Pressig
Hubertustag

Ein Schutzpatron und die Legende

Großer Andrang herrschte am Samstag in Pressig, als die Jägerschaft des Landkreises Kronach ihren Schutzheiligen Hubertus feierte.
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Die gut besuchte Hubertusmesse wurde von Pater Helmut Haagen zelebriert und vom Bläsercorps der BJV-Kreisgruppe Kronach unter Leitung von Hornmeister Klaus Rohleder mit Klängen nach der Hubertusmesse umrahmt. K.-H. Hofmann
Die gut besuchte Hubertusmesse wurde von Pater Helmut Haagen zelebriert und vom Bläsercorps der BJV-Kreisgruppe Kronach unter Leitung von Hornmeister Klaus Rohleder mit Klängen nach der Hubertusmesse umrahmt. K.-H. Hofmann
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Die Jäger aus dem Landkreis Kronach ehrten in einem beeindruckenden Gottesdienst im waidmännisch geschmückten Gotteshaus Herz Jesu in Pressig ihren Schutzpatron, den heiligen Hubertus. Danach feierten sie im Pfarrheim den Hubertustag. Beide Veranstaltungen erhielten großen Zuspruch aus der Bevölkerung.

Zelebrant der Hubertusmesse war Pater Helmut Haagen OMI, musikalisch führte das Bläsercorps der Jäger-Kreisgruppe Kronach durch die Hubertusmesse mit Fanfaren und Jagdstücken französischer Tradition aus "La Grande Messe de Saint Hubert".

Mit der Einleitung "Vergessen sie alles, was sie bisher über den heiligen Hubertus wissen", machte Festprediger Pater Helmut Haagen neugierig und ging zunächst auf die Vita des heiligen Hubertus ein, der alles andere als ein Jäger gewesen sei. Hubertus habe nichts mit der Jagd zu tun gehabt, die Begegnung mit dem Hirsch, der im Geweih ein leuchtendes Kreuz trägt, habe nicht stattgefunden. Außer dass er Bischof von Maastricht war und seinen Amtssitz später nach Lüttich verlegte und im Jahr 727 in der Nähe von Brüssel verstarb, seien wenig gesicherte Fakten aus seinem Leben bekannt. Mehrere Erklärungsversuche klängen eher abenteuerlich und glichen einem Krimi, als dass sie substanziell wären, so der Pater. Der Prediger sieht es vielmehr so, dass diese Legende, die ursprünglich auf Eustachius gemünzt war und zutraf, einem der 14 Nothelfer, irgendwann im Mittelalter auf Hubertus übertragen wurde. Hubertus sei nicht nur Schutzpatron der Jäger, sondern auch der Schützen, Optiker und Kürschner.

Doch christlichen Jägern habe Hubertus seither als Vorbild der Mäßigung gegolten und als Ansporn zur waidgerechten Jagd gemäß der waidmännischen Losung: "Das ist des Jägers Ehrenschild, dass er beschützt und hegt sein Wild, waidmännisch jagt wie sich's gehört, den Schöpfer im Geschöpfe ehrt!" Dazu merkte der Geistliche kritische Worte an.

Der Jäger stehe heute mehr denn je in einem Spannungsfeld wie auch die Nichtjäger. Einerseits liebten Menschen die Tiere wie ihre Mitmenschen und verwöhnten sie regelrecht, andererseits werde so viel Tierfleisch gegessen wie nie zuvor. Für die Jagd würden sogar Nachtsichtgeräte erlaubt, um Äcker und Ernte vor Wildschweinen zu schützen. Daran sei wohl auch schuld, dass man heute nicht von einer Natur-, sondern von einer Kulturlandschaft spreche. Die vielen Patronate des heiligen Hubertus als Schutzheiliger könnten uns zum verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung, mit unseren Mitmenschen und zur Ehrfurcht vor Gott herausfordern, so das Fazit Haagens.

War die Hubertusmesse mit über 400 Gläubigen sehr gut besucht, so platzte das Pfarrheim bei der Hubertusfeier aus allen Nähten. Ein überglücklicher Hegeleiter Reinhold Heinlein, freute sich über das große Interesse. "Wild, Wald und Landwirtschaft müssen unter einen Hut gebracht werden, damit Landwirte, Forstwirte, Jäger und der Naturschutz die Verantwortungsgemeinschaft bilden können, die unsere Natur braucht", sagte Heinlein. Das Selbstverständnis der Forst- und Landwirte beinhalte, ganz im Sinne des heiligen Hubertus, auch die Rücksichtnahme auf das Wild. Die immer stärker genutzte Kulturlandschaft erfordere auch einen Schutz der wild lebenden Tiere. Der Landschaftsverbrauch verdeutliche, wie eng der Lebensraum für das Wild geworden ist. In einer vom Klimawandel geprägten Zeit sollten wir jede sich bietende Gelegenheit nutzen, um nachfolgenden Generationen noch eine lebenswerte und artenreiche Heimat zu überlassen.

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