Kronach
Hausbau

Eine Familie lässt in Neuses ihren Wohntraum aus Holz wahr werden

Rückkehrerin Miriam Lebok und ihr Ehemann Michael Bender haben in Neuses ein Massivholzhaus errichtet, das in der Region einmalig ist. Nun wurde es zertifiziert und in die "Architektouren 2019" eingebunden.
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In Neuses ist ein nicht alltägliches Haus entstanden, das ein Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit ist. Foto: Michael Bender
In Neuses ist ein nicht alltägliches Haus entstanden, das ein Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit ist. Foto: Michael Bender
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Eine scharfe Optik, Fenster, die in Größe und Anordnung aus der Reihe tanzen, eine Außenhaut aus grauem Holz, eine Terrasse, die Garagen beherbergt und gleichzeitig eine Brücke zwischen Häusern und Generationen schlägt. Am Ortseingang von Neuses zieht ein Haus die Blicke auf sich, das überhaupt nicht ins Schema F passt. Aber wenn eine Familie die Köpfe zusammensteckt, in der gleich drei Personen beruflich mit der Architektur verbunden sind, muss wohl etwas Besonderes entstehen.

Nachhaltigkeit leben

Die Ansicht des Gebäudes wirkt ungewohnt, das Innere steht dem aber in nichts nach. Unterhalb von moderner Photovoltaik und versteckten Dachrinnen wartet dort ein offenes und ideenreiches Wohnen: weite Holzdecken ohne tragende Elemente inmitten des Raumes, großflächige Fenster, die zugleich Sitzgelegenheiten bieten, ein Flur mit Ausblick, der zum Schmökern im Schein der Abendsonne einlädt, und ganz individuell gestaltete Kinderzimmer mit Emporen. Allerdings ging es den Bauherren in ihren Planungen nicht nur um das Nutzungskonzept.

"Viele reden über Nachhaltigkeit und ökologisches Bauen. Wir haben uns aber gesagt, wenn wir das machen, dann richtig - und wir wollten es durchaus auf die Spitze treiben", blickt Miriam Lebok auf die Entscheidung für ein Massivholzhaus zurück, das es in dieser Art in weitem Umkreis kein zweites Mal gibt. Zusammen mit ihrem Mann Michael Bender und ihrem Vater Winfried Lebok wurde das Projekt in Angriff genommen, bei dem ein besonderes System von individuell zusammensetzbaren Brettsperrholz-Bauteilen der Firma Lignotrend zum Einsatz kam. Mit Erfolg.

Im Dezember 2018 wurde das Haus in Neuses fertiggestellt. Inzwischen ist es für seine Bauweise zertifiziert und ein Vorzeigeobjekt mit 181 Quadratmetern Nutzfläche. Deshalb wird es bei den "Architektouren 2019" der Bayerischen Architektenkammer am 29. und 30. Juni (jeweils von 14 bis 16 Uhr) zur Besichtigung offen stehen.

Nach 20 Jahren in der Ferne kehrte die zweifache Mutter Miriam Lebok nicht nur in die Nachbarschaft ihrer Eltern heim, um das Architekturbüro des Vaters zu übernehmen, sondern sie ließ auch ihren Wohntraum wahr werden.

Zertifizierung erreicht

So wurde der Gedanke der drei Generationen in zwei Häusern auf einem Grundstück Realität. "Die Idee einer Großfamilie - deren Charme kann man nachvollziehen, wenn man jahrelang in Darmstadt gelebt hat", erklärt Michael Bender. Dort war jedes ungeplante Ereignis für das berufstätige Paar eine Herausforderung. Das zeitliche Familienmanagement war stellenweise sehr schwierig. In Neuses ergänzen sich die Generationen und schließen so die Lücken im Alltag.

Um das nachhaltige Haus entstehen zu lassen und die Zertifizierung zu erreichen, mussten viele Hürden genommen werden. "Anstriche, Lacke, Kleber, Dämmstoffe - da merkt man erst, was für eine Herausforderung das ist", sagt Miriam Lebok mit einem Schmunzeln zur nicht immer einfachen Suche nach geeigneten Werkstoffen fürs nachhaltige Wohnen. Aus ihrer Sicht hat sich der Aufwand aber gelohnt. Schließlich ist ein echter Hingucker mit Wohlfühlcharakter entstanden.

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