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Kronach
Verabschiedung

Eine "Macherin" geht in den Ruhestand

Am Donnerstag wurde die Leiterin der Lucas-Cranach-Schule Kronach, Anita Neder, nach 16 Jahren im Amt in den Ruhestand verabschiedet.
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Thomas Hauptmann (links) und Joachim Feulner bedachten Anita Neder mit originellen Geschenken.Heike Schülein
Thomas Hauptmann (links) und Joachim Feulner bedachten Anita Neder mit originellen Geschenken.Heike Schülein
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"Es war mein Traumberuf - der schönste Beruf der Welt, der mich mit Freude erfüllt hat. Ich bin jeden Tag gerne in die Schule gegangen ", sagte Neder. Jede Menge Emotionen gab es bei der fröhlich-bunten Abschiedsfeier von der beliebten Pädagogin, mit der die Lucas-Cranach-Schule ein Stück Herzblut verliert. Da wurde gedrückt, umarmt und auch die ein oder andere Träne verdrückt.

Neben der kompletten Schulfamilie hatten sich hierzu auch viele Ehrengäste in der Aula der Schule eingefunden. 42 Jahre leistete Anita Neder Dienst für den Freistaat Bayern in der Schule, davon die letzten 16 Jahre als Rektorin. Ihren Anfang fand deren beeindruckende Berufslaufbahn mit dem Lehramtsstudium an der Universität Würzburg. Berufliche Stationen führten sie an die Schulen nach Küps, Hof, Rothenkirchen und schließlich nach Kronach.

Während ihrer Berufslaufbahn suchte sie immer nach zusätzlichen beruflichen Herausforderungen. Sie absolvierte die Ausbildung zur "Qualifizierten Beratungslehrerin" und studierte an der Universität "Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt". Nach dem Abschluss übte sie vier Jahre die Tätigkeit der Schulpsychologin im Schulamtsbezirk Kronach aus und wurde zur Beratungsrektorin befördert. Im September 2002 wurde sie zur Schulleiterin an der Lucas-Cranach-Schule ernannt, ein Jahr später zur Rektorin.


Immer ein offenes Ohr

"Lehrer tragen eine immense Verantwortung", zeigte sich Schulamtsdirektorin Gisela Rohde sicher. Sie seien Vermittler, Erzieher, Berater, trügen zur Entwicklung des Schulprofils bei und gestalteten die Gesellschaft prägend mit. Anita Neder habe Verantwortung für 500 Schüler getragen - aber auch für deren Lehrkräfte. Hierfür bedürfe es eines hohen Maßes an Flexibilität, dem die Rektorin mit Bravour gerecht geworden sei.Die Ausübung ihres Berufs sei für sie Berufung gewesen. Dabei habe sie immer ein offenes Ohr für Schüler, Eltern und Lehrer gehabt - mit einer Kombination aus aufrichtiger Freundlichkeit und Konsequenz. Bei alledem habe sie sich stets durch Menschlichkeit ausgezeichnet und die Kinder in den Mittelpunkt gestellt.


Bauliche Großprojekte

Die Urkunde für die Versetzung in den Ruhestand hatte Rohde ihr bereits am 17. Juli übergeben. Herzliche Worte des Abschieds fanden auch Konrektorin Kerstin Benos, Kronachs Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein sowie Personalratsvorsitzender Reinhard Horn. Benos dankte Neder namens der Lehrerschaft wie auch ganzprivat dafür, dass sie sich immer Zeit für ihre Belange genommen habe. Zum Abschied wünschte sie ihr, sie möge es schaffen, Glück und Zufriedenheit auch in der Ruhe zu finden. "Ich habe mich so an Sie gewöhnt. Die Schule ist für mich ohne Sie noch nicht vorstellbar", gestand Beiergrößlein, der die zehnjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit würdigte. Dabei blieben ihm vor allem die beiden baulichen Großprojekte Generalsanierung der Schule und Umgestaltung der Außenanlagen in Erinnerung. "Die rosa Schweinchenschule wurde zur modernen Inklusionsschule", lobte er.

Auch auf die schwere Entscheidung der Schließung der Grundschulen in Neuses und Gehülz blickte er zurück. Die neu hinzukommenden Schüler seien von Anfang an prima integriert worden. Ein Highlight sei der Besuch des damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck an der Schule gewesen.
"Du hast Schule gelebt und du hast Spuren hinterlassen", verdeutlichte Horn und erwähnte in diesem Zusammenhang die Einführung der Gebundenen Ganztagesschule und der bilingualen Grundschule.


Alle sollen schwimmen können

Alles Gute für den Ruhestand wünschten auch Elternbeiratsvorsitzender Joachim Feulner namens des Gremiums sowie Dominika Baier seitens der für die Mittagsbetreuung an der Schule verantwortlich zeichnenden gfi. "Es war dein Ziel, dass kein Kind, ohne schwimmen zu können, die Schule verlässt", würdigten Richard und Marliese Bär vom DLRG-Kreisverband Kronach. Hierfür habe man gemeinsam das Projekt "Sichere Schwimmer" durchgeführt, aber auch Baderegel- und Eisregel-Trainings. In Würdigung ihrer Verdienste im Bereich der Ausbildung überreichte ihr da sEhepaar die DLRG-Leistungsnadel.

Das Kollegium und die Schüler hatten eine Reihe fröhlicher und lustiger Beiträge vorbereitet. So durfte sich die Schulleiterin nicht nur über viele warme Worte und originelle Geschenke freuen, sondern auch über maßgeschneiderte Musikeinlagen und sogar über ein kleines Theaterstück der Schulspielgruppe, bei dem Hoffnung, Fleiß, Zaster und Glück miteinander wetteiferten, wer denn von ihnen am wichtigsten sei. Durch das bunte Programm führten die Schüler Felix Blinzler und Nele Sünkel.


"In Gotts Noma"

Sichtlich gerührt bedankte sich Neder für die ihr entgegengebrachte Wertschätzung. Es war ihr ein Herzensanliegen, sich bei allen Weggefährten zu bedanken. Hierzu zählte die gesamte Schulfamilie mit allen Lehrern und Mitarbeitern sowie natürlich die Schüler, die in vielen Dingen ihr Herz berührt hätten. Vor allem aber dankte sie Gott. So habe sie jedes Schuljahr"In Gotts Noma" begonnen und immer, wenn sie mit dem Fahrrad an der Nikolauskapelle vorbeigefahren sei, um den Segen Gottes für die Schule und alle Kinder gebeten. Damals, als sie ihre Prüfung abgelegt habe, habe der damalige Schulrat zu ihr gemeint, mit ihren Noten würde nie etwas aus ihr werden. "Aber ich wollte Lehrerin werden", verdeutlichte sie. Der Entschluss hierzu sei in ihrer Grundschulzeit in Vogtendorf gereift.

Schulleiterin zu werden, daran habe sie aber lange Zeit keinen Gedanken verschwendet - erst, als der damalige Konrektor Fritz Bayer ihr eine Bewerbung angetragen habe. "Das war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte", meinte sie rückblickend und dankte in diesem Zusammenhang auch ihrer Familie für ihr Verständnis in all den Jahren. "Wir sind die modernste Grundschule in Oberfranken, vielleicht auch in Bayern. Aber ganz sicher, sind wir die schönste", meinte sie bewegt. Sie gehe nicht mit "Hurra". Aber, wenn etwas aufhöre, fange auch etwas Neues an. Die wunderschöne Zeit werde sie immer im Herzen tragen.