Steinbach am Wald
Tourismus

Ein Leuchtturmprojekt für die Rennsteiggemeinde Steinbach am Wald

Ab Ostern will Steinbach in einer Ausstellung die Besonderheiten der Region präsentieren. Noch mangelt es ein wenig an Quartieren für Kurzurlauber.
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Im Bereich der Tourist-Info können Imagefilme der Region betrachtet werden. Foto: Heike Schülein
Im Bereich der Tourist-Info können Imagefilme der Region betrachtet werden. Foto: Heike Schülein

Die Ausstellung im Obergeschoss des Freizeit- und Tourismuszentrums (FTZ) ist wieder einige Schritte vorangekommen. Sowohl die Einrichtung als auch die Ausstellungsinhalte der Partner der Region sind größtenteils eingebracht und noch punktuell mit einigen Feinheiten zu ergänzen. Bei seiner Sitzung am Mittwochabend überzeugte sich der Ausschuss für Tourismus, Partnerschaft und Soziales vom Fortschritt dieses Leuchtturmprojekts der Rennsteiggemeinde.

Schwerpunkte der Ausstellung bilden sowohl die Forstwirtschaft beziehungsweise die Holznutzung als auch die Glas-industrie. Sechs mächtige Baumstämme der für die Region wichtigsten Baumarten Fichte, Tanne, Buche, Bergahorn, Kiefer und Douglasie wurden vom Forstbetrieb Rothenkirchen der Bayerischen Staatsforsten zur Verfügung gestellt. Die dicken Stammabschnitte dienen als "Aufhänger" für die attraktive Darstellung wichtiger Frankenwaldthemen rund um Handwerk, Kunst, Natur und Tourismus. Eine Leihgabe ist die Foto-Ausstellung des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kulmbach zum Waldgebiet des Jahres 2017, dem Frankenwald. Die Flößergemeinschaft Wallenfels überließ der Ausstellung ein Floß, das über Jahre hinweg im Einsatz war. Die herrliche Natur rund um den Windheimer Ölschnitzsee kann man auf dem Laufband oder "per Drahtesel" erkunden.

Auch die heimische Glasindustrie bringt sich ein. Ein Highlight ist der Glas-Pavillon mit grünem, braunem und weißem Glas aus dem Frankenwald. Für echtes Glashütten-Feeling sorgen nicht nur Filme über die Glasherstellung, sondern auch ein Heizstrahler, der einen Eindruck der hierfür erforderlichen schweißtreibenden Temperaturen vermittelt. Bei einem digitalen Quiz kann man sein Wissen über die Glasherstellung testen und sich ein zugehöriges Diplom schicken lassen. Für die jüngsten Besucher wurde eine Kinder-Ecke eingerichtet.

Erleben mit allen Sinnen

Entsprechend stolz zeigte sich Bürgermeister Thomas Löffler (CSU) bei der gemeinsamen Besichtigung der Ausstellung - und auch da sprudelten die Ideen. Für ein Erleben mit allen Sinnen soll es noch Waldbeschallung in Form von Vogelgezwitscher geben, stimmungsvolle Glas-Klangspiele sollen angebracht und vorhandene Lichteffekte verstärkt werden. Schon jetzt kann man in kleinen Glasflaschen Düfte von Pfefferminze, Salbei und Thymian "erschnüffeln".

"Wir sind natürlich bestrebt, das Bestmögliche zu erreichen. Aber es muss auch klar sein, dass eine solche Ausstellung niemals fertig wird", betonte der Bürgermeister. Für die Freigabe für die Öffentlichkeit bedürfe es eines Grundstocks, den man nunmehr geschaffen habe. Diesen gelte es, im Laufe der Jahre immer wieder mit neuen Ideen zu ergänzen. Dafür sei man weiterhin auf die Mithilfe zahlreicher Akteure aus der Region angewiesen. Die Eröffnung soll voraussichtlich in der Zeit um Ostern erfolgen. Eintritt wird nicht verlangt.

Bei der anschließenden, im FTZ abgehaltenen Sitzung zeigten sich die Ausschussmitglieder parteiübergreifend sehr angetan. Gelobt wurde die gute Verknüpfung von Tradition mit Multimedia-Technik, wie sie beispielsweise Dritter Bürgermeister Klaus Neubauer (SPD) herausstellte. Angela Wiegand (CSU) freute sich über die anschauliche Präsentation der heimischen Glasindustrie und auch Uwe Zipfel (FW) sprach von einer "gelungenen Geschichte".

Tourismusbeauftragte Grit Meusel blickte in ihrem Bericht auf ausgewählte Aktivitäten zurück und informierte über aktuelle Vorhaben beziehungsweise Aktionen im Bereich Tourismus. Die Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten sei weiter gestiegen. Derzeit verfüge man über 55 Gästebetten in kleineren Unterkünften mit einer Kapazität von maximal zehn Gästebetten, 119 in Pensionen und Hotels mit über zehn Gästebetten sowie 56 im Schullandheim. 2018 konnte man 11 091 Übernachtungen verbuchen, die Unterkünfte von Langzeitmonteuren nicht eingerechnet. Insgesamt bestätige sich in Steinbach das sich im gesamten fränkischen Bereich deutlich abzeichnende touristische Wachstum.

Wanderführer wird neu aufgelegt

Unter anderem habe man am Fachgespräch "Digitalisierung im Tourismus" teilgenommen, bei dem nahezu unbeschränkte multimediale Möglichkeiten aufgezeigt wurden, sowie an der Info-Veranstaltung "Naturpark Frankenwald" und "Wandern im Frankenwald" als auch am Treffen mit Touristikern aus dem Landkreis Sonneberg am 29. Januar dieses Jahres .

Am 23. März werde man auf der Regio-Reisemarkt-Messe von "Handwerk & Kultur" und dem Verein Rennsteigregion im Frankenwald präsent sein. Erfreulicherweise leiste vom 29. April bis 7. Juni wieder eine Schülerin der Tourismusfachschule ein Praktikum im FTZ ab. "Viele Gäste möchten eine Wanderempfehlung und fragen nach einer regionalen Karte", berichtete Meusel. Für eine Neuauflage des Wanderführers habe Hans Heinlein den Entwurf im gleichen Design wie die Frankenwald Tourismus-Prospekte gemacht. Aufgrund der Verlagerung des Startpunktes der "Steinbacher Lebenslinie" (Steigla) vom Parkplatz Schützenhaus zum FTZ einschließlich der Informationstafeln erfolge ein Nachdruck der Flyer.

"Im Tourismus steht uns eine spannende Zeit bevor", ist sich Grit Meusel sicher. Herausforderungen stellten die Digitalisierung sowie die Nachfrage nach hochwertigen Zimmern dar. In diesem Zusammenhang ermunterte sie Hausbesitzer, nicht benötigte Zimmer für Übernachtungen zur Verfügung zu stellen. Tendenzen seien Kurzreisen für zwei bis drei Tage, auch im Wohnmobil. Im Hinblick auf den steigenden Wettbewerbsdruck sei ein gemeinsames Auftreten in der Rennsteigregion notwendig. Die gemeinsame Online-Seite sei hierfür ein geeignetes Medium. Insgesamt gelte es, das stark vorhandene Potenzial der Marke Rennsteig noch intensiver zu bewerben und voranzubringen.

Fremdenverkehrsvereins-Geschäftsführerin Marion Herrmann berichtete vom "klassischen Rennsteigwanderer". Aber auch der Fern-Rundwanderweg Frankenwaldsteig mit seinen Steigla sei ein sehr empfehlenswertes Wandererlebnis. Auch sie bestätigte das Fehlen adäquater Übernachtungsmöglichkeiten. "Das Angebot in unserer Region ist einfach mehr und besser geworden", bekundete der Bürgermeister - auch in Hinblick auf die anstehende Attraktivierung des Ölschnitzsees. Riesiges Potenzial sah er in der Anbindung an den Bahnverkehr, wodurch man innerhalb kürzester Zeit und mit dem Bayern-Ticket zudem auch noch sehr günstig nach Steinbach fahren könne.

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