Kronach
Schule

Endlich raus aus den Containern! Kronacher Kaspar-Zeuß-Gymnasium wieder eingeweiht

So bunt und vielseitig wie das Schulleben am Kaspar-Zeuß-Gymnasium war auch die Wieder-Einweihungsfeier am Samstag.
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Am Ende des feierlichen Einweihungs-Tages durften die Besucher bunte Luftballons in den Himmel steigen lassen. Foto: Heike Schülein
Am Ende des feierlichen Einweihungs-Tages durften die Besucher bunte Luftballons in den Himmel steigen lassen. Foto: Heike Schülein
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Die Generalsanierung des Kaspar-Zeuß-Gymnasiums ist beendet! Sieben Jahre Bauzeit und 17 Millionen Euro kostete es, das Schulgebäude, die Unterrichtsräume sowie die technische Ausstattung in sechs Bauabschnitten auf den neuesten Stand zu bringen. Das freudige Ereignis wurde am Samstag gefeiert: am Vormittag mit geladenen Gästen im Kreiskulturraum, am Nachmittag mit einem "Tag der offenen Tür".

Der offizielle Festakt erfolgte als eine Art Talkshow. Talkmaster war der als Schauspieler und Moderator tätige ehemalige KZG-Schüler Holger Lappe. Mittlerweile in München beheimatet, erinnerte er sich gerne an seine Zeit am Gymnasium, an dem er 1992 das Abitur baute. "Seitdem hat sich die Welt komplett gedreht", befand er. Denn während man heute zum Handy greife, hätten sich damals lange Schlagen an der dortigen Telefonzelle gebildet.


"Bildung ist ein ganz harter Standortfaktor"

Dass sich mit der Welt auch die Anforderungen an die Schulen veränderten, machten vier Gesprächsrunden deutlich. Zu "Aus Alt mach Neu" nahmen auf der Couch der ehemalige Schulleitungs-Mitarbeiter Horst Pfadenhauer, Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz sowie die Architekten Herbert Müller und Werner Steiner Platz. Um Fachkräfte zu halten oder anzulocken bedürfe es eines entsprechenden Umfelds, erklärte Piwernetz: "Bildung ist ein ganz harter Standortfaktor."

Laut Pfadenhauer sei der Sanierungsabschluss ursprünglich für 2015 vorgesehen gewesen. Unvorhergesehene Mängel führten jedoch zu Verzögerungen. Stolz könne man darauf sein, die komplette Generalsanierung in einem Aufwasch durchgezogen zu haben. Dem schlossen sich die Architekten an. Ein Neubau hätte zwar wesentlich weniger Aufwand dargestellt, vorhandene Ressourcen dürfe man aber nicht einfach wegreißen. Zudem sei die Sanierung um ein Drittel billiger als ein Neubau gekommen.


Individualisierte Lernverfahren

Steiner rechnete die Kosten auf eine Nutzungsdauer von 40 Jahren um. Dabei ergibt sich 1,65 Euro pro Schüler am Tag. Der Talkrunde "Schule im Wandel - Schule modern" stellten sich Ministerialbeauftragter Harald Vorleuter, Schulleiterin Renate Leive, Personalratsvorsitzender Ralf Rüger und Seminarsprecherin Susanne Bähr. Ein rapider Umsturz in den vergangenen 50 Jahren habe nunmehr individualisiertere Lernverfahren bewirkt, so Vorleuter. Das Ziel sei es, Jugendliche zukunftsfähig zu machen. Stichwort: Digitalisierung.

Auch Leive bestätigte ein sehr schülerzentriertes Arbeiten. Die Schule vermittle Schülern die Kompetenz, sich neues Wissen aneignen zu können. Rüger und Bähr würdigten die hervorragenden Arbeitsbedingungen. "Wenn sich Lehrkräfte wohl fühlen, merkt man das im Unterricht", zeigte sich Rüger sicher. Über "Weltoffenheit und Engagement" sprach Lappe mit MdL Jürgen Baumgärtner, Elternbeiratsvorsitzenden Nikolaus Wiegand, dem Freundeskreis-Vorsitzenden Klaus Schneider sowie den Schülersprechern Nina Wenzig, Sophia Weiss und Christoph Ament. Baumgärtner verwies auf den "großen Geldbatzen", den man für die Sanierung von München habe holen können. Erfreulicherweise sei ein Paradigmenwechsel erfolgt, wodurch man beim Streben nach gleichwertigen Lebensbedingungen aufgeholt habe.


Ein großer Gewinn

Leive berichtete von vermehrten Eltern-Anfragen für Kinder mit besonderen Bedürfnissen. Zunächst habe man sich gefragt, ob man diesen gerecht werden könne. Dies könne man nunmehr bejahen. Für Schüler stelle die Inklusion einen großen Gewinn dar.

Sophia teilte diese Auffassung, werde man doch mit vollkommen neuen Lebenssituationen konfrontiert. Während die Schülersprecher zuerst die Container cool gefunden hätten, habe man schnell die Nachteile kennengelernt: im Sommer warm, im Winter kalt und die Toiletten weit entfernt! Man sei froh über die Rückkehr ins Schulgebäude. "Das schönste für mich an der Schule sind die Klassenzimmer", verriet Christoph. Wiegand und Schneider würdigten das gute Verhältnis mit der Schulleitung und das Mitspracherecht.


Tanzgruppe gewinnt bei den oberfränkischen Meisterschaften

"Kulturelles und Schule in Bewegung" war das Stichwort für Theatergruppen-Leiter Rainer Gräbner, seinen Vorgänger Hans-Jürgen Schmitt, Kunst-Fachbetreuer Christoph Dümlein und Sport-Fachlehrerin Petra Mahr-Richter. Schmitt erinnerte an tolle Aufführungen - besonders an Faust mit 300 Mitwirkenden. Gräbner lobte den neu geschaffenen Mehrzweckraum, in dem im Sommer Dürrenmatts "Der Physiker" aufgeführt werde. Dümlein freute sich diesbezüglich über die Mitwirkung seiner Fachschaft.

Mahr-Richter verwies auf große sportliche Erfolge in mehreren Sportarten mit sogar bayernweiten Topplatzierungen. "Die Sportstätten bedürfen einer gründlichen Renovierung", appellierte sie. Erfreulicherweise habe die Tanzgruppe am Mittwoch bei den oberfränkischen Meisterschaften mit der Choreographie "No Roots" Gold gewonnen. Den Siegestanz führte die Tanzgruppe ebenso auf wie eine weitere schmissige Tanzeinlage.


"Die Investition in Wissen bringt die besten Zinsen"

Verschiedene Ensembles sorgten für die musikalische Umrahmung. Zudem wurde der neue, von der Film-AG gedrehte, Imagefilm der Schule gezeigt. Die Gäste wurden von Landrat Klaus Löffler und Leive begrüßt. "Heute ist sehr großer Tag für den Bildungsstandort Landkreis Kronach", freute sich der Landrat. Dass der Landkreis seinen Bildungsauftrag ernst nehme, belegten seit dem Jahr 2000 getätigte Investitionen in Schulen über 44 Millionen Euro. Dennoch sei man noch lange nicht am Ende des Wegs.

Von den Sanierungskosten des KZG von 17,2 Millionen Euro wurden 12,5 Millionen als förderfähig anerkannt mit einem Zuschuss von sieben Millionen Euro. 500 Aufträge wurden vergeben, davon 100 europaweit. "Die Investition in Wissen bringt die besten Zinsen", zeigte sich der Landrat sicher. Dass die bei laufendem Schulbetrieb erfolgte Generalsanierung allen viel abverlangte, bestätigte Leive. Mit der unbedingten Bereitschaft zur Kooperation habe man die lange und harte Zeit aber gut gemeistert. "Wir sind stolz, nun eine der am besten ausgestatteten Schulen ganz Bayerns zu haben - mit passgenau zugeschnittenen Lösungen", sagte sie zufrieden.


Aktionen und Mitmachgelegenheiten

Den kirchlichen Segen erbaten Dekanin Dorothea Richter und Regionaldekan Thomas Teuchgräber. Beide würdigten das wunderbare Ergebnis und dankten Gott für den unfallfreien Bauverlauf. Beim Schulfest in Verbindung mit einem "Tag der offenen Tür" nutzte eine überwältigende Besucherschar die Möglichkeit, das neue Schulhaus zu erkunden.

Dabei wurden ihnen viele Aktionen und Mitmachgelegenheiten geboten. Unter anderem Schulhausführungen, eine digitale Schnitzeljagd, physikalische Experimente, Chemie-Vorführungen und künstlerische Aktivitäten. Bei einer großen Tombola gab es wertvolle Sachpreise sowie einzigartige Erlebnisse zu gewinnen. Die Fachschaft Musik sorgte für mitreißende Unterhaltung.
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