Die Stadt Kronach, am Zusammenfluß von Rodach, Haßlach und Kronach gelegen, kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits in der Steinzeit haben Menschen Spuren in unserer Umgebung hinterlassen. In Fachkreisen wird von der "Geröllgeräteindustrie von Kronach" gesprochen. Am Ende der Bronzezeit entstand eine Befestigungsanlage westlich von Kronach, die so genannte Heunischenburg. Dort konnte die älteste Steinmauer nördlich der Donau nachgewiesen werden.
Die Stadt Kronach selbst wird erstmals 1003 schriftlich erwähnt. Damals wurde der Ort vom eigenen Landesherrn in Schutt und Asche gelegt. Markgraf Heinrich von Schweinfurt, genannt Hezilo, befand sich im Krieg mit König Heinrich II. Um die Stadt nicht in die Hände des Gegners fallen zu lassen, zerstörte Hezilo sie selbst.
Es vergehen mehr als 100 Jahre, bis wir wieder etwas über unser Gebiet erfahren. Im Jahr 1122 schenkte Kaiser Heinrich V. das "praedium Chrana" dem Bischof Otto I. von Bamberg für seine Verdienste um das Reich. Dieser Bischof, der Apostel der Pommern, erbaute um 1128 in Kronach ein steinernes Haus und einen Turm. Dies sind vermutlich die Anfänge der Festung Rosenberg.
Über das Schicksal der Stadt in der folgenden unruhigen Zeit ist nur sehr wenig bekannt. Sicher sind mehrere Verpfändungen nachzuweisen. Der Name "Rosenberc" für die Festung erschien erstmals im Jahr 1249. Die Stadt entwickelte sich sicher gleichmäßig zum Mittelpunkt des nördlichen Hochstiftsgebietes.

Strategisch wichtige Position


Durch seine Lage am Ausgang des Frankenwaldes mit Sperrfunktion für viele Pässe und Fernstraßen kam Kronach mehrfach in die Wirren der Kriege in Deutschland. 1430 erschienen die Hussiten - bisher noch niemals geschlagen - vor den Mauern unserer Stadt. Es gelang ein Einbruch in die Vorstadt Spital, die von den Kro nachern selbst angezündet wurde. Nur so konnten die Feinde vertrieben werden.
Bauernkrieg und Markgrafenkrieg verwüsteten Burgen, Dörfer und Klöster in der Umgebung. Die Stadt und ihre Festung waren jedoch nicht ernsthaft in Gefahr. Schwere Zeiten kamen während des Dreißigjährigen Krieges auf Stadt und Bewohner zu. Die Hauptmannschaft Kronach lag wie ein Keil zwischen den Ländern des Herzogs von Sachsen-Coburg und des Markgrafen von Brandenburg-Bayreuth. Zudem war die Umgebung von Kronach mit Orten der Reichsritterschaft durchsetzt, die fast alle den neuen Glauben angenommen hatten. Mit dem Eintritt Schwedens in den Krieg kam es auch bei uns zu Auseinandersetzungen, die in einen langwierigen erbitterten Kleinkrieg übergingen. Die Stadt und die Festung selbst wurden aber auch Schauplatz größerer Kriegsereignisse.
Am 17. Mai 1632 versuchten die Truppen des schwedischen Obristen Claus Hastver zusammen mit dem Ausschuss (Landsturm) des Herzogs Johann Casimir von Coburg, die Stadt im Handstreich zu nehmen. Dies scheiterte jedoch an der erbitterten Gegenwehr der Bürger, welche die Feinde zurückjagten und viel Kriegsmaterial und Kanonen erbeuteten.
Den Truppen des Markgrafen Christian von Brandenburg erging es am 19. Mai ähnlich. Die Stadt wurde aber eingeschlossen und förmlich belagert. Kronach wurde an vielen Stellen durch starkes Artilleriefeuer beschädigt. Die Bewohner machten einen Ausfall, um die feindlichen Kanonen zu vernageln, hierbei gerieten einige Männer in Gefangenschaft. Sie wurden bei lebendigem Leib geschunden. Diese Grausamkeit soll von Untertanen des Herzogs von Coburg begangen worden sein, welche die Häute dann an verschiedenen Orten vorgezeigt und feilgeboten hätten.
Die Belagerung wurde am 12. Juni wieder aufgehoben, da man die Annäherung eines Entsatzheeres befürchtete. Kronach war gerettet, doch wurden die umliegenden Orte, Schlösser und Schneidmühlen vom Feind verbrannt.
Im Herbst des gleichen Jahres schlug Wallenstein sein Lager bei Unterrodach auf. Als er von der Tapferkeit der Kronacher hörte, versprach er im Namen des Kaisers die beiden Rittergüter Theisenort und Weißenbrunn als Entschädigung. Der Kaiser bestätigte die Schenkung, doch konnte die Stadt niemals Nutzen daraus ziehen.

Erneute Attacken


Im Jahr 1633 gab es Angriffe der Feldherren Bernhard und Wilhelm von Weimar, die jedoch abgewehrt wurden. Eine kurze Belagerung im Juni des gleichen Jahres wurde abgebrochen, da ebenfalls Entsatz befürchtet wurde.
Ernst wurde die Lage im März 1634. Herzog Bernhard von Weimar begann mit dem schwedischen Hauptheer die Einschließung der Stadt am 13. März. Die Belagerung begann am 18. dieses Monats. Das Kind im Mutterleib sollte nicht verschont werden, wenn sich die Stadt nicht ergeben würde. Die Schweden begannen den Angriff entgegen dem Kriegsbrauch schon, als noch ein Parlamentär in der Stadt war. Es gelang ihnen, in die Vorstädte einzudringen. Die Kronacher mussten sich in die ummauerte Oberstadt flüchten.
Da der Feind nicht mehr aus den Vorstädten zu vertreiben war, entsann man sich der Taktik von 1430 und zündete die Vorstadt an mehreren Stellen an. Als sich das Feuer gelegt hatte, besetzten die Angreifer sofort die Ruinen und verschanzten sich darin. Den Feinden gelang es, eine Bresche in die Stadtmauer unterhalb der Kirche zu schießen. Am 21. März erfolgte der Sturm. Er wurde unter Aufbietung aller Kräfte abgewehrt. Hierbei zeichneten sich besonders die Frauen aus, die im Brauhaus Wasser kochten und es an die Stadtmauer trugen, um die Angreifer "heiß" zu empfangen. Die derart Behandelten brachen Sturm und Belagerung ab und zogen davon.

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