Kronach
Hundesport

Fährtenhundprüfung in Kronach: Es geht immer der Nase nach

Die Fährtenhundprüfung für Deutsche Schäferhunde der Landesgruppe Bayern-Nord findet in Kronach statt.
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Ein Deutscher Schäferhund bei der intensiven Ausarbeitung einer Fährteprivat
Ein Deutscher Schäferhund bei der intensiven Ausarbeitung einer Fährteprivat

Spitzensport auf höchstem Fährteniveau mit dem Deutschen Schäferhund ist am Samstag und Sonntag in den Fluren von Weißenbrunn zu sehen sein. Der Verein für Deutsche Schäferhunde, Ortsgruppe Kronach, führt wieder die Landesgruppenfährtenhundprüfung der Landesgruppe Bayern-Nord durch. Die Schirmherrschaft hat Landrat Klaus Löffler übernommen. Ein sehr erfolgreiches Jahr geht für die Kronacher Ortsgruppe zu Ende.

Teilnehmen werden 28 Teams in zwei Fährtenhunddisziplinen, um die Sieger zu ermitteln und um sich für die Deutsche- bzw. die Bayerische Fährtenhundmeisterschaft zu qualifizieren. Mit 28 Teams wird die Landesgruppenfährtenhundprüfung mit die größte im ganzen Bundesgebiet sein. Im Vorfeld mussten sich alle Teams aus den Regierungsbezirken Mittel-, Unter- und Oberfranken sowie der Oberpfalz einer strengen Qualifikation auf Vereinsebene unterziehen um überhaupt in Weißenbrunn starten zu dürfen. Voraussetzungen waren mehrere Fährtenhundprüfungen mit vorzüglichen Ergebnissen.

Die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten seiner Gebrauchshundeigenschaften haben den Deutschen Schäferhund in aller Welt berühmt gemacht, heißt es in einer Pressemitteilung der Hundesportler. Der Deutsche Schäferhund gehört von Natur aus zu jenen Tieren, die sich zunächst über den Geruch als primären Leitsinn im Leben orientieren.

Diese angeborene, ausgeprägte Nasenveranlagung nutzen die Menschen durch intensives und zielorientiertes Training für die unterschiedlichsten Suchaufgaben, so zum Beispiel im Katastrophenschutz oder als Drogenspürhunde bei Behörden sowie auch im Vereinsbereich zum Wohl der Gesellschaft.

Ein alltägliches Bild: Der Deutsche Schäferhund mit der Nase am Boden, erkundet die Geruchsspuren und selektiert. Er sammelt so Informationen, was sich so alles auf dem Weg vor ihm ereignet hat.

Das gleiche Bild und doch ist alles ganz anders. Bei der Landesgruppenfährtenhundprüfung in Weißenbrunn werden die "Supernasen" der Landesgruppe Bayern-Nord gesucht. Hundeführer und Hund, beide hochkonzentriert, folgen einer langen Fährte.

Was der Hund und sein Geruchssinn dabei leisten, lässt sich am besten ermessen, wenn man sich kurz vor Augen hält: Das normale Atemvolumen eines Hundes liegt bei rund elf Litern pro Minute. Für die Ausarbeitung einer Fährte steigt dieser Wert auf rund 40 bis 50 Liter pro Minute und der Hund unterscheidet dabei unter bis zu 40 000 verschiedenen Düften, um genau einer Spur zu folgen.

Königsdisziplin

In der Königsdisziplin, der Fährtenhundprüfungsstufe 2, starten elf Teams. Diese Prüfungsstufe ist Voraussetzung zur Teilnahme an der Deutschen Fährtenhundmeisterschaft, die in vier Wochen im Coburger Landkreis in Untersiemau-Weißenbrunn stattfindet. Hund und Hundeführer müssen eine mindestens 1800 Schritte lange, drei Stunden alte Fremdfährte mit sieben Winkeln meistern. Die Fährte wird zweimal von einer fremden, frischen Fährte gekreuzt, was die Aufgabe zusätzlich erschwert. Die Hunde müssen dabei sieben Gegenstände finden, die eine maximale Größe von zehn mal drei Zentimetern haben.

Die beiden besten Teams lösen in Weißenbrunn die Fahrkarte zur Bundesfährtenhundmeisterschaft.

Bei der Fährtenhundprüfungsstufe 1 gehen 17 Teilnehmer mit ihren Hunden an den Start. Die Prüfungsstufe ermöglicht den Teams die Qualifikation zur Bayerischen Fährtenhundmeisterschaft Anfang November in Neukenroth. Die sechs besten Teams qualifizieren sich für diesen Wettbewerb.

Die Fährtenhundprüfung Stufe 1 besteht aus einer 1200 Schritte langen und mindestens zwei Stunden alten Fremdfährte. Auch diese Fährte wird zweimal von einer anderen Fährte gekreuzt. Auf der Fährte befinden sich vier vom Fährtenleger positionierte Gegenstände, die der Hund finden soll. Die Fährte ändert sechsmal die Richtung.

Die amtierenden Leistungsrichter, Ingeborg Balonier aus Großostheim und Horst Kaim aus Pressig, werden eine strenges Augen auf die Teams haben.

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