Kronach
Lachnacht

Erste Kronacher Lachnacht: Im Schützenhaus blieb kein Auge trocken

Bei der Premiere der Veranstaltungsreihe gaben die vier Protagonisten und das Publikum im Schützenhaus alles. Und auch für den Tierschutz war das ein Segen.
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Atze Bauer rockte die Bühne der ersten Kronacher Lachnacht im Schützenhaus. Foto: Friedwald Schedel
Atze Bauer rockte die Bühne der ersten Kronacher Lachnacht im Schützenhaus. Foto: Friedwald Schedel
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Die Diskrepanz konnte nicht größer sein: Draußen Nieselregen und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt - drinnen mollig warm, Lachsalven im Zehn-Sekunden-Takt und die Stimmung am Siedepunkt. So geschehen am Samstag bei der ersten Kronacher Lachnacht - initiiert vom mittelfränkischen Comedian Atze Bauer. Da kamen Leute, die zum Lachen, statt in den Keller, ins Schützenhaus gehen.

Die Besucher lachten sofort los - und auch der Künstler musste schmunzeln, weil die Zwischenrufe wie eine Pointe einschlugen. Atze Bauer hatte das beste Publikum der Welt, dem er ordentlich Honig ums Maul schmierte: "Wenn Du in Kronach gespielt hast, dann hast Du es geschafft!" Bauer hatte nicht nur für die Kronacher etwas übrig - seine CD für nur einen Euro -, sondern auch für Vierbeiner.

Gebell und Miauen vom Kreuzberg

Für jedes Teilen der Lachnacht-Vorankündigung auf Facebook spendeten die Künstler für das Tierheim Kronach - 220 Euro kamen zusammen. Dessen nicht genug: Der Euro für eine Atze-Bauer-CD ging ebenfalls ans Tierheim. Das freudige Gebell und Miauen muss vom Kreuzberg bis zum Schützenhaus zu hören gewesen sein. Hoffentlich wurde der Anwohner mit dem leichten Schlaf jenseits der Bahnlinie nicht in seiner Nachtruhe gestört.

Atze Bauer kam nicht allein, sondern zusammen mit drei Nicht-Franken. Die waren nicht nur des Hochdeutschen mächtig, sondern hatten auch diverse Dialekte im Gepäck. Das war nicht nur zum Lachen, sondern zum Brüllen.

Haarkranz nach oben gefönt

Atze Bauer hat die kümmerlichen Reste seines Haarkranzes stramm nach oben geföhnt, als ob sein Kopf in einen hochmodernen Airblade-Händetrockner geraten wäre. Sein erster Gast, Frank Fischer aus Mainz, war hingegen kahl rasiert.

Zum Amüsement der Zuschauer imitierte er Resthaare mit einer Hand auf dem Schädel und blies die Finger nach oben. Das Publikum tobte. Von Mainz nach Kronach gekommen war Fischer mit der Bahn. Da beobachtet man die skurrilsten Dinge und Leute. Eigentlich Alltägliches, aber mit ein bisschen Interpretation wirklich zum Lachen. Für die Zuhörer hatte er zwei Ratschläge parat: Die Antwort auf alle Fragen lautet: "Weil's erlaubt ist!" Damit kann man verblüffen. Zweitens: mehr Werbung gucken. Da kann man sich köstlich amüsieren. Zum Haare raufen. Deshalb hat Fischer auch keine mehr.

Nächster Gast: Roberto Capitoni. Das muss ein Italiener sein. Richtig. Aber er schwäbelt, zwei Herzen schlagen in seiner Brust. Der Italiener will Amore, der Schwabe mag es eher gemütlich.

Seine Frau hat ihm Socken mit den Initialen "R+L" für rechts und links geschenkt. "Denn wenn Du zwei linke Socken anhast, läufst Du nur im Kreis." Oder: "Wenn man klug ist, kann man sich dumm stellen, umgekehrt ist es schwierig."

Beim vierten Comedian, Henning Schmidtke aus Köln, hörte man keine Silbe Kölsch. Aber bei geschlossenen Augen hätte man annehmen können, dass eine Reihe von Superstars auf der Bühne des Schützenhauses flaniere. Schmidtke persiflierte Grönemeyer, Lindenberg und Bohlen so perfekt, dass seine Stakkato-Gags in den Lachern fast unterzugehen drohten.

Apropos Bohlen: Schmidtke nahm die Casting-Shows aufs Korn. Da hätten Lindenberg, Grönemeyer und Co. keine Chance gehabt. Der Titel "Deutschland sucht den Superstar" sei goldrichtig. Suchen ja, finden nein. Für die Pädagogen hatte Schmidtke einen Rat für ihren Unterricht. Warum den öden "Erlkönig" nicht als Rap bringen? Er tat es bei der Zugabe, das Publikum rappte mit - und Schüler wären sicher nicht abgetörnt gewesen.

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