Ottendorf
Versammlung

Erste Ideen für ein schöneres Ottendorf

Am Dienstag fand im Ludwigsstädter Rathaus ein Ortsteil-Treffen zur einfachen Dorferneuerung in Ottendorf statt.
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Die Ottendorfer Straße ist derzeit in einem sehr schlechten Zustand.Stadt Ludwigsstadt
Die Ottendorfer Straße ist derzeit in einem sehr schlechten Zustand.Stadt Ludwigsstadt
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Beim Verfahren ist insbesondere die Mitwirkung der Bevölkerung gefragt. Öffentliche Maßnahmen werden mit 90 Prozent, private mit 20 Prozent gefördert. Für den Altortbereich der Ottendorfer Straße wurde vom Amt für ländliche Entwicklung (ALE) die Durchführung einer einfachen Dorferneuerung in Aussicht gestellt. Mit der Planung wurde das Architekturbüro Lauer & Lebok Lichtenfels beauftragt. Das Potenzial, um Ottendorf zum kleinen Schmuckstück werden zu lassen, ist vorhanden. Darin zeigten sich die Verantwortlichen bei der Infoversammlung sicher, bei der der Bevölkerung Anlass, Ziel und Fördermöglichkeiten des Verfahrens erläutert wurden.
Letztlich seien es aber nur die Bürger selbst, die Ottendorf zu einem neuen Gesicht verhelfen könnten. "Die Bürgerbeteiligung steht an erster Stelle. Wir machen das nicht für uns, sondern für die Bürger", betonte Ludwigsstadts Bürgermeister Timo Ehrhardt, der seinem Stadtrat für die Freigabe der Mittel dankte. Die Ottendorfer Straße befinde sich in einem sehr schlechten Zustand. Die Straße sei aber nur ein Themenfeld; im Vordergrund stehe insbesondere der gestalterische Moment. Die Beantragung der Maßnahme sei am 27. März 2017 erfolgt, die Zustimmung zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn am 7. Juni 2017. "Ottendorf hat es verdient, dass wir es herrichten", verdeutlichte er. Bislang war die Stadt gezwungen, bei Baumaßnahmen alle Einnahmequellen auszuschöpfen und daher die Anwohner mit Beiträgen zu belasten. Nach den jüngsten Entwicklungen hinsichtlich Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) gehe man davon aus, dass es bei der Dorferneuerung für diese zu keiner finanziellen Belastung kommen werde.
Nach Festlegung des endgültigen Dorferneuerungsgebietes nach erfolgter Vorplanung sowie der Vorlage ausführungsreifer Planungen hoffentlich schon im Herbst 2018, könnte die Durchführung vielleicht 2019/2020 erfolgen. Man sollte nichts übers Knie brechen. "Eine vernünftige und detaillierte Vorplanung ist wichtig für die spätere Ausführung", betonte er. Das bestätigte auch Abteilungsleiter Wolfgang Kießling vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken West, der die Kriterien zur Durchführung einer vereinfachten Dorferneuerung vorstellte. Vorteil sei dabei, dass keine Teilnehmergemeinschaft gebildet werden müsse. Die Stadt sei Herr des Verfahrens und Träger aller Maßnahmen. "Die Dorferneuerung soll eine Hilfestellung zur Bewältigung gegenwärtiger und zukünftiger Herausforderungen sein", verdeutlichte er - gerade auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung. Dabei werde seine Behörde sowohl beratend als auch finanziell unterstützen. Der Ort werde aus verschiedenen Handlungsfeldern heraus von innen und außen betrachtet, um daraus ein maßgeschneidertes Konzept zu entwickeln. Fördermittel gibt es für den öffentlichen Bereich und private Baumaßnahmen. Die Fördersätze richteten sich nach der Finanzkraft der Gemeinde. Für "ganz arme" Kommunen wie Ludwigsstadt wird für 2018 und 2019 der Höchstfördersatz von 90 Prozent gewährt. Für Privatmaßnahmenem liegt der Fördersatz bei 20 Prozent, im Einzelfall gegebenenfalls etwas höher. Wichtig ist, dass die Antragstellung erst nach Einleitung der Dorferneuerung erfolgt und die Anwohner den Bewilligungsbescheid abwarten. Förderfähig sind Maßnahmen an Wohn- und Nebenbauten sowie Vorbereichen, sofern sie in den öffentlichen Raum wirken. "Ottendorf ist ein wunderschönes Angerdorf mit Hanglage und Steigungen, einer besonderen Stellung der Gebäude und vielen typisch frankenwälderisch verschieferten Häusern", zeigte sich Gerd Lauer vom Architekturbüro Lauer & Lebok begeistert. Allerdings gebe es auch Störungen, die man herausarbeiten müsse. Auch Leerstände seien vorhanden. Eine Beseitigung der Gebäude führe jedoch zu "Zahnlücken". Die Straße sei in einem sehr mäßigen Zustand, vermutlich fast ohne Unterbau. Sein Architekturbüro sehe sich als fachlich kompetenter Begleiter und eher als Moderator. Die eigentlichen Planer seien die Bürger. Gemeinsam versuche man, das Beste für diesen besonderen Ort zu entwickeln. "Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Einbindung der betroffenen Bürger. Alle sollen und können mitreden, wenn es um die Gestaltung ihres Lebensraumes geht, ohne dass dadurch die Entscheidungen in den Gremien und Fachstellen vorgegriffen werden sollen", stellte er heraus. Die letzte Entscheidung habe der Stadtrat. Zu diesem wie auch zum ALE und den planenden Büros müsse seitens der Projektgruppe ständiger Kontakt bestehen. Erste Aufgabe der Projektgruppe wird das Herausarbeiten des Istzustandes sein - also vorhandener Stärken und Schwächen.
Erfreulicherweise erklärte sich an dem Abend eine Gruppe von circa 15 Leuten bereit, in der Projektgrupe mitzuwirken. Deren Gründung erfolgt am 7. Mai, um 19 Uhr wiederum im Ludwigsstädter Rathaus. In die Überlegungen/Planungen können sich auch Anwohner einbringen, die der Projektgruppe nicht "offiziell" angehören. "Wir haben mit der 90prozentigen Förderung und einem Eigenanteil von lediglich 10 Prozentz die einmalige Chance, den Bereich neu auszurichten", appellierte der Bürgermeister, der sich sehr über die Bereitschaft der Ottendorfer zur aktiven Mitwirkung freute.
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