Kronach
Landtag

Enttäuschung bei den Kandidaten

Die Kandidaten von FDP und Grünen haben schlechter abgeschnitten als erwartet. Nur der Freie Wähler feierte sein Ergebnis.
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Die Wahlkampferverlierer sind enttäuscht (von vorne) Björn Cukrowski (FDP), Sebastian Herter (Freie Wähler), Helmut Wesolek (Grüne).  Foto: Matthias Hoch
Die Wahlkampferverlierer sind enttäuscht (von vorne) Björn Cukrowski (FDP), Sebastian Herter (Freie Wähler), Helmut Wesolek (Grüne). Foto: Matthias Hoch
Der FDP-Kandidat, der für den Stimmkreis Kronach-Lichtenfels ins Rennen ging, hatte keinen besonders guten Tag. "Ich rechnete eigentlich mit sechseinhalb bis sieben Prozent", erklärte Björn Cukrowski am Sonntagabend am Telefon. Seine Enttäuschung sei groß gewesen. "Es ist ein starker Paukenschlag. Mit so wenig hätte ich nicht gerechnet." Gerade einmal um die zwei Prozent konnte die FDP nach ersten Hochrechnungen für sich verbuchen. "Es ist mir unbegreiflich. Die CSU schafft es immer wieder, egal was sie sich leisten."

Er persönlich hat nicht damit gerechnet, dass er in den Landtag einzieht. "Ich stand auf Platz 3 der Liste. Da hätte ich um die zehn bis zwölf Prozent gebraucht. Das wäre schon eine große Überraschung geworden."


Kein Büroleiter mehr

Derzeit ist Cukrowski bei Thomas Hacker, dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der FDP, beschäftigt. Er leitet das Büro. Doch die FDP schnitt bayernweit schlecht ab. Das Büro wird es bald nicht mehr geben. "Die Verträge laufen noch bis März. Danach muss ich mich nach etwas Neuem umsehen." Der Politikwissenschaftler möchte in der Wirtschaft und einer Stiftung arbeiten.

"Da mache ich mir keine Sorgen. Das alles ist sehr schade und traurig, aber kein Beinbruch", sagt der FDP-Kandidat, der weiterhin in der Politik bleiben möchte. "Selbstverständlich. Da wäre ich sonst ein schlechter Demokrat", sagt Cukrowski und lacht am Telefon. "Das ist nicht mein Naturell."

Schon am Nachmittag hat er die ersten Trends gesehen und konnte sich auf das Ergebnis vorbereiten. Das sei auch dringend nötig gewesen, verrät er. "Damit einem nicht die Gesichtszüge entgleiten."
Cukrowski hofft, dass sich die Landtagskandidaten aus der Region stark für Kronach und Oberfranken machen. "Damit unser Kronach nicht wieder zurückfällt."


Herter ist sehr zufrieden

Bessere Laune hatte Sebastian Herter von den Freien Wählern. Er feierte sein Ergebnis zusammen mit Parteikollegen, Familie und Freunden. "Ich freue mich total. Knapp zehn Prozent der Erststimmen - das ist ein super Ergebnis, vor allem für einen so jungen Kandidat wie mich." Als Direktkandidat in den Landtag einzuziehen, damit habe er nicht gerechnet. "Das war klar, man muss ja realistisch bleiben. Ich habe mich nicht wegen des Mandats aufstellen lassen, sondern wegen der Herausforderung und der Erfahrung."

Bayernweit hat seine Partei nicht ganz so gut abgeschnitten: Mit unter neun Prozent haben die Freien Wähler leicht verloren. "Das ist natürlich schade. Stimmen verlieren ist nie schön, aber ich denke, wir haben trotzdem ein solides Ergebnis erreicht."

18 Sitze wird die Partei im Landtag haben. "Damit sind wir drittstärkste Kraft und können immer noch gut Politik machen. Ist also kein Beinbruch." Er selbst freut sich jetzt auf die Zeit ohne Wahlkampf. "Das war eine stressige Zeit, das kann sicher jeder andere Direktkandidat bestätigen. Jetzt gibt es erstmal nicht mehr jeden Abend Termine und ich kann wieder mehr Zeit mit meiner Freundin verbringen."

Politisch wird er allerdings aktiv bleiben. "Na klar mache ich weiter. Nächstes Jahr sind Kommunalwahlen und ich will mich auf jeden Fall aufstellen lassen."


Stimmung ist im Keller

Bei Helmut Wesolek ist die Laune auch im Keller. "Es ist eine kleine Katastrophe. Ich hatte mir viel mehr versprochen", sagte der Kandidat der Grünen.

Er ärgert sich über die CSU. "Die kann sich alle Skandale leisten und wird trotzdem gewählt." Wesolek befürchtet, dass die Energiewende nun langsamer oder gar nicht vorangeht. "Da wird kaum was passieren. Es fehlt ein Kollektiv. Das tut unserer Regierung nicht gut.

Er will sich weiterhin politisch engagieren. Doch seine Arbeit bei Greenpeace wird im Vordergrund stehen. "Hier kann ich mehr erreichen als in der Politik."

Ergebnisse der Direktkandidaten und Parteien in den fränkischen Stimmkreisen finden Sie unter wahlen.infranken.de. Auch Detailinformationen zu den Direktkandidaten finden Sie auf dieser Seite.

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