Pressig
Startschuss

Endlich "grünes Licht" für Rothenkirchener Kindergartenprojekt

Der Marktgemeinderat Pressig stimmte dem Umbau, der Erweiterung und Teilsanierung des katholischen Kindergartens St. Franziskus Rothenkirchen einmütig zu.
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Der Kindergarten St. Franziskus Rothenkirchen wird im nördlichen Bereich durch einen Anbau um rund 200 Quadratmeter erweitert. Die Parkplätze rechts im Vordergrund werden dann überbaut. Foto: Karl-Heinz Hofmann
Der Kindergarten St. Franziskus Rothenkirchen wird im nördlichen Bereich durch einen Anbau um rund 200 Quadratmeter erweitert. Die Parkplätze rechts im Vordergrund werden dann überbaut. Foto: Karl-Heinz Hofmann

Der Marktgemeinderat (MGR) Pressig fasste bei seiner Sitzung am Montag im Rathaus wichtige Beschlüsse in Sachen Sanierung, Umbau und Erweiterung des Kindergartens St. Franziskus in Rothenkirchen. Die Eltern können nach einer langen Vorgeschichte nun endlich Hoffnung schöpfen, dass die längst notwendige Maßnahme ausgeführt wird.

Nach einleitenden Worten von Bürgermeister Hans Pietz (FW) erörterte Architekt Kersten Schöttner das ausgearbeitete Konzept. Das Gemeindeoberhaupt blickte dann nochmals zurück. In den Sitzungen vom 9. April und 23. Juli 2018 hatte das Gremium beschlossen, den Umbau und die Erweiterung des Kindergartens zusammen mit der katholischen Kirchenstiftung zu realisieren. Damals lag eine Kostenschätzung von circa 250 000 Euro vor. Auf dieser Basis begann das Architekturbüro Schöttner, die Planung auszuarbeiten.

Umplanung wurde notwendig

Dann änderte sich im Herbst 2018 das Raumprogramm für Kindergärten, mit der Folge, dass alles wieder umgeplant wurde, da zusätzlich geforderte Räumlichkeiten aufgenommen werden mussten. Ursprünglich erstreckte sich die Planung auf 122 Quadratmeter, die neue Planung sieht 202 Quadratmeter an Erweiterung vor. Dadurch ergibt sich eine Kostensteigerung für den Anteil des Marktes Pressig auf 398 261,16 Euro.

Dem Um- und Anbau des Kindergartens St. Franziskus Rothenkirchen liegt ein Bedarf von zwei Regelgruppen mit je 25 Plätzen und einer Krippengruppe für Kinder unter drei Jahren mit zwölf Plätzen zugrunde. Diesen Bedarf musste der MGR per Beschluss anerkennen. Es folgte dann auch der einstimmige Beschluss, für den Kindergarten St. Franziskus Rothenkirchen diese 62 Plätze als bedarfsnotwendig anzuerkennen.

Erweiterung: 200 Quadratmeter

Architekt Schöttner informierte ausführlich über die schwierige Situation, mit begrenzten Grundstücksplatzverhältnissen den gesetzlichen Vorschriften nachzukommen. Dennoch erreiche man eine Erweiterung um rund 200 Quadratmeter auf insgesamt 429 Quadratmeter Nutzfläche durch einen Anbau im Norden des bestehenden Kindergartens. Hier werde auch ein neuer Eingang mit Kinderwagenstellplätzen entstehen.

Für die berechneten Gesamtkosten von rund 1,37 Millionen Euro werde man die größtmögliche Förderung anstreben. Dies bedeute zum Beispiel für den Anbau (867 000 Euro) für zuwendungsfähige Kosten von 812 000 Euro einen Zuschuss von 544 000 Euro (67 Prozent). Insgesamt dürfe man mit Zuwendungen von rund 970 000 Euro rechnen, so dass der Eigenanteil des Marktes Pressig bei rund 400 000 Euro liege.

Das Gremium stimmte dem Umbau, der Erweiterung und Teilsanierung des katholischen Kindergartens St. Franziskus Rothenkirchen aufgrund der vorliegenden Planung und der dazugehörigen aktualisierten Kostenberechnung einmütig zu. Der Markt Pressig trägt somit die gesamten Umbau-, Sanierungs- und Erweiterungskosten. Von den zusätzlich notwendigen Umbaukosten der Auslagerung des Kindergartens trägt der Markt Pressig 50 Prozent.

Der Markt stellt den notwendigen Zuschussantrag bei der Regierung von Oberfranken. Bauträger ist die katholische Kirchenstiftung Rothenkirchen.

Zur weiteren Vorgehensweise sagte Schöttner, es müssten bis 31. August die Förderanträge bei der Regierung sein. Es müsse ein passendes Ausweichquartier für die Bauphase gefunden werden. Dann folgten Bauantrag, Ausschreibungen, Vergaben und die Baudurchführung. Baubeginn könne frühestens im Frühjahr 2020 sein, die Bauzeit werde ein Jahr betragen, so dass im Sommer 2021 mit einer Fertigstellung gerechnet werden könne.

Trotz des einstimmigen Beschlusses hakte Martin Welscher (FW) nochmals nach und meinte, es handle sich um überzogene Kosten. Ein Neubau wäre günstiger gewesen, rechnete er vor.

"Diskussion kommt zu spät"

Zweiter Bürgermeister Wolfgang Förtsch (SPD) meinte, diese Diskussion komme zu spät, die Planung sei gelaufen und das Gremium habe deutliche Signale gegeben, den Kindergarten zu erhalten und zusammen mit der katholischen Kirchenstiftung die Erweiterung, den Umbau und die Sanierung zu realisieren.

Reinhold Heinlein und Dritter Bürgermeister Klaus Dressel (CSU) sprachen von einem wichtigen Schritt. Die Eltern wüssten jetzt nach langer Ungewissheit, dass sie sich auf dieses jetzt verabschiedete Konzept verlassen können.

Klaus Dressel stellte außerdem die Frage, was bei einem Neubau mit dem bisherigen Kindergarten geschehen sollte. Die Möglichkeiten habe man in den vergangenen zwei Jahren vielfältig geprüft und diskutiert. Man müsse sich nun vor Augen führen, dass es keine Alternative gebe.

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