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Friesen
Trial-Wettkampf

Fahrer müssen in Friesen Geschick beweisen

Ein Spaß für Männer war der ADAC-Süd-Classic-Trial in Friesen. Veranstalter war der Automobilclub Kronach. Die älteste Maschine war eine NSU aus dem Jahr 1950.
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Matthias Hofmann (38) zeigt, was er mit seiner modernen Maschine alles für Kunststücke kann.
Matthias Hofmann (38) zeigt, was er mit seiner modernen Maschine alles für Kunststücke kann.
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Mehr als zehn Wochen bereiteten sich die Verantwortlichen des Automobilclubs Kronach auf den großen Trial-Wettbewerb in Friesen vor. "Die Steine und die örtlichen Gegebenheiten sind natürlich hier auf unserem Gelände schon vorhanden, aber wir mussten ja die Spuren ausweisen", erklärt der Vorsitzende des Automobilclubs, Jochen Hempfling. Und das macht viel Arbeit.

Beim ADAC-Classic-Trial müssen an zwei Tagen 15 Sektionen zweimal durchfahren werden. Vier Kilometer ist die Strecke lang. Und jede Sektion hat ihre eigenen Kniffe. Mal sind es Felsen, die erklommen werden müssen, mal scharfe Kurven, mal extreme Berge, die zu bewältigen sind. Auf den Strecken liegen Fässer und andere Hindernisse, die den Trial-Fahrern das Leben schwer machen. Und immer gilt es, Geschicklichkeit zu beweisen und möglichst nicht mit den Füßen den Boden zu berühren.


Alte Maschinen sind schwerer zu fahren

"Die Herausforderung ist, dass wir mit alten Maschinen fahren. Das ist besonders schwierig, denn die Federung der Maschinen war noch anders, die Kraftübertragung auch. Beim Classic-Trial ist viel mehr Kraftanstrengung nötig", erklärt Jochen Hempfling den Reiz des Parcours. Der Vorsitzende des Automobilclubs Kronach ist selbst durch und durch fasziniert von diesem Sport. "Ich habe als Schüler in den 60er Jahren mal beim Trial zugeschaut und war gleich begeistert. Und nach 20 Jahren habe ich jetzt wieder angefangen. Ich fahre eine Beta", erzählt der Vorsitzende und fiebert mit jedem einzelnen Fahrer mit, auch wenn er beim ADAC-Classic selbst viel zu viel mit Organisationsarbeit zu tun hat und nicht am Wettbewerb teilnehmen kann.

Der jüngste Starter ist Nicolas Rutkowski, gerade mal elf Jahre alt. Nicolas ist seit zwei Jahren trialbegeistert. Er hat mit seiner 125er Sherco noch viel vor. "Der Parcours ist gar nicht schwierig", sagt er zumindest über die eine Teilstrecke. Allerdings fährt der Elfjährige eine supermoderne Maschine, keine alte. Und die modernen Zweiräder starten in einer eigenen Kategorie. Denn diese Maschinen sind im Handling natürlich einfacher und präziser.

Das älteste Motorrad bei diesem Trial-Wettbewerb hatte Günter Hofmann. Er ging mit einer NSU osl an den Start - Baujahr 1950. "Es sieht gar nicht so schlecht aus", zieht er eine kurze Zwischenbilanz und beißt beherzt zur Stärkung in eine Banane. Denn gleich geht's weiter auf dem Parcours.

Ein echter Könner

Unterdessen zeigt ein anderer Fahrer Kunststückchen: Matthias Hofmann, 38 Jahre alt und immerhin Drittplatzierter bei den deutschen Meisterschaften. Er ist ein Könner seines Fachs und zeigt, dass man im Trial auch mal auf einem Reifen hüpfen kann, um Hindernisse zu erklimmen.

Beim Trial in Friesen fahren die Aktiven in verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Außerdem gibt es noch eine Extraklasse für so genannte Twinshocker - das sind Trial-Maschinen, die hinten zwei Federbeine statt einem haben. Und auch für die ganz alten Maschinen gibt es eine eigene Kategorie - für alle vor dem Baujahr 1965. Immerhin ein Dutzend Fahrer trat in dieser Klasse an. Es gab Zündapps, Horex' und eben die NSU zu sehen.
Schon lässt Norbert Hempfling (48) seine Fantic aus dem Jahr 1982 an und begibt sich auf die Strecke mit dem gelben Pfeil. Denn die möchte er heute bewältigen. "Ich fahre Trial seit 1980 - so oft es eben geht", erzählt Hempfling. Fünf Maschinen hat er zu Hause, aber eigentlich ist er am liebsten mit seiner Fantic unterwegs.

Naturkatastrophe dünnt das Feld aus

Viele - vor allem aus den östlichen Bundesländern und aus dem Süden, wo die Hochwasserkatastrophe derzeit besonders stark wütet, haben in letzter Minute den Trial absagen müssen. Doch Manfred Beck (49) aus Freising - ein echter "Freisinger Bär" - hat es sich nicht nehmen lassen, nach Friesen zu kommen. "Ich habe gehört, dass die Strecke echt gut ist, dass sie ihre Reize hat. Deswegen bin ich hier - und wegen der Bratwürste natürlich", sagt er lachend.

Auch Manfred Beck hat eine Fantic - allerdings eine Fantic 200 aus dem Jahr 1981. Und mit der ist er flott und sicher unterwegs und lässt das Ergebnis auf sich zukommen. Denn auch wenn jeder der Teilnehmer gut abschneiden möchte, so geht es doch in erster Linie darum, Spaß zu haben und seine Geschicklichkeit immer weiter zu verbessern.

Die Ergebnisse

Pre 65: 1. Günter Hofmann (Kronach), 2. Horst Finger (Essenbach), 3. Michael Nacht rab (Roth).

Twinshocker, Experten: 1. Alexander Erhardt (Hallstadt), 2. Uwe Nachtrab, 3. Michael Strobel (Alttonn)

Twinshocker, Fortgeschrittene: 1. Norbert Hempfling (Weißenbrunn), 2. Klaus Pawlik (Rosstal), 3. Bernd Zienert (Großhabersdorf)

Thwinshoker, Beginner: 1. Gerhard Putz (Ringelai), 2. Heinz Späth (Igensdorf)

Luftgekühlte Monoshocker: 1. Albert Bott (Grossvillars)

Moderne: 1.Matthias Hofmann (Stockheim), 2. Nicolas Rutkowski, 3. Lukas Rutkowski (beide Markgraitz)



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