Laden...
Teuschnitz
Trinkwasser

Ende des Wasserstreits mit Teuschnitz in Sicht

In der jahrelangen Auseinandersetzung um die Kosten für die Sanierung von Leitungen gibt es laut FWG-Vorsitzendem Jürgen Baumgärtner einen Durchbruch.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Zukunft der Trinkwasserwasserversorgung bewegt die Bürger in Teuschnitz und seinen Stadtteilen.  Symbolfoto: Oliver Berg, dpa
Die Zukunft der Trinkwasserwasserversorgung bewegt die Bürger in Teuschnitz und seinen Stadtteilen. Symbolfoto: Oliver Berg, dpa

Ist es nun Zufall oder nicht? Seit Jahren streiten sich die Stadt Teuschnitz und der Wasserzweckverband Frankenwaldgruppe (FWG) über die Kosten der Wasserleitungssanierungen in den Ortsteilen Haßlach und Rappoltengrün. Nun, drei Wochen vor den Kommunalwahlen, gelang ein Durchbruch. Am Freitagabend wird im Rahmen einer Wahlkampfveranstaltung der Freien Wähler Teuschnitz der Vorsitzende der FWG, Jürgen Baumgärtner, über das Thema Wasser und den Kurs der FWG berichten. Die Veranstaltung findet um 19 Uhr im Schützenhaus in Haßlach statt.

Wie Jürgen Baumgärtner vorab erläuterte, habe ein konstruktives Gespräch mit dem CSU-Vorsitzenden Stefan Raab stattgefunden. Er sei erleichtert, dass von Teuschnitzer Seite nun ein Gegenvorschlag zur Sanierung der Wasserleitungen gemacht worden sei. Es soll nun ein "Rauskauf" der Teuschnitzer aus der Frankenwaldgruppe geprüft werden. Diese Aufgabe soll ein Büro übernehmen. Er begrüße es, dass somit ein Durchbruch beim Thema Wasserversorgung erzielt wurde und eine Lösung in Sicht sei.

Wenn die Teuschnitzer sich für einen "Rauskauf" aus der FWG entscheiden, dann habe er nichts dagegen einzuwenden. Voraussetzung sei allerdings, dass ein möglicher Austritt der Teuschnitzer aus der FWG mit keinerlei Nachteilen für die Gemeinden und Haushalte, die ihr Wasser von der FWG beziehen, verbunden ist.

Die Ängste der Bürger

"Das Wasser ist ein heikles Thema", so der Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler, Frank Jakob. Und er fragt, warum man sich nicht eher aufeinander zu bewegt habe. Er habe zwar einige Informationen aus der Zeitung gelesen, aber bei ihm stünden zu viele Fragen offen. Bisher hatte er kein Stadtratsmandat inne und sei somit nicht bei der Auseinandersetzung von Stadt und FWG involviert gewesen. Er habe in den letzten Wochen festgestellt, dass das Wasser die Leute bewegt. Teilweise hätten die Bürger in den beiden betroffenen Stadtteilen Haßlach und Rappoltengrün die Befürchtung, hohe Summen neben den bereits hohen Wasserpreisen in Leitungen investieren zu müssen. "Ich habe gemerkt, da besteht noch viel Unsicherheit!"

Deshalb habe er auch den Vorsitzenden gebeten, vor Ort einen aktuellen Sachstand zu geben. "Mir geht es um verlässliche Informationen und um Zahlen!" Danach könne man über den weiteren Weg diskutieren. Aber die Sache mit dem Wasser müsse nun in einem angemessenen Zeitraum ein Ende finden. Lobende Worte findet er auch gegenüber dem Vorsitzenden der FWG. Baumgärtner habe mit der Anerkennung der FWG als Härtefall vieles erreicht.

"Wir haben nicht gedacht, dass das Thema Wasser für die Bürger so ein Anliegen ist", räumt der Teuschnitzer CSU-Vorsitzende und Stadtrat Stefan Raab ein. "In den letzten Monaten ist das Wasserthema etwas eingeschlafen", gibt er zu. Bei einer Wahlveranstaltung in Haßlach seien sie eines Besseren belehrt worden. Die Diskussion um das Wasser stand deutlich im Vordergrund.

Klarheit ist gefordert

Klar sei geworden: "Wir müssen nun handeln, die Bürger wollen Klarheit!" Er spricht von einer schwierigen Situation, denn die Teuschnitzer zahlen unterschiedliche Wasserpreise. Die Kernstadt und Wickendorf werden von der FWO versorgt, Haßlach und Rappoltengrün von der FWG. Raab rechnet mit rund 5000 Euro an Kosten für das Ingenieurbüro. Nach Absprache mit dem Vorsitzenden werden sowohl die Stadt als auch die FWG jeweils 50 Prozent übernehmen.

Der Plan sei, dass das Büro konkrete Zahlen ermittle und Auskunft darüber geben könne, welche Variante besser sei: ein Rauskauf oder die von der FWG festgelegte Option, die Bürger mit zusätzlichen 108 Euro pro Jahr an Grundgebühren zu belasten und einer Investitionsumlage in Höhe von rund 38 000 Euro pro Jahr (gilt für die nächsten 22 Jahre) von der Stadt. Nach dem Abschlussbericht sollen die Bürger für eine Entscheidungsfindung mit ins Boot geholt werden. Er sei ebenso wie sein CSU-Bürgermeisterkandidat Stephanus Neubauer, erleichtert, dass die Streitereien beendet sind und die einst von der Stadt erwogene Klage gegen die FWG wegen Wasserzulieferungen (wir berichteten) vom Tisch ist, sagte Raab.

Nach den Ergebnissen des Büros und einer Bürgerversammlung werde die Stadt sich dann entscheiden, ob sie die FWG verlässt oder die Investitionsumlage aufbringt. Für ihn geht es auch darum: "Wir können nun den Bürgern eine Alternative bieten!"

"Das Thema soll so schnell wie möglich vom Tisch!", meint die SPD-Bürgermeisterkandidatin Karin Bayer. Sie hofft auf eine endgültige und für die Bürger erträgliche Lösung noch vor Beginn der neuen Wahlperiode.

Auch Daum hofft auf Einigung

Und auch die Bürgermeisterkandidatin der Wählergruppe "Menschen im Mittelpunkt" und Stadträtin Susanne Daum hofft nach jahrelangen Querelen auf eine Einigung. Sie wisse um die Bedeutung, die das Thema Wasser in der Stadt habe. Letztendlich komme sie aus Rappoltengrün und sei deshalb direkt betroffen. Der CSU-Bürgermeisterkandidat Stephanus Neubauer war leider für eine Stellungnahme trotz mehrmaliger Versuche nicht erreichbar.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren