Kronach
Freizeit

Eine neue Skater-Rampe für den Kronacher "Struwwelpeter"

Jugendliche des "Struwwels" bauten mit Schülern der Pestalozzi-Schule Kronach eine neue Skater-Rampe. Fachliche Hilfe erhielten sie von der Schreinerei Stöckert, finanzielle vom Kiwanis Club Kronach-Frankenwald.
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Die Rampenbauer sind zufrieden mit ihrem Werk. Heike Schülein
Die Rampenbauer sind zufrieden mit ihrem Werk. Heike Schülein

Sägen, schrauben, bohren, messen: Eine Woche lang tauschten Jugendliche des "Struwwels" und der Kronacher Pestalozzi-Schule Skateboard und Knieschoner gegen Akkubohrer, Hammer, Wasserwaage und Co. Mit großem Eifer und handwerklichem Geschick zimmerten sie nachmittags eine hölzerne Skater-Rampe für die Scheune des Jugend- und Kulturtreffs. Zuvor hatten sie gemeinsam die alte Schanze abgebaut.

Die Anlage war 2012 von Jugendlichen gebaut worden. "Es stellte sich aber heraus, dass sie etwas zu hoch angelegt war. Deshalb war sie für nicht ganz so geübte Fahrer nicht so gut geeignet", erklärte "Struwwel"-Leiter Samuel Rauch. Die neue Schanze habe man deutlich niedriger gebaut, damit sie auch Einsteigern gerecht werde.

Die Idee beziehungsweise der Anstoß hierfür kam vom erfahrenen, in der Szene bekannten Skater Michael Jungkunz. Es folgten erste Gespräche mit der Schreinerei Stöckert, deren Inhaber Markus Stöckert Präsident des Kronacher Kiwanis-Clubs ist. Da dem Serviceclub insbesondere Projekte in Verbindung mit jungen Leuten am Herzen liegen, regte Stöckert dort die Übernahme der Materialkosten an. Zudem entwickelte man die Idee, dass sich die Pestalozzi-Schule in die Umsetzung einbringen könnte. Schulleiter Stefan Mück, ebenfalls Kiwanis-Mitglied, war davon gleich sehr angetan - und so war die Projektidee geboren.

Da das Projekt als Berufsvorbereitungsmaßnahme für Schüler der 8. und 9. Klasse der Pestalozzi-Schule durchgeführt wurde, wurden die Lohnkosten fast vollständig im Rahmen eines Förderprogrammes von der Regierung von Oberfranken übernommen. Das Projektentspreche - so Rauch - genau der Wunschvorstellung des "Struwwels": "Die Idee entstand nicht nur von Jugendlichen, sondern sie haben auch selbst mit angepackt und sie umgesetzt." Zugleich vermittle die gemeinsame Aktion mit der Pestalozzi-Schule Sozialkompetenzen wie Teamwork, Rücksichtnahme und Zusammenhalt. Sie fördere handwerkliche Fertigkeiten und mache vielleicht auch Lust, später einmal einen Beruf in dieser Richtung zu ergreifen.

Rauch ist sicher, dass die jungen Leute einen anderen Bezug zu etwas Selbstgebauten hätten. Dem Struwwel enstanden durch die neue Rampe keine Kosten; lediglich die Verpflegung der Schanzenbauern übernahm man. Ohne Eigenleistung wären Projektkosten in Höhe von rund 5000 Euro angefallen.

Die praktischen Arbeiten der Schanze erfolgten unter fachkundiger Anleitung von Schreiner Heiko Trapper von der Schreinerei Stöckert. Michael Jungkunz steuerte viele Tipps bei. Die Koordination seitens des Struwwels oblag dem Studenten für Soziale Arbeit, Aaron Köhr. Am Projekt beteiligten sich insgesamt 14 Schüler der Sonderpädagogischen Diagnose- und Werkstattklassen (SDW). Die Oberstufen-Schüler sollen an schulischen und außerschulischen Lernorten Berufswahl- und Ausbildungsreife erwerben, wofür dieses Projekt nach Dafürhalten des Sonderschulrektors "geradezu prädestiniert war".

Dabei sind keineswegs alle Rampenbauer auch Skateboarder. Dennoch meinten sie, dass ihnen die Aktion viel Spaß gemacht habe und sie viel dabei gelernt hätten. Man schaffe damit etwas Bleibendes, worauf man stolz sein könne.

Zudem habe man neue Freundschaften schließen können. Einige der Schüler sind regelmäßig im "Struwwel", um Freunde zu treffen. Andere wiederum waren zum ersten Mal dort, wollen nun aber öfters kommen - beispielsweise, um hier Hausaufgaben zu machen oder natürlich auch für viele "tollkühne Luftsprünge" auf der neuen tollen Rampe.

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