Kronach
Schlusssitzung

Kronachs große Feierstunde zum Jahresausklang

Bei der traditionellen Zeremonie des Stadtrates im historischen Rathaus erhielten vier verdiente Menschen Ehrenmedaillen der Stadt. Zudem ging der Kaspar-Zeuß-Preis an starke Studenten.
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Michael Stadelmann, Sebastian Thiem, Johannes Wenzel und Andreas Rösch (v.l.) schreiben  ins goldene Buch. Mit im Bild: Harry Weiß, Georg Löffler und Robert Porzelt  (Sparkasse) sowie  Angela Hofmann. Foto: Andreas Schmitt
Michael Stadelmann, Sebastian Thiem, Johannes Wenzel und Andreas Rösch (v.l.) schreiben ins goldene Buch. Mit im Bild: Harry Weiß, Georg Löffler und Robert Porzelt (Sparkasse) sowie Angela Hofmann. Foto: Andreas Schmitt
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Mächtig ertönen die Blasinstrumente. Ihr Klang bahnt sich den Weg von der Empore in den Saal des historischen Rathauses. Vorbei an alten Fahnen - Symbole der langen Geschichte, die die Gemäuer in der Oberen Stadt bereits erlebten.

Eine anmutende Kulisse, in der der Kronacher Stadtrat traditionell "zwischen den Jahren" seine Schlusssitzung abhält. Das Programm beinhaltet einen Rückblick auf zwölf Monate Lokalpolitik und die Ehrung starker Studenten und verdienter Persönlichkeiten.

Ehrenmedaillen in Silber und Gold

Höhepunkt der Feierstunde ist die Verleihung von Ehrenmedaillen der Stadt Kronach. "Kronach ist eine Stadt des Ehrenamts. Der Einsatz vieler Bürger für unsere Stadt macht mich stolz", sagte Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann (CSU). Sie leitete die Sitzung in Vertretung des erkrankten Ersten Bürgermeisters Wolfgang Beiergrößlein (FW).

126 silberne und 15 goldene Ehrenmedaillen wurden seit 1994 verliehen. Am 26. November beschloss der Stadtrat, den Kreis der Ausgezeichneten zu erweitern. Sie trugen sich ins goldene Buch der Stadt ein.

Gisela Zaich erhielt die Ehrenmedaile in Gold für ihr außergewöhnliches soziales Engagement. Seit 2000 leitet die heute 71-Jährige die Multiple Sklerose-Gruppe und organisiert das Veranstaltungsprogramm.

Außerdem engagiert sich Zaich im Aktionskreis Kronacher Synagoge", seit 1995 als Zweite Vorsitzende. Unter anderem ist sie für das Projekt "Stolpersteine" zuständig, wodurch den von den Nationalsozialisten verfolgten Kronachern Juden gedacht wird. Nach dem Tod ihres Mann gründete sie 2010 die Willi-Zaich-Stiftung zum Erhalt der Synagoge. Ferner wirkt Zaich, Trägerin des Ehrenzeichens des Bayerischen Ministerpräsidenten und der Goldenen Ehrennadel des Landkreises Kronach, als Wohnhelferin der Pfarrei St. Johannes.

"Den Namen Kronachs in die Welt hinausgetragen"

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Ebenfalls neu im Kreise der Träger der goldenen Ehrenmedaille ist Horst Böhm. Der Künstler hat unzählige Werke erschaffen - oft im öffentlichen Raum. 1977 wurde der heute 78-Jährige aufgrund seiner herausragenden künstlerischen Fähigkeiten zum Professor für Malerei, Zeichnen und Grafik an der Technischen Universität Darmstadt berufen.

Mit seinen oft architekturgebundenen Werken und seinen vielen Ausstellungen habe Böhm, so Angela Hofmann bei ihrer Laudatio, "den Namen Kronachs in die Welt hinausgetragen".

Zwei neue Träger der silbernen Ehrenmedaille gibt es in Ziegelerden. Leni Hofmann erhielt sie für ihre Verdiente um den Turnverein 1911 Ziegelerden. Dort war die 68-Jährige Turnwartin und Spartenleiterin und ist Schriftführerin (seit 1985) sowie Zweite Vorsitzende (seit 2002).

Im gleichen Turnverein aktiv ist Bernhard Roth - von 1999 bis 2002 als Vereinsdiener, seit 2002 als Vorsitzender. Außerdem ist Roth Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes Ziegelerden. Nicht zuletzt ist Roth in seinem Geburtsort Glosberg Kassenwart der FCN-Freunde.

Kaspar-Zeuß-Preis

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Anerkennung: Kronach zeichnet erfolgreiche Hochschulabsolventen aus, die entweder in der Stadt wohnen oder deren Arbeiten sich mit ihr befassten. Förderer ist die Sparkasse Kulmbach-Kronach. Ausgezeichnete erhalten 150 Euro.

Preisträger: Andreas Rösch (Gehülz), Natali Schlansky (Hallstadt) und Sebastian Thiem (Pegnitz) für Bachelor/- Masterarbeiten, sowie Michael Stadelmann (Seelach) für seine Dissertation. Sie trugen sich ins goldene Buch ein.

Von Wohnen bis Kitas

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Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann (CSU), die bei der Jahresschlusssitzung des Stadtrates den Ersten Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) vertreten hat, gab in ihrer Rede einen Überblick über die 2018 debattierten Themen. Vor dem Politischen wünschte sie Beiergrößlein, der sich einer Operation unterziehen muss, persönlich alles Gute und schnelle Genesung.

Positiv nannte Hofmann die finanzielle Gesundung der Stadt. Für Investitionen müssten keine Kredite mehr aufgenommen werden und der Gesamtschuldenstand habe sich um 1,4 Millionen auf 24,2 Millionen Euro verringert. 2005 habe das Defizit noch 63 Millionen Euro betragen.

Positives aus der Wirtschaft

Als besonders erfreulich bezeichnete Hofmann positive Meldungen der Wirtschaft. Sie hob die Betriebe aus dem Bereich "automotive" (Dr. Schneider, Valeo und Woco), ebenso hervor wie den Maschinenbauer Dr. Weber. Interessant findet sie das Vorhaben des neuen Eigentümers des Kettelerhauses, der eine Halle für etwa 250 Personen bauen will.

Als eines der wichtigsten Zukunftsthemen bezeichnete Angela Hofmann die Schaffung von Wohnraum. Unter anderem erinnerte sie an die Idee, das Bürgerspital für Singlewohnungen und Wohngemeinschaften für Ältere zu nutzen.

2018 habe ferner die Weichen für einen zukünftigen Hochschulstandort Kronach gestellt. Hofmann dankte dem Landtagsabgeordneten Jürgen Baumgärtner (CSU) und seinen Kollegen, die sich bei der bayerischen Staatsregierung für die diesbezügliche Zusage stark gemacht hätten. Man arbeite hinter den Kulissen mit Hochdruck an einem Konzept.

Außerdem habe sich 2018 auch bei der Kinderbetreuung eine Menge getan. So hätten die Sanierungen in Gehülz, Gundelsdorf und der Rosenbergstraße entweder begonnen oder stünden kurz bevor. Außerdem tue sich etwas in Dörfles, der Seelmannstraße und in Fischbach.

Rosenberg-Festspiele ein Erfolg

Stolz zeigte sich Hofmann über die Entwicklung auf der Festung Rosenberg. Vor allem die Rosenberg-Festspiele seien ein voller Erfolg gewesen. Für die Zukunft plane die Stadt einen barrierefreien neuen Zugang vom Busparkplatz im äußeren Wallgraben aus. Außerdem werde im Sommer die Generalsanierung abgeschlossen.

Touristisch habe sich Kronach 2018 den Titel "Genussort in Bayern" erworben. "daraus lässt sich einiges machen", betonte Hofmann. Dass die Stadt ihre Feuerwehren gut ausrüste, habe sich am 31. August beim Großbrand des Gefängnisses gezeigt. Durch den Wegfall der Straßenausbeubeitragssatzung (Strabs) sei 2018 zudem auch ein Hindernis beim Unterhalt weggefallen. Außerdem habe vor Kurzem ein Gespräch stattgefunden, um die Zukunft des Erlebnisbades "Crana-Mare" am Kreuzberg zu sichern.



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