Neufang
Porträt

Ein ganzes Hotel voll mit Bildern

Carina Scherbel beschäftigt sich sei vielen Jahren intensiv mit der Malerei. Jetzt stattete sie die Platzlalm im Hochzillertal mit ihren Werken aus.
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Carina Scherbel mit ihrem Lieblingsbild, die Muttergottes mit dem Jesuskind.Susanne Deuerling
Carina Scherbel mit ihrem Lieblingsbild, die Muttergottes mit dem Jesuskind.Susanne Deuerling
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Was haben ein stolzer Hirsch, kletternde Gämsen und majestätische Berge gemeinsam? Richtig, sie alle sind irgendwie und irgendwo auf den Bildern der Künstlerin Carina Scherbel zu finden. Gewaltig recken sich die Berggipfel in den Himmel, mal wolkenverhangen, mal sonnig - aber immer imposant.

Dies sind zwar nicht die einzigen Motive, die Carina Scherbel malt, aber ihre liebsten. Und deshalb ist sie auch so stolz darauf, mit ihren Bildern ein ganzes Hotel im Rahmen einer Ausstellung ausstatten zu dürfen. Auf dem Berggasthof Platzlalm im Hochzillertal in Tirol finden regelmäßig Ausstellungen von Künstlern statt. Dann wird das gesamte Hotel umgestaltet und den ausgestellten Bildern angepasst. Ein Jahr lang können die Kunstwerke dann bewundert werden.

41 Bilder ausgeliehen

Auch Carina Scherbel aus dem Steinwiesener Ortsteil Neufang hat die Chance bekommen, auf der Platzlalm auszustellen. Insgesamt 41 Bilder wurden verpackt und mit einem Kleinbus in die Tiroler Alpen gebracht. Einen ganzen Tag lang dekorierte Carina ihre Bilder in den einzelnen Räumen, über den Betten in den Gästezimmern, im Speisesaal, Treppenaufgang und Eingangsbereich.

Passend zur Einrichtung wurden die Standorte der einzelnen Bilder ausgesucht. Und so scheinen die Gämsböcke im Treppenhaus empor zu kraxeln, die Berge über den Betten zu wachen und das Kaminzimmer mit den fantastischen warmen Farben gemütlich zu machen. Die Betreiber der Platzlalm, Eva und Martin, haben mit ihrem Slogan "dem Himmel ein Stück näher" wirklich ins Schwarze getroffen. Und so ist man auch mit den Bildern der Fränkin dem Himmel ein Stück näher.

Und neben den vielen Bergen und Tieren gibt es auch noch lustige Bilder wie die Häupter von Kuh Alma und Hirsch Gustav. Sie scheinen die Betrachter anzugrinsen und zu fragen, na wie gefall ich dir? "Das Schwierigste an der Aktion war, dass ich für jedes Bild einen aussagekräftigen Titel finden musste", lacht Carina Scherbel. Und freut sich, dass das Hotel nun für ein Jahr lang ganz "in der Hand von Carina Scherbel" ist.

Vielseitig tätig

Die Ausstellung in Tirol ist nicht die erste für Carina Scherbel. Über 30 Mal hat sie bereits national und international ausgestellt. In Österreich und Südtirol kennt man ihre Werke inzwischen gut. Als Stammkünstlerin der Kunstgalerie Marion Kotyba in Kulmbach nimmt sie an vielen nationalen Ausstellungen teil.

Eine eigene Ausstellung hatte Carina im Landratsamt Kronach mit dem Titel, wie könnte es anders sein, "Ruf der Berge". Jedes Jahr ist Sie auch beim Arbeitskreis "Bunte Palette" in Steinwiesen dabei. So sah man dort schon Pferde in schillernden Farben mit viel Glitzer, ihre geliebten Hirsche und Bilder mit Titeln wie Freiheit (Pferd), Kraft (Hirsch), Stolz (Löwe), Stärke (Gamsbock), Anmut (Hirsch) und Fülle (Kuh).

Man sieht, die Künstlerin ist sehr vielseitig. Auch ihre Maltechnik ist interessant. In der Hauptsache entstehen die Bilder in Acryl, verbunden mit Spachteltechnik, Blattgold oder auch Kaffeesatz und Strukturpasten. "Ich experimentiere sehr gerne und arbeite auch viel mit Glitzer", erklärt Carina Scherbel. Und deshalb hat sie auch schon aus "alten" Bildern durch Übermalen viel Neues geschaffen. Ihre Vielseitigkeit zeigt sich auch daran, dass neben den "Bergbildern" auch Portraits und Darstellungen von Menschen zu sehen sind.

Zwei Lieblingsbilder

Sie hat schon viel gemalt, seit sie sich 2006 intensiv mit der Malerei beschäftigt. Aber neben den zahllosen Bildern, die mittlerweile schon in vielen Häusern hängen, gibt es zwei, die sie nie verkaufen würde. Der "Hirsch im Herbstwald", ein imposantes Tier, das je nach Ansicht des Betrachters, durch den Nebel zieht oder den dunklen Wald gerade verlässt ist das eine. Das andere ist eine Darstellung der Mutter Gottes mit dem Jesuskind auf dem Arm.

Wie kommt man zur Malerei und wird vor allem so erfolgreich? Scherbel denkt kurz nach und meint, dass sie schon im Kindergarten gerne gemalt hat. Auf Malreisen mit Kunstmaler Martin Ludwig hat sie sehr viel gelernt, Techniken, Darstellungen und vieles mehr. Zur "Bunten Palette" in Steinwiesen ist sie durch den Baptist Schüllner gekommen, der sie dazu angespornt hat, auszustellen.

Wenn man die Künstlerin fragt, wie viele Bilder sie schon gemalt hat, schüttelt sie nur den Kopf. "Es sind sicher Hunderte und viele wurden wieder übermalt", denkt sie nach. Schon von 2012 bis 2017 war Carina Scherbel Mitglied der Künstlergruppe "4Elements" und erhielt ihre erste Einzelausstellung in der Galerie Ambiente unter dem Titel "Zauberhaftes". Nun steht sie in der Kunstgalerie Marion Kotyba unter Vertrag und stellt regelmäßig aus.

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