Ludwigsstadt
Jubiläum

Ein halbes Jahrhundert Kirchengeschichte

In Ludwigsstadt feiern die Katholiken am 7. Juli das 50-jährige Bestehen der Heilig-Geist-Kirche.
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Die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Gisela Kaiser und der Vorsitzende der Kirchenverwaltung Arnold Imsel.Veronika Schadeck
Die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Gisela Kaiser und der Vorsitzende der Kirchenverwaltung Arnold Imsel.Veronika Schadeck

Mit einem Festgottesdienst und einem gemütlichen Beisammensein feiert die katholische Kirchengemeinde am Sonntag, 7. Juli, ihr 50-jähriges Bestehen. Neben Pfarrer Thomas Hauth wird auch sein Vorgänger Erhard Schupp den Gottesdienst mitgestalten.

Jetzt wird der eine oder andere denken: "Was ist das schon? Andere Kirchen haben mehrere hundert Jahre auf den Buckel!" Für Kirchenpfleger Arnold Imsel und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Gisela Kaiser ist das aber eine Zahl, die es verdient, gefeiert zu werden. Immerhin gibt es in dem eher evangelisch geprägten Stadtgebiet Ludwigsstadt knapp 600 Katholiken. Und die Ludwigsstädter mussten nach der Reformation lange warten, bis sie ihre eigene Kirche hatten.

Die Heilig-Geist-Kirche begleitet manche Katholiken nun schon durch ihr ganzes Leben. Es ist die Kirche, in der sie getauft, gefirmt und auch Kommunion hatten, in der geheiratet wurde und in der man auch von Angehörigen voller Trauer Abschied nehmen musste. Zumindest für einen Teil der Ludwigsstädter Katholiken gehört die Kirche zum Wochenrhythmus. Sie feiern jeden Sonntag beziehungsweise Samstag die Heilige Messe beziehungsweise Wortgottesdienst, schöpfen Kraft und erleben so eine Pause vom Alltag.

Lob für die Ökumene

"Es ist eine gute Gemeinschaft und ein gutes Team", lobt Pfarrer Thomas Hauth seine Kirchenverwaltung und den Pfarrgemeinderat. Er spricht von einer Diaspora, von der Ökumene und von einem guten Miteinander mit den evangelischen Mitchristen.

Seit elf Jahren ist Hauth Pfarrer von Ludwigsstadt. Blickt er auf seine Kirche, so meint er: "Eigentlich wurde diese zu groß gebaut!". Aber damals war es ja eine andere Zeit, erklärt er. Mit dem Kriegsende und dem Beginn der alliierten Besatzung änderte sich das Leben der Menschen im Raum Ludwigsstadt und so auch für die katholische Kuratie. So waren durch die Grenze von den einstmals von ihr zu betreuenden 30 Ortschaften - vor allem in Thüringen - nur noch fünf übrig.

Andererseits ließen die Heimatvertriebenen und Flüchtlinge, die zum großen Teil katholisch waren, die kleine Diaspora sprunghaft bis auf 1200 Katholiken anwachsen, was den damaligen Betsaal über seine Verhältnisse beanspruchte.

Trotzdem dauerte es bis zum Juli 1967, bis durch den Domdekan von Bamberg der Grundstein für die Heilig-Geist-Kirche gelegt wurde. Erst Monate zuvor war die Kuratie St. Michael zur Pfarrei Heilig Geist erhoben worden.

Für eine Orgel fehlte das Geld

Groß war die Freude schließlich, als das neue Gotteshaus zwei Jahre später eingeweiht wurde. Errichtet wurde unter anderem ein Kirchengeschoss mit Windfang, Beichtkapelle, Kirchenraum mit Altar, und im Untergeschoss mit Jugendräumen und Gemeindesaal. Die Sakristei wurde separat gebaut und durch einen überdachten Gang mit der Kirche verbunden. In dem freistehenden 29 Meter hohen Turm sind die fünf rund 62 Zentner wiegenden Glocken installiert. Nachdem anfangs aus Geldmangel auf eine neue Orgel verzichtet werde musste, diente ein Harmonium der Begleitung der Kirchenlieder.

Der Altar als Mittelpunkt steht im Zeichen der Sendung des Heiligen Geistes. Die Betonplastik symbolisiert die Sendung des Heiligen Geistes nicht nur auf die damalige Jüngerschar, sondern auf alle Menschen dieser Erde.

Wie Arnold Imsel erklärt, ist das Gotteshaus nun auch in die Jahre gekommen. Sukzessive wurden und werden Verschönerungsarbeiten durchgeführt. Einer, der das Leben der katholischen Christen in Ludwigsstadt mit prägte, war Pfarrer Martin Krug. Unter seiner Amtszeit wurde auch die "Heilig Geist Kirche" gebaut. An ihn, der im Jahre 1988 in der Nähe von Lichtenfels tödlich verunglückte, wird anlässlich des Jubiläums sicherlich erinnert. 31 Jahre lang betreute er die Katholiken in Ludwigsstadt.

All diese Geschichten sind für Arnold Imsel und Gisela Kaiser mit ein Grund, sich für ihre Kirche zu engagieren. Das wichtigste sei aber das gute Gefühl, einen Beitrag für seinen Glauben und für das gemeindliche Leben zu leisten. Und was die bevorstehende Umstrukturierung betrifft? Vorerst wird sich kaum etwas ändern, meint Pfarrer Hauth. Nach wie vor werden jede Woche Heilige Messen beziehungsweise Wortgottesdienste stattfinden. Nach wie vor, so hofft Hauth zumindest, wird er mit dem Pastoralreferenten Josef Grünbeck, dem Wortgottesdienstleiter Peter Hauptmann, der Kirchenverwaltung und dem Pfarrgemeinde ein starkes Team an seiner Seite haben. Und auch die Ökumene wird weiter gepflegt.

Jetzt erst freut er sich auf den Festtag am Sonntag, 7. Juli. Neben dem Festgottesdienst gibt es ein gemütliches Beisammensein, gute Gespräche bei Musik, Kaffee und Kuchen und für die Kinder gibt es auch eine Hüpfburg.

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