Kronach
Jugendhilfeausschuss

Eine App soll Eltern unterstützen

Eine Familien-App hat der Jugendhilfeausschuss befürwortet. Über das Smartphone sollen Eltern Informationen zu Erziehungsfragen bekommen.
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Franziska Neumann stellte im Jugendhilfeausschuss ein neues Konzept für eine Familien-App des Landkreises Kronach vor. Die App soll ab Mitte des Jahres erreichbar sein.  Foto: Karl-Heinz Hofmann
Franziska Neumann stellte im Jugendhilfeausschuss ein neues Konzept für eine Familien-App des Landkreises Kronach vor. Die App soll ab Mitte des Jahres erreichbar sein. Foto: Karl-Heinz Hofmann

Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Kronach tagte am Mittwoch unter Leitung des Landratsstellvertreters Gerhard Wunder im Landratsamt Kronach. Über ein neues Projekt informierte ausführlich Franziska Neumann. Es geht um die Einführung einer Familien-App für den Landkreis Kronach, mit der Familien bei Erziehungsfragen unterstützt werden sollen.

Die App ist auf den Informationsbedarf von Eltern ausgelegt und beruht auf vier Säulen. Das "Familien-ABC - Eltern wissen mehr" über Veranstaltungen, Wissenswertes für Eltern, Videos für Eltern und Downloads.

Dem Konzept zur Familien-App ist zu entnehmen, dass mehr als 90 Prozent der über 14-Jährigen das Internet benutzen und 77 Prozent davon täglich. Das Internet und damit einhergehend das Smartphone ist folglich zum wichtigsten Medium geworden, um Familien zu erreichen. Auch das Jugendamt allgemein und die Frühen Hilfen im speziellen können und sollten diesen Vorteil nutzen, ist die Meinung des Jugendamtes.

Nutzung ab dem Sommer

Daher fasste der Jugendhilfeausschuss den Beschluss: Der Jugendhilfeausschuss befürwortet die Anschaffung der Familien-App für den Landkreis Kronach. Die Verwaltung des Kreisjugendamtes wurde ermächtigt, eine auf diesen Zweck gerichtete Nutzungsvereinbarung mit dem Entwickler Toxinlaps abzuschließen. Die Vereinbarung gilt zunächst für drei Jahre. Im Jugendhilfehaushalt wurden für 2019 insgesamt 7 000 Euro angesetzt. Der Beginn der Nutzung ist für Juni/Juli 2019 vorgesehen.

Das Kinder- und Jugendhilferecht schreibt die Errichtung eines zweigliedrigen Jugendamts vor. Das besteht zum einen aus dem Jugendhilfeausschuss, dem neben Kreistagsmitgliedern auch weitere bestellte Mitglieder angehören, und zum anderen aus der Verwaltung mit den Mitarbeitern des Jugendamtes. Die Aufgaben seien sehr vielschichtig. Von Erzieherischen Hilfen über Erziehungsberatung, Heimunterbringung bis zu finanziellen Hilfen Präventionsmaßnahmen. Immerhin lasse sich dies der Landkreis Kronach annähernd fünf Millionen Euro kosten, wie aus dem vorgestellten Haushaltsplanentwurf für 2019 und rückblickend auf das Haushaltsergebnis 2018 festzustellen war.

Staat zahlte zurück

In die Zahlen führte Stefan Schramm ein. Der Haushalt 2018 hatte gegenüber den geplanten Einnahmen von 1 647 600 Euro tatsächliche Einnahmen von 2 361 342 Euro und hatte dadurch 77 945 Euro weniger Zuschussbedarf, nämlich nur 2 486 955 als die geplanten 3 264 900 Euro. Ein erheblicher Teil der Einsparungen sei auf Rückzahlungen des Staates für die Unterbringung von 15 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zurückzuführen, sagte Schramm. Das Geld wurde vom Landkreis vorgestreckt und es bedurfte enormen Arbeitsaufwand dies gesetzesentsprechend geltend zu machen.

Der Haushaltsplanentwurf 2019 sieht eine Steigerung um 24,3 Prozent vor. Dem Kreisausschuss und Kreistag werden daher zur Annahme empfohlen: Einnahmen 1 375 900 Euro und Ausgaben 6 023 100 Euro ergibt einen Zuschussbedarf von 4 647 200 Euro für 2019.

Im weiteren Verlauf der Sitzung informierten Eva Wicklein und Lisa Gratzke über die Kommunale Jugendarbeit im Landkreis Kronach. Die Kommunale Jugendarbeit trägt die Gesamtverantwortung für die Entwicklung der Jugendarbeit im Landkreis Kronach. Die beiden Kommunalen Jugendpflegerinnen arbeiten sehr eng mit dem Kreisjugendring zusammen, betonten sie.

Rücklaufquote beträgt elf Prozent

Ein erster Baustein mit der Befragung von Bürgermeistern im Landkreis sei abgeschlossen. Es laufe seit Anfang März eine Befragung von Jugendlichen. Bereits jetzt habe man einen Rücklauf von rund 1120 Fragebögen, das sind rund elf Prozent. Diese Rücklauf-Aktion laufe noch bis 28. April. Bis dahin können die Jugendlichen noch ihre Fragebögen abgeben. Danach wird ein Treffen mit Gemeinden (Bürgermeistern) und Jugendlichen erfolgen. Vorrangiges Ziel wird es sein, in Gemeinsamkeit positive Lebensbedingungen sowie eine kinder- und umweltfreundliche Umwelt zu schaffen.

Der Jugendhilfeausschuss stimmte einer Änderung der Benutzungsbedingungen für das Saftmobil zu. Die Nutzungsänderung beinhaltet auch neue Gebühren für die Nutzung des Saftmobiles. Diese betragen pro Tag 35 Euro für kommerzielle Veranstalter, andere Mieter entrichten 25 Euro pro Tag.



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