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Drehen sich die Rotoren im Windpark Hain-Ost zu schnell? Betreiber legt Daten vor

Seit Donnerstag steht es fest: Die Rotoren der Anlagen im Windpark Hain-Ost drehen sich nicht schneller als sie dürfen. Eine wichtige Frage ist aber noch immer ungeklärt.
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Als am 21. September 2018 die Lärm-Messungen am Windpark Hain-Ost durchgeführt wurden, liefen die Anlagen nach Angaben des Landratsamts bei maximaler Leistung. Das gehe aus den Daten hervor, die die Betreiberfirma SWI zuvor übermittelt hatte. Foto: Archiv/Marco Meißner
Als am 21. September 2018 die Lärm-Messungen am Windpark Hain-Ost durchgeführt wurden, liefen die Anlagen nach Angaben des Landratsamts bei maximaler Leistung. Das gehe aus den Daten hervor, die die Betreiberfirma SWI zuvor übermittelt hatte. Foto: Archiv/Marco Meißner

Die Rotoren der fünf Windräder im Windpark Hain-Ost drehen sich nicht zu schnell. Zu dieser Einschätzung ist nun das Kronacher Landratsamt gekommen, nachdem es die von der Ingolstadter Betreiberfirma "SWI Windpark Hain-Ost" vorgelegten Betriebsdaten ausgewertet hat.

Mitte Mai äußerten Anwohner bei einer Infoveranstaltungdes Landratsamts in Hain Zweifel daran, dass die Windräder mit den vorgeschriebenen 12,5 Umdrehungen pro Minute laufen. Um das überprüfen zu können, ließ Landrat Klaus Löffler seine Behörde die SWI dazu auffordern, die nötigen Daten vorzulegen, um dies überprüfen zu können. Am Donnerstagnachmittag (13.06.2019) veröffentlichte das Landratsamt seine Ergebnisse.

Insgesamt 692.100 Messwertsätze seien aufgezeichnet worden, seitdem der Windpark in Betrieb genommen wurde. Lediglich neun dieser Sätze wiesen mit 12,6 Umdrehungen pro Minute eine höhere als die zugelassene Zahl aus. "Dies liegt innerhalb des Rahmens regelungstechnischer, messtechnischer und statistischer Toleranzen", teilte das Landratsamt mit. In den restlichen 99,999 Prozent der Messwertsätze seien die zugelassenen 12,5 Umdrehungen pro Minuten nämlich nicht überschritten worden.

Zwei Varianten

Eine zweite Antwort ist die Betreiberfirma dem Landratsamt allerdings noch schuldig. Bis spätestens zum 30. Juni muss sie erklären, wie sie weitere Lärmüberschreitungen verhindern möchte. Denn auch wenn nun feststeht, dass sich die Rotoren nicht schneller drehten, als sie dürfen, sind sie dennoch zu laut. Das steht seit des Mitte März veröffentlichten Lärmgutachtens fest. "Dazu ist bei uns bislang noch immer nichts eingegangen", sagt Bernd Graf, Pressesprecher des Landratsamts, auf FT-Nachfrage.

Wie bereits mehrfach berichtet, ging aus dem Lärmgutachten hervor, dass die Anlagen um 0,2 bis 1,3 Dezibel lauter waren als die vorgeschriebenen 106 Dezibel. Und selbst die erlaubte Lautstärke entspricht in etwa der eines Rockkonzerts. "Dass gehandelt werden muss, steht bei den gemessenen Werten außer Frage", sagte der Landrat im vergangenen Monat bei der Infoveranstaltung.

Die Betreiberfirma habe zwei Möglichkeiten. Variante 1: Sie weisen nach, dass etwas geändert worden ist - etwa durch eine Optimierung der Anstellwinkel der Rotorblätter oder eine verbesserte Windnachführung. "Dann muss das eine weitere Lärmmessung bestätigen." Variante 2: Die Windräder werden in der Leistung gedrosselt. "Dann wären Nachmessungen obsolet", erklärte Löffler.

Eine weitere neue Erkenntnis gab es immerhin schon am Donnerstag. Als die Messungen am 21. September 2018 durchgeführt wurden, liefen die überprüften Anlagen bei ihrer maximalen Leistung von 2750 Kilowatt. Damit sei eine Rotordrehzahl von 12,5 Umdrehungen pro Minute erreicht worden, heißt es in der Mitteilung des Landratsamts. Die Aussagekraft der Messungen sei damit nochmals unterstrichen worden.

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