668 Ausbildungsstellen wurden der Agentur für Arbeit in diesem Jahr aus dem Kreis Kronach gemeldet - 220 sind unbesetzt geblieben. "Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von über 20 Prozent", weiß Matthias Klar, Pressesprecher der Arbeitsagentur Coburg-Kronach. "Ich habe mir das einmal angeguckt, das ist fast flächendeckend für den Agenturbezirk."

Vor fünf Jahren habe der Ausbildungsmarkt damit begonnen, von den Firmen in Richtung der Jugendlichen zu kippen. Zeiten, in denen die Heimat nach der Schule für eine Ausbildung oftmals verlassen werden musste, gehören längst der Vergangenheit an. "Wenn man mit den Handwerkskammern spricht, hört sich das immer so an, als gäbe es das schon seit Urzeiten", sagt Klar. "Aber fünf Jahre sind keine lange Zeit." In diesem Jahr waren es lediglich 462 Personen, die sich auf eine der 668 Stellen bewarben.


Gefragte Berufe

Am beliebtesten war der Beruf des Industriekaufmanns beziehungsweise der Industriekauffrau: 51 Bewerber hatten es auf die 40 zur Verfügung stehenden Stellen abgesehen. Gefragt war zudem eine Ausbildung als Kfz-Mechatroniker (22 Bewerber), technischer Produktdesigner (19) oder medizinischer Fachangestellter (18). Die meisten unbesetzten Stellen blieben jene als Maurer (11), Maler/Lackierer und Berufskraftfahrer (beide 10). "Das sind auch die Berufe, bei denen uns die Betriebe mitteilen, dass es schwierig wird, sie zu besetzen", erklärt Klar.

Eine der Firmen, die dieses Jahr erst gar keine Bewerbung auf eine ihrer vier ausgeschriebenen Ausbildungsstellen erhalten hat, ist die Küpser Baugesellschaft "Otto Mühlherr". Sie versucht nun verstärkt auf Ausbildungsmessen aktiv zu sein, um sich bei Jugendlichen als Ausbildungsstätte ins Gedächtnis zu rufen - etwa am Samstag auf der Kronacher Ausbildungsmesse in den Sporthallen des Schulzentrums (10 Uhr bis 15.30 Uhr).

Trotz der mangelnden Nachfrage würde die Baugesellschaft allerdings nicht jeden qualifizierten Bewerber nehmen. Weshalb, lesen Sie hier in einer ausführlichen Version des Artikels.