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Stockheim
Freizeit

Ein grünes Paradies

Der Autor und Journalist Gerd Fleischmann verbringt viele Stunden hinter seinem Schreibtisch. Sein Ausgleich ist sein weitläufiger, facettenreicher Garten.
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Gerd Fleischmann ist seit 1985 in Stockheim als ehrenamtlicher Ortsheimatpfleger tätig. In  seinem 3000 Quadratmeter großen parkähnlichen Garten wird es gerade immer bunter. Foto: Magdalena Kestel
Gerd Fleischmann ist seit 1985 in Stockheim als ehrenamtlicher Ortsheimatpfleger tätig. In seinem 3000 Quadratmeter großen parkähnlichen Garten wird es gerade immer bunter. Foto: Magdalena Kestel
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Hinter dem Haus verbirgt sich ein florales Paradies. Schon der angelegte Weg dorthin, prachtvoll wachsende Büsche und Blumen auf der einen, eine eigens gebaute Sandsteinmauer auf der anderen Seite, lässt Urlaubsgefühle aufkommen. Das weitläufige Areal selbst gleicht mehr einer grünen Oase als einem Garten. Auf unglaublichen 3000 Quadratmetern gibt es etliches zu bestaunen und zu entdecken. Liebevoll angelegte Beete und Rondelle. Einen Goldfischteich mit einer kleinen Gartenhütte. Gemüsepflanzen, Beerensträucher und Obstbäume. Steinmauern, die wie Wegweiser durch das gesamte Gelände führen. Inmitten ein riesiger Walnussbaum, der im Sommer kühlenden Schatten spendet.

Inhaber und Erschaffer dieser sprießenden Landschaft ist Gerd Fleischmann aus Stockheim. Seine Leidenschaft zum Gärtnern wurde dem ehemaligen Journalisten in die Wiege gelegt. Bereits sein Großvater und auch seine Mutter betrieben fleißig Gartenbau. Zudem sei das Gärtnern in der damaligen Zeit nach dem zweiten Weltkrieg überlebenswichtig gewesen. "Außerdem hatte ich schon immer einen Hang zum Schönen", erzählt der 76-Jährige. Das grüne Paradies des Stockheimers ist (s)ein Ausgleich für die Seele.

Heimatkundliches Archiv

Denn Fleischmann hat noch eine zweite Passion: Sein Zuhause gleicht einem heimatkundlichen Museum. Neben Schmuckstücken und Unikaten aus der früheren Industriearbeit im Frankenwald beherbergt der Stockheimer fast 200 Ordner mit Dokumentationen und Publikationen der Landkreisgeschichte. In den vergangenen Jahren veröffentlichte er selbst viele Bildbände und Bücher zu heimatkundlichen Themen. Hinter Werken wie "Glas aus dem Frankenwald" oder "Die Frankenwaldflößer zwischen gestern und heute" stecken unzählige Stunden an Recherche und Auswertung. Die Arbeit an seinem Buch "Steinkohlenbergbau Stockheim - Neuhaus - Reitsch" dauerte ganze vier Jahre.

Natur machen lassen

Der Garten ist für Fleischmann eine Wohlfühloase und ein Rückzugsort. "Ein emsiges Eichhörnchen zu beobachten, den Stimmen der Vögel zu lauschen, den Waldameisen bei ihren unglaublichen Aktivitäten zuzuschauen oder aber das quirlige Treiben der Goldfische im naturnahen Teich zu verfolgen, sind erhebende Momente", erzählt er. "Mein Garten ist für mich ein Ort der Muße und Entspannung, aber auch eine Herausforderung für Kreativität und Gestaltungsfreude." Besonders reizvoll findet Fleischmann die Frühlingszeit. Das Blühen und Wachsen der Pflanzen biete immer wieder neue Perspektiven. Noch dominiert in seinem Garten das Grün, doch in wenigen Wochen werden überall bunte Pflanzen sprießen.

"Die Natur in meinem Garten möchte ich nicht zu sehr einzwängen", erklärt Fleischmann. "Ich lasse deshalb bewusst auch Pflanzen wachsen, die nicht von mir gepflanzt wurden." Nicht jedes "Unkraut" müsse ausgerissen werden. Außerdem legt der 76-Jährige Wert auf unbehandelte Pflanzen. Statt chemischen Dünger vom Baumarkt setzt Fleischmann auf eigene Kompostierung. Dazu gehöre eine gewisse Technik. Sehr wichtig sei es, keine Essensreste in den Kompost zu werfen, da dies Ungeziefer anlocken würde.

Wertvolles Gut

Bei all der anfallenden Gartenarbeit ist Fleischmanns Frau Elisabeth seine helfende Hand und Stütze. Ohne sie hätte er die Vergrößerung seines Gartens im Jahr 2008 nicht schaffen können. Die zusätzlichen 1.400 Quadratmeter angrenzende Wiese verwandelten sich durch stundenlanges Schuften in das heutige blühende Paradies. "Ich bin immer wieder beeindruckt von der Vielfalt der Schöpfung und der unglaublichen Kraft des Lebens", sagt Fleischmann beeindruckt. Er ist stolz auf seinen Garten und weiß sein Glück zu schätzen.

Refugium in der Krise

Gerade in der aktuellen Corona-Krise, die die Menschen zwingt, Zuhause zu bleiben, ist der Garten ein unglaublich wertvolles Gut. Fleischmann sieht in dieser schwierigen Zeit jedoch auch eine Chance. Zum Umdenken, zur Neuorientierung und zu mehr Rückbesinnung auf die Natur.

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