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Zeyern
Infrastruktur

Erneuter Baustopp in Zeyern

Die Arbeiten an der Ortsumgehung ruhen derzeit. Doch diesmal liegen dem keine Streitigkeiten zu Grunde. Bis es allerdings weitergeht, werden mindestens drei Monate vergehen.
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Der erste Bauabschnitt der Ortsumgehung Zeyern ist abgeschlossen.  Foto: Archiv/Heinrich Weiß
Der erste Bauabschnitt der Ortsumgehung Zeyern ist abgeschlossen. Foto: Archiv/Heinrich Weiß

Wer momentan durch Zeyern fährt, wird zwangsläufig feststellen, dass die Arbeiten an der Ortsumgehung ruhen. Doch diesmal ist dies nicht etwa das Resultat von Unstimmigkeiten mit der bauausführenden Firma, wie es Ende 2017 der Fall war, als die Bauarbeiten rund ein Jahr stillstanden. Vielmehr ist die aktuelle Unterbrechung geplant, wie Uwe Zeuschel vom Staatlichen Bauamt in Bamberg erklärt.

Der stellvertretende Amtsleiter verdeutlicht, dass der Stillstand nicht zuletzt auch mit dem Bau des aufgeschütteten Dammes zu tun hat. "Der Damm ist etwas überhöht gebaut und soll sich in den kommenden Wochen setzen. Die frühestmögliche Überfahrbarkeit ist ab 31. Mai. Bis dahin ruht das Ganze."

Doch der Baustillstand wird sich mindestens bis Juli/August fortsetzen. Laut Zeuschel hat dies mit der Ausschreibung für den zweiten Bauabschnitt zu tun, der die Fertigstellung der Ortsumgehung beinhaltet. "Der zweite Bauabschnitt ist seit gestern auf der Bauvergabeplattform." Damit ist ein Prozedere in Gang gesetzt worden, das sich einige Zeit hinziehen wird. Darin enthalten sind die Angebotsfrist von 36 Tagen ebenso wie die Bewertung abgegebener Angebote und die Auftragsvergabe. Nicht zu vergessen sei die Einspruchsmöglichkeit für nicht berücksichtigte Firmen, die sich ungerecht behandelt fühlen. "Wenn es am Ende bei der Auftragsvergabe um ein paar Hundert Euro geht, kann es schon sein, dass Einspruch eingelegt wird." Und dies würde wiederum zu weiteren Verzögerungen führen. "Durch die rechtliche Situation ist das momentan nicht abschätzbar", kann Zeuschel keine konkreten Angaben machen, wann die Bauarbeiten wieder aufgenommen werden. Im Idealfall spricht er von einem Zeitraum zwischen Mitte Juli bis Mitte August.

Abnahme für ersten Abschnitt

Die Abnahme für den ersten Bauabschnitt ist in dieser Woche erfolgt - laut Zeuschel "ohne Mängel". Dass die restlichen Bauarbeiten neu ausgeschrieben werden, hat mit den Streitigkeiten mit der bislang tätigen Baufirma zu tun. Nachdem es unterschiedliche Auffassungen über die Befestigung des Untergrundes gab, hatte das Bauamt den Vertrag mit der Firma gekündigt, was zu dem eingangs erwähnten Baustopp geführt hatte. Nachdem Gutachter am Werk waren, einigte man sich schließlich auf die Baufortsetzung durch das bereits tätige Unternehmen - allerdings nur für die nun abgeschlossenen Arbeiten und nach Übernahme des Baugrundrisikos, das normalerweise der Auftraggeber trägt.

Zu kleines Baufeld

Wie Zeuschel erklärt, sehen die restlichen Arbeiten die Bereiche von den Brücken bis zu den jeweiligen Einschleifungen der Straße auf beiden Seiten von Zeyern sowie den Straßenoberbau vor. Die Aufnahme dieser Arbeiten noch während am ersten Bauabschnitt gebaut wird, war laut Zeuschel nicht möglich. So hatte er bereits im November erklärt, dass hierfür das Baufeld zu klein sei.

Für die noch auszuführenden Arbeiten ist es laut Zeuschel erforderlich, unter anderem die Brücke über die Rodach zu befahren. Um die Brückenabdichtung während dieser Phase nicht zu beschädigen, wird eigens ein Flies mit einer Tragdeckschicht aus einem Asphalt-Sand-Gemisch aufgetragen. "Es wäre ja ein Schildbürgerstreich, wenn die Baufahrzeuge über die Brücke fahren und die Abdichtung beschädigen würden." Deshalb das Provisorium, das vor dem Aufbringen der abschließenden Asphaltschicht wieder entfernt wird.

Ende 2020

Ursprünglich sollte das 15,4 Millionen Euro teure Projekt bereits Ende 2019 fertiggestellt werden. Durch die Verzögerungen ist dieser Termin allerdings nicht zu halten. Aktuell gehen die Planer von Ende 2020 aus.

In Bezug auf den vierstreifigen Ausbau der B 173 zwischen Lichtenfels und der Landkreisgrenze nach Kronach gibt es laut Zeuschel für den Abschnitt zwischen Michelau und Zettlitz keine Anfechtungsklage mehr. Das heißt: Baurecht liegt vor. Allerdings fehlt aktuell noch die offizielle Baufreigabe vom Bund. Erst dann kann laut Zeuschel mit der Ausschreibung inklusive Einspruchsfrist begonnen werden. Sobald schließlich die Auftragsvergabe erfolgt ist, werden die Bauarbeiten im Bereich der Kreuzung in Zettlitz beginnen. Ob dies noch in diesem Jahr der Fall sein wird, hängt von einer schnellen Entscheidung in Berlin ab.