Unterrodach
Gemeinderat

Erst muss die Förderung geklärt werden

Marktrodach wurde das frühere Pfarrhaus in Seibelsdorf zum Kauf angeboten. Jetzt wird geprüft, ob eine Nutzung für Vereine und Wohnen zuschussfähig ist.
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Im ehemaligen Pfarrhaus in Seibelsdorf sollen neben einem Veranstaltungsraum auch zwei Wohnungen geschaffen werden. Foto: Veronika Schadeck
Im ehemaligen Pfarrhaus in Seibelsdorf sollen neben einem Veranstaltungsraum auch zwei Wohnungen geschaffen werden. Foto: Veronika Schadeck

MarktrodachWas wird aus dem gemeindlichen Anwesen Friedhofstraße 3 mit dem Schallersgarten in Unterrodach? Was passiert mit dem ehemaligen Pfarrhaus in Seibelsdorf? Das Interesse der Bürger war so groß, dass Bürgermeister Norbert Gräbner am Montagabend kurz entschlossen seine Marktgemeinderatssitzung in die Rodachtalhalle verlegte.

Rund 100 Bürger folgten gespannt den Ausführungen des Bürgermeisters und Kersten Schöttners vom Architekturbüro Schöttner. Wie Gräbner berichtete, lag der Gemeinde bezüglich des Pfarrhauses im Frühjahr ein Verkaufsangebot der evangelischen Kirche in Höhe von 150 000 Euro vor. "Der Gemeinderat ist bereit, dem Kaufangebot näherzutreten, wenn eine Förderung von 90 Prozent sichergestellt ist", so Gräbner. Mittlerweile sei das Amt für ländliche Entwicklung involviert. Deren Auffassung sei es, dass eine Förderung denkbar wäre, wenn das Anwesen öffentlich genutzt werde. Wie Gräbner weiter erklärte, sei das Gebäude bei einer Nutzung der Vereine aus Sicht der Verwaltung nicht voll ausgenutzt. Deshalb hege man den Gedanken, im ersten Stock zwei Wohnungen und einen Lagerraum zu schaffen. Diese Maßnahme könnte über das Wohnraumförderprogramm gefördert werden. Die Gemeinde wurde nun beauftragt, ein Fachbüro zu finden, das sich für Mehrfachfördermaßnahmen spezialisiert hat.

Drei Varianten

Zuvor berichtete Kersten Schöttner über die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für das gemeindliche Anwesen Friedhofstraße 3 mit Schallersgarten. Demnach wurden drei Varianten ausgearbeitet, die sowohl eine Sanierung der beiden Gebäude als auch den Abbruch und Ersatzneubau in verschiedenen Versionen vorsehen. So bestünde die Möglichkeit, die Scheune zu erhalten und die 176 Quadratmeter große Fläche als Raum auszubauen. Außen könnte ein Ausschank angebracht werden, der sowohl nach innen als auch nach außen zum Biergarten geöffnet werden könnte.

Denkbar wäre auch das Anwesen und die Scheune abzubrechen und einen Ersatzneubau mit einem Flachdach zu schaffen. Und schließlich habe man auch den Neubau einer Scheune mit einem Veranstaltungs-, Gast- und Lagerraum angedacht.

Die Kosten würden zwischen 1 100 000 Euro und 1 340 000 Euro liegen, erklärte Schöttner. Ein Bürger regte an, im Zuge der Maßnahme auch die Verkehrssituation in der Friedhofstraße und eine mögliche Verbreiterung der Straße zu prüfen. Gräbner erklärte, dass dies nicht im Rahmen des Förderprogramms Nordostbayern-Offensive durchgeführt werden könnte. "Das ist eine andere Baustelle!"

Letztendlich beschloss das Gremium die Sanierung der Scheune. Dort soll ein beheizbarer Raum für Veranstaltungen und Feste gebaut werden. In einem Anbau sollen öffentliche WC-Anlagen sowie Versorgungseinrichtungen geschaffen werden.

Das Haus Friedhofstraße 3 soll abgebrochen werden. Der Garten soll angelegt und von einem Fußweg zum Friedhof durchkreuzt werden. Bei der Gestaltung ist eine Anlehnung an die Flößereigeschichte, beispielsweise durch ein Floß mit Hütte als Spielort für Kinder, denkbar. Die Verwaltung wurde beauftragt, ein geeignetes Verfahren zur Findung eines Planungsbüros durchzuführen.

Thomas Kleylein vom Büro HTS stellte schließlich den Bebauungsplan "Am Steinbruch" vor. Demnach sind die Grundstücke in direkter Lage zur Gemeindestraße Mühlenstraße weiterhin als Gewerbegebiet ausgewiesen. Die Grundstücke zwischen Radweg und neuer Erschließungsstraße sollen vom Gewerbegebiet in ein Mischgebiet umgewandelt werden. Die restlichen Grundstücke werden als Wohngebiet ausgewiesen. Vom Mühlbach her sei auch ein Wendehammer angedacht. Die Entwässerung erfolgt durch ein Trennsystem. Thomas Kleylein sprach von 22 Bauparzellen, davon sind zwei bebaut. Nun wird der Bebauungsplan zur Beteiligung der Öffentlichkeit und Träger öffentlicher Belange ausgelegt.

Ja zum Modellprojekt

Einstimmig wurde auch der Beschluss gefasst, gemeinsam mit dem Landkreis ein Modellprojekt zur Optimierung des Schülerverkehrs zum Schuljahresbeginn 2020/21 einzuführen, um durch die Organisation des Schülerverkehrs aus einer Hand die Qualität zu steigern. Dafür werden die Verträge zur Beförderung der Grundschüler mit den jeweiligen Verkehrsunternehmen gekündigt und die Mobilitätszentrale des Landkreises mit der Organisation und Abwicklung des Schülerverkehrs beauftragt. Thomas Hümmrich (SPD) sah in diesem Modellprojekt einen Widerspruch zu den Bemühungen, den Landkreis in den VGN zu bringen. Das Gremium beschloss, die Zahl der Feldgeschworenen im Ortsteil Unterrodach auf sechs zu erhöhen. Zusätzlich bestellt wurden Jürgen Wich-Knoten und Jürgen Murrmann.

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