Kronach
Natur

Erster Trekkingplatz in Oberfranken: Ein Nachtlager mit bester Aussicht

Sein Zelt mitten im Wald aufschlagen - ein Traum für Naturfreunde. Mit dem Trekkingplatz am Rennsteig ist das jetzt möglich. Annehmlichkeiten wie eine Toilette gibt es auch.
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Bernd Heinz (Frankenwaldverein) und Revierleiter Christian Goldammer genießen die Aussicht über den Frankenwald.  Foto: Anna-Lena Deuerling
Bernd Heinz (Frankenwaldverein) und Revierleiter Christian Goldammer genießen die Aussicht über den Frankenwald. Foto: Anna-Lena Deuerling

"Wildcampen" ist in Deutschland gar nicht gerne gesehen - eine große Enttäuschung für Trekking-Fans, die sich gerne fernab von befestigten Wegen tagelang durch die Natur kämpfen und ihr Zelt da aufschlagen, wo die Füße gerade müde werden. Umso erfreulicher die Nachricht, dass im schönen Frankenwald nun der erste offizielle Trekkingplatz in Oberfranken eröffnet hat. Bei Kleintettau, gleich neben dem Rennsteig, darf künftig ganz legal gezeltet werden.

Besondere Lage

Doch was unterscheidet einen Trekkingplatz eigentlich von einem normalen Zeltplatz? Besonders ist wohl vor allem die Lage. Der Platz liegt abseits der Straßen nahe der beliebten Wanderroute am Rennsteig.

Revierleiter Christian Goldammer, der das Projekt für die Forstbetriebe Rothenkirchen und Nordhalben betreut und den Standort vorgeschlagen hat, ist sich sicher: "Diese Lage und diese Aussicht sind deutschlandweit einzigartig." Und die Ausstattung macht den Trekkingplatz Frankenwald-Kobach in seinen Augen ohnehin zum "Deluxe-Platz".

Der Platz verfügt über zwei Holzplattformen mit Edelstahlösen für Zelte, eine Feuerstelle, Brennholzgelege, WC-Häuschen (Trockentoilette) und Brauchwasserbehälter. Eine Quelle in Trinkwasserqualität finden Camper in unmittelbarer Nähe. Brennholz und Anzünder sind in einer Truhe mit Zahlenschloss untergebracht - den Code erhalten Camper bei der Buchung. Für zehn Euro pro Nacht und Zelt steht dieses besondere Nachtlager zur Verfügung. Besonders beliebt wird wohl die Holz-Plattform in zwei Metern Höhe sein. Wer hier sein Zelt aufstellt, dem eröffnet sich ein einmaliger Blick in die fränkische Natur.

"Wir wollen den Leuten die Natur näher bringen - das ist ein kleiner Beitrag", sagt Goldammer. Die Idee, im Frankenwald Trekkingplätze zu installieren, wie es sie bereits in anderen Wandergebieten in Deutschland gibt, entstand im Jahr des "Waldgebietes 2017".

Partner im Landkreis

Dafür mussten sich die Bayerischen Staatsforsten Partner ins Boot holen. In enger Abstimmung mit dem Frankenwald-Touristikzentrum und mehreren Ortsgruppen des Frankenwaldvereins wurde ein Konzept erarbeitet. Als "Besondere Gemeinwohlleistung im Staatswald" kam das Projekt für eine Förderung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) infrage. 90 Prozent der rund 40 000 Euro konnten durch Fördergelder finanziert werden.

Im Februar 2019 lagen alle Genehmigungen vor und zwei Monate später war der Platz bereits bezugsbereit. Vertragspartner der Bayerischen Staatsforsten und damit offizieller Betreiber des Platzes ist die Gemeinde Ludwigsstadt. Um den Platz selbst wird sich die Ortsgruppe Kleintettau des Frankenwaldvereins kümmern. Bernd Heinz und seine Kollegen schauen vor Ort nach dem Rechten und halten beispielsweise den Vorrat an Brennholz im Auge.

Dem Vorbild am Rennsteig sollen weitere Trekkingplätze in der Region folgen. Ziel sei, ein ganzes Netz an solchen Übernachtungsmöglichkeiten zu schaffen, erklärt Goldammer. Die nächsten Plätze könnten zum Beispiel bei Steinwiesen oder Nordhalben entstehen.

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