Kronach
Tagesklinik

Ein Investor packt aus: "Bezirk will Klinik nicht im Wohnheim"

Ein Investor möchte für den Bezirk die psychiatrische Tagesklinik im ehemaligen Schwesternwohnheim integrieren. Doch laut dem Investor hat sich der Bezirk kurz vor Abschluss der Verträge von dem Vorhaben zurückgezogen.
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Im ehemaligen Schwesternwohnheim in der Friesener Straße könnte die Tagesklinik untergebracht werden, wenn es nach dem potenziellen Investor und dem Kreis geht. Fotos: Anja Greiner
Im ehemaligen Schwesternwohnheim in der Friesener Straße könnte die Tagesklinik untergebracht werden, wenn es nach dem potenziellen Investor und dem Kreis geht. Fotos: Anja Greiner
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Es geht um ein Grundstück und es geht um eine psychiatrische Tagesklinik. Die soll es bald in Kronach geben. Und zwar auf einem Grundstück der Frankenwaldklinik Kronach GmbH. Wenn es nach dem Kreis geht, der für eben dieses Grundstück ein Vorkaufsrecht hat. In einer Sitzung des Kreisausschusses im Mai 2013 wurde beschlossen, dass der Kreis auf dieses Vorkaufsrecht verzichtet - allerdings unter der Bedingung, dass der Bezirk Oberfranken dort die Tagesklinik errichtet.

"Von diesem Vorhaben hat sich der Bezirk Oberfranken zurückgezogen", behauptete am Montag die Kreistagssprecherin der Frauenliste, Ingrid Steinhäußer. Der amtierende Landrat Gerhard Wunder erklärte, dass man davon noch nichts wisse. Auch der Bezirk widersprach.
Und dennoch scheint zumindest ein Funke Wahrheit an Steinhäußers Aussage dran zu sein.

Miteverträge waren fertig

Denn, wie aus Insiderkreisen zu erfahren ist, sollte die Tagesklinik ursprünglich in dem Gebäude untergebracht werden, das als Schwesternwohnheim genutzt wurde - zwischen Frankenwaldklinik und BRK-Kreisgeschäftsstelle. Ein Investor, der namentlich nicht genannt werden möchte, hat das Grundstück mit Gebäude von der Frankenwaldklinik erwerben und sanieren wollen. Im Erdgeschoss wollte man die Bezirksklinik integrieren. Viele Gespräche habe man mit dem Bezirk geführt, die Mietverträge seien bereits ausgearbeitet gewesen. Doch kurz vor dem Abschluss habe der Bezirk einen Rückzieher gemacht, wie der Investor bestätigt. Offizielle Begründung sei die Jahrhunderthochwasser-Problematik. Für den Investor unverständlich, liegt das Grundstück dort doch im Durchschnitt fünf Meter höher als manch andere Bereiche im Stadtgebiet, wie beispielsweise die Rosenau. Trotzdem hat der Investor das Interesse nicht verloren, will er in dem Gebäude doch auch Apparte ments für Klinikbeschäftigte, Büros oder eine Pflegeeinrichtung schaffen.

Grundstückssuche

Bezirkssprecher Christian Porsch dementierte zwar am Montag, dass der Bezirk von seinem Vorhaben abgewichen sei, erklärte jedoch, dass man noch weitere Grundstücke im Blick habe.

Die Herausforderung bei der Grundstückssuche sei, dass man an die Vorgaben des Bayerischen Krankenhausplanungsausschusses gebunden sei. "Diese sehen vor, neue psychiatrische Tageskliniken an bereits bestehende somatische Krankenhäuser anzubinden", erklärte Porsch. Deshalb werde in Kronach derzeit nach einem geeigneten Grundstück gesucht, "das sich in der Nähe zur Frankenwaldklinik befindet und auf dem Bau sowie Betrieb einer Tagesklinik unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten möglich sind". Allerdings sei die Standortsuche aufgrund baurechtlicher Vorgaben und der geologischen Gegebenheiten schwierig. Für ein Grundstück gebe es keinen Bebauungsplan, bei einem anderen sei Hangwasser aufgetreten, ein drittes werde derzeit noch geprüft. Unter anderem soll eines hinter der Frankenwaldklinik im Gespräch (gewesen) sein, hinter dem früheren Klinikeingang. Ein Hanggrundstück, zu dem wohl noch eine Zufahrt geschaffen werden müsste.

"Sollte wider Erwarten im Umfeld der Frankenwaldklinik kein geeignetes Grundstück zur Verfügung stehen, wird sich der Bezirk Oberfranken an das Gesundheitsministerium wenden, um eine Zustimmung zur Errichtung der Tagesklinik an anderer Stelle im Stadtgebiet von Kronach zu erreichen", so Bezirkssprecher Porsch.

Doch es bestehe ja ein geeignetes Grundstück in unmittelbarer Nähe zur Frankenwaldklinik, sagt der interessierte Investor. Nämlich das, das er gerne von der Frankenwaldklinik erwerben würde, das auf dem das ehemalige Schwesternwohnheim steht.

Dafür hat der Landkreis ein Vorkaufsrecht und von diesem will er erst zurücktreten, wenn der Bezirk zusagt, dort die Tagesklinik zu errichten. Das heißt auch für den Investor, dass er vorher wohl nicht zum Zug kommt.

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