkehr sei es manchmal zu Schwierigkeiten gekommen.

Beim Nachhaken, warum es denn nun zu den Verzögerungen gekommen sei - und das obwohl alle Maßnahmen wie Leitplanken, Sanierung der Einmündungsbereiche etc. von Anfang an mit in die Bauzeit einkalkuliert waren, räumte André Karl ein, dass es wohl zu Terminverzögerungen bei den Asphaltierungsarbeiten gekommen sei. Die bauausführende Firma Strabag habe zwei Asphaltierkolonnen, die in ganz Oberfranken unterwegs seien. Oftmals komme es mittlerweile auch zu Verzögerungen, was die Lieferung von Material betrifft.

Karl sprach zudem von der Problematik, bei öffentlichen Ausschreibungen immer auf den günstigsten Anbieter zurückgreifen zu müssen, da es sich bei der Finanzierung der Projekte - in diesem Fall sind es rund 2,1 Millionen Euro - um Steuergelder handele. Hinzu komme die Baukonjunktur im Hoch- und Tiefbaubereich. Treten dann während der Baumaßnahme verschiedene Hürden beziehungsweise Terminüberschreitungen auf, könne eine Behörde zwar mehrere Fristen setzen - aber letztlich bringe dies gerade bei kleineren Baumaßnahmen nichts. Immerhin: "Der Kostenrahmen wird eingehalten."

Als nicht realisierbar hält Karl den Vorschlag von Ebertsch, die Restarbeiten an der Staatsstraße am Rennsteig unter einer halbseitigen Sperrung zu vollziehen. Dies sei wegen der gesetzlichen Bestimmungen und aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht möglich. Und bei der Frage, ob es denn mit der Verkehrsfreigabe am 20. Juli klappt, meinte Karl: "Ich gehe davon aus!"

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