Kronach
Fernsehbeitrag

Fernsehteam stellt "Wild und Straße" vor

Der Bayerische Rundfunk berichtet über das Projekt "Wild und Straße" im Landkreis Kronach. An der Kreisstraße 25 wurde ein Wildunfall nachgestellt, um Sinn und Zweck des Projekts aufzuzeigen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das Bayerische Fernsehen drehte im Kreis Kronach, um  über das Projekt "Wild und Straße"  zu  berichten.  Jagdpächter Adolf Bayer (links) hatte für Aufnahmen ein Reh gebracht, damit das Filmteam den Ablauf bei einem Wildunfall darstellen konnte.  Projektleiter ist Klaus Riedel (Dritter von links). Außerdem ist das Filmteam, Monika und Pavel Teluch, zu sehen.
Das Bayerische Fernsehen drehte im Kreis Kronach, um über das Projekt "Wild und Straße" zu berichten. Jagdpächter Adolf Bayer (links) hatte für Aufnahmen ein Reh gebracht, damit das Filmteam den Ablauf bei einem Wildunfall darstellen konnte. Projektleiter ist Klaus Riedel (Dritter von links). Außerdem ist das Filmteam, Monika und Pavel Teluch, zu sehen.
+2 Bilder
Der Bayerische Rundfunk (BR) wird am Freitag, 23. November, um 19 Uhr in der Fernseh-Sendereihe "Unser Land" über das Projekt "Wild und Straße" im Landkreis Kronach berichten. In dessen Rahmen wird seit mehr als 20 Jahren mit großem Engagement und erfolgreich versucht, die Zahl der Wildunfälle zu verringern.
BR-Reporter Uli Detsch war mit einem Filmteam unterwegs, um das beispielhafte Projekt zu beleuchten. Die Sendung wird am Samstag, 24. November, um 11.45 Uhr wiederholt und eine Woche lang im Netz in der Mediathek (www.br.de/unserland) stehen.


An der Kreisstraße 25


Uli Detsch war beispielsweise mit Projektleiter Klaus Riedel und Jäger Michael Schießwohl an der stark befahrenen Kreisstraße KC 25 zwischen Gundelsdorf und Friesen unterwegs, um dort die Probleme und die Bemühungen zu erkunden. Neben weiteren Treffen erlebte das BR-Team eine Sitzung bei der Polizeiinspektion Kronach mit, wo die aktuellen Wildunfallschwerpunkte begutachtet wurden.

Die Wildunfälle werden von der Polizei als besonders wichtigem Partner des Projektteams sorgfältig erfasst. Seit drei Jahren erleichtert eine äußerst genaue digitale Karte die Erfassung ungemein. Für jeden Wildunfall ist darauf der Standort exakt nachvollziehbar; hinterlegt ist auch der jeweilige Unfallbericht. Unfälle mit Personenschäden - davon sind alle Jahre einige zu verzeichnen - sind besonders gekennzeichnet. An einigen Stellen finden sich die Quadrate, die jeden Wildunfall markieren, dicht beieinander. Solche Häufungen zeigen die Wildunfall-Schwerpunkte an, an denen geeignete Maßnahmen viel zu einer Verringerung der Wildunfälle beitragen können.

An der Kreisstraße KC 25 steigt die Zahl der Wildunfälle wieder an. Von anfangs 15 im Jahr 2001 wurde dieser Wert zwischenzeitlich bis auf vier Vorkommnisse gesenkt. Heuer sind an dieser Stelle bereits neun Wildunfälle zu verzeichnen, etliche direkt hinter den aufgestellten Wildwarnschildern.


Problem mit den Autofahrern


"Das Wild reagiert mehr auf die Maßnahmen als die meisten Autofahrer auf die Wildwarnzeichen", bedauerte Polizeirat Uwe Herrmann. Kaum jemand ändere etwas an seinem Fahrverhalten oder seiner Geschwindigkeit, wenn er an einem solchen Verkehrszeichen vorbeifahre. Dabei stünden diese Schilder im Kreis Kronach nur an tatsächlichen Gefahrenschwerpunkten.

Auch im Bereich von Weißenbrunn - insbesondere in Richtung Kulmbach - ist die Zahl der Wildunfälle wieder gestiegen. Auf der Kreisstraße KC 9 zwischen Rothenkirchen und Buchbach hat es oft mit Wildtieren gekracht. Auch an der Staatsstraße bei Wilhelmsthal sind die Wildunfallzahlen gestiegen.


Gefahr besteht auch am Tag


Projektleiter Klaus Riedel räumte mit der verbreiteten Meinung auf, Wildunfälle kämen nur nachts vor. Natürlich sei ihre Zahl in der Dämmerung am häufigsten. Aber tagsüber - so zeigten die Unfallmeldungen - ereigne sich mehr als ein Viertel aller Wildunfälle.

Polizeihauptkommissar Georg Papstmann wies auf die Wildunfälle mit verletzten Personen hin. Vor einigen Jahren gab es demnach sogar eine Verkehrstote nach einem Wildunfall im Landkreis. "Es ist nicht ohne", verdeutlichte er das Gefahrenpotenzial solcher Zusammenstöße von Auto und Tier. Wenn jemand durch ein Waldstück fährt sollte seiner Meinung nach unbedingt die Geschwindigkeit angepasst werden - und erhöhte Aufmerksamkeit ist dann ohnehin geboten. "Die Leute wissen gar nicht, welcher Gefahr sie sich aussetzen, wenn sie mit hoher Geschwindigkeit im Wald unterwegs sind."

BR-Reporter Uli Detsch wollte wissen, ob dieses erfolgreiche Projekt nicht bayernweit möglich wäre. Die Auswertung der Unfallzahlen erfolge bayernweit, erklärte Polizeirat Herrmann. Die Ergebnisse in Kronach belegten: "Die Mühe lohnt sich." Gerade mit dem Duftzaun sei sehr viel bewirkt worden. Dieser müsse natürlich gepflegt und immer wieder erneuert werden.


Konsequente Entwicklung

Die Verringerung der Wildunfallzahlen beschäftigt den passionierten Jäger Klaus Riedel schon lange. Das "Chamer Modell" wird seit 1990 im Landkreis Kronach angewendet. Damals hatten der Bayerische Jagdschutz- und Jäger-Verband sowie der ADAC ein Modell ins Leben gerufen, das im Kreis Kronach übernommen und konsequent sowie kontinuierlich weiterentwickelt wird. Schon zwei Jahre nach dem Start war die Zahl der Wildunfälle im Landkreis Kronach - trotz der Grenzöffnung - um die Hälfte verringert worden. "Alle Beteiligten haben erlebt, dass die Maßnahmen etwas bringen", machte Klaus Riedel deutlich, warum alle Mitwirkenden weiter so engagiert bei der Sache dabei sind. Es sei das Wissen, viel Leid und auch Schäden verhindern zu können.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren