Steinbach am Wald
Kultur

"Entdecken, was verbindet"

Der Denkmaltag am Sonntag, 9. September, hat in diesem Jahr Steinbach am Wald als Zentrum.
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Zum Denkmal-Tag rückt die Kreisheimatpflege die Steinbacher Wehrkirche in das Blickfeld der interessierten Öffentlichkeit.  Foto: privat
Zum Denkmal-Tag rückt die Kreisheimatpflege die Steinbacher Wehrkirche in das Blickfeld der interessierten Öffentlichkeit. Foto: privat

Im Landkreis Kronach steht der Ort Steinbach am Wald im Mittelpunkt des diesjährigen Denkmaltags am Sonntag, 9. September. Dort richtet die Kreisheimatpflege am Nachmittag das offizielle Programm des Landkreises aus. Es steht unter dem Motto "Entdecken, was uns verbindet" und ist zugleich der Landkreis-Beitrag zum Europäischen Jahr des Kulturerbes 2018. Die Programmeröffnung nimmt Landrat Klaus Löffler um 14 Uhr in der Wehrkirche St. Johannes der Täufer vor. Eingeplant sind auch ein Grußwort von Bürgermeister Thomas Löffler und klangvolle Zwischendarbietungen des Musikvereins Steinbach am Wald.

Die Wehrkirche, deren Kernbau aus Chor und Langhaus um 1500 entstand, ist umgeben von Wassergraben und hoher Kirchhofmauer aus Bruchsteinen mit Schießscharten. Sie zählt zu den besonders interessanten ländlichen Kirchenbauten des Landkreises und wird am Tag des offenen Denkmals von Kreisheimatpfleger Dieter Lau als ein "sakrales Schatzkästlein unserer Heimat" vorgestellt.

"In der Geschichte der Wehrkirche spiegelt sich die wechselvolle Konfessions- und Herrschaftsentwicklung der facettenreichen fränkisch-thüringischen Kulturlandschaft wider", so Lau. Erläutern wird er auch bisher wenig beachtete Aspekte der Baugeschichte des Gotteshauses sowie die funktionale Gliederung und die Ausstattung des Sakralraums. Die Kirchenführung beginnt um 14.30 Uhr am Nordtor der Kirchhofmauer.

Um 15 Uhr folgt eine Exkursion ab der Wehrkirche durch den Ort Steinbach am Wald unter Führung von Kreisheimatpfleger Siegfried Scheidig. Passend zum Tagesmotto wird die berühmte Zeile aus Victor von Scheffels Rennsteig-Gedicht (1863) - "Was Menschen trennt, das muss sie auch verbinden" - unter lokalen Aspekten konkretisiert.

Zwei Welten treffen aufeinander

"Seit dem Mittelalter, also der Zeit der Besiedlung, treffen hier Welten aufeinander. Zwei mittelalterliche Gaue, zwei Bistümer, verschiedene Herrschaftsbereiche. Bedingt dadurch entstand eine markante Dialektgrenze und im Zuge der Reformation eine Konfessionsgrenze", so Scheidig. Zudem bilde der Kamm des Gebirges eine Wettergrenze und eine wichtige Wasserscheide der großen deutschen Flusssysteme.

Politische Umbrüche zu Beginn des 19. Jahrhunderts leiteten ein Zusammenwachsen ein, wenngleich kulturelle Unterschiede bis heute bestehen. Neue Verbindungen schufen die Wanderbewegung und die Romantiker des 19. Jahrhunderts. Der Rennsteig spielte dabei eine besondere Rolle. Der Bau der Eisenbahn in den 1880er Jahren schuf endgültig eine neue wichtige Verkehrsverbindung über das Gebirge. Die Verzahnung von Nord und Süd ist besonders gut auf der Wasserscheide an der Kreuzung von B 85 und Rennsteig zu erfassen.

Für den Rücktransport zur Wehrkirche wird ein Bus eingesetzt. Die Steinbacher Kirchen sind am Denkmaltag bis 17 Uhr geöffnet. Einladung ergeht an die Gesamtbevölkerung der Region und an alle ihre Gäste.



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