Kronach
Ausstellung

Donata Benker stellt beim Kunstverein Kronach aus

"Where the sidewalk ends" - Unter diesem Titel sind Werke der Nürnberger Malerin Donata Benker in den Räumen des Kronacher Kunstvereins zu sehen.
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Donata Benker (Mitte) im Gespräch mit den heimischen Künstlern Krystyna Hurec-Diaczyszyn (links) und Peter Bannert (rechts) Foto: Heike Schülein
Donata Benker (Mitte) im Gespräch mit den heimischen Künstlern Krystyna Hurec-Diaczyszyn (links) und Peter Bannert (rechts) Foto: Heike Schülein
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Es sind Orte, denen man meist keine Beachtung schenkt: Randgebiete, abseits der "durchgestylten" Innenstädte - einsam, verlassen, teils verwahrlost! Eingestürzte Gebäude, leblose Asphaltflächen, Pfahlbauten auf zerbrechlichen Stützen - zugleich auch Zeichen unserer schnelllebigen und vergänglichen Zeit. Und doch geht von ihnen eine eigenartige Faszination aus.

In der Malerei von Donata Benker, für die solche Randgebiete die Grundlage bilden, erscheinen sie auf den ersten Blick geradezu als Oasen mit einer Anziehungskraft, der sich niemand entziehen kann. So ergeht es auch dem Betrachter der neuen - sehr sehenswerten - Ausstellung des Kronacher Kunstvereins (KKV), wo derzeit 16 ihrer Bilder ausgestellt sind.

Großformatige Bilder

Es sind großformatige Bilder, die einem mit ihrer Leuchtkraft und der dichten Atmosphäre bereits beim Betreten der Ausstellungsräume förmlich entgegenspringen, sofort in den Bann ziehen und nicht wieder loslassen. Die freischaffende Malerin, die bis 2009 an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg studierte, erkundet darin den Landschafts- und Stadtraum und lässt diesen mittels der Malerei bisweilen mit abstrakten Raumelementen kollidieren. In den Räumen ihrer Bilder arrangiert Donata Benker ineinander übergehende Formen von Zivilisation und Pflanzenwelt - mal konkreter, mal abstrakter erschafft sie dabei Neues. Scheinbar vertraute Orte lösen sich in Farbe und Form, Gestus und Rhythmus auf und eröffnen dem Betrachter ein weites Assoziationsfeld.

"Die Landschaft liegt nicht ausschließlich in der Natur der Dinge, sondern vornehmlich im Kopf des Betrachters. Die Landschaft zeichnet sich nicht allein aus durch Natürlichkeit, Ursprünglichkeit oder Unberührtheit - all das ist mittlerweile kaum mehr zu finden", sagt Donata Benker selbst über ihre Arbeiten.

Ehemann ist ebenfalls Künstler

Donata Benker und ihr Ehemann Philipp Findeisen, der ebenfalls in Nürnberg studierte und ebenfalls Künstler ist, arbeiten in einem Atelier im ehemaligen Nürnberger AEG-Gelände, das durch Kultur zu neuem Leben erweckt wurde und in dem zahlreiche Ateliers angesiedelt sind. Ihre Ausstellung in Kronach gefällt ihr sehr gut. "Es ist immer wieder spannend, zu sehen, wie unterschiedlich sich Bilder in verschiedenen Räumlichkeiten machen", meint sie.

"Die Bilder von Donata Benker entziehen sich einer Betrachtungsweise als realistische oder romantische Landschaftsmalerei, weil sie nicht auf die äußere oder die magische Wirklichkeit zurückverweisen, sondern auf sich selbst", erklärte der Vorsitzende des KKV Kronach, Karol Hurec, in seiner Einführung. Das Motiv sei also der Malerei, der Komposition von Farben und Formen untergeordnet. In ihren Bildern entdecke man ein genaues Hinsehen auf die Welt außerhalb des umbauten Raums. Sie nehme das Gesehene auf und verknüpfe es spielerisch neu. Ihre Malerei sei visionärer als die von vielen anderen.

Ganz eigene Ästhetik

"Donata Benker malt Bilder und diese schauen wir uns an. Ob es Landschaftsmalerei ist oder nicht, ist vielleicht ein Thema für Archivare oder Kunsthistoriker. Zum Betrachten von Bildern benötigt man keine Schubladen", betonte der Vorsitzende. Benkers Bilder verlassen die Grenzen der gegenständlichen Malerei und verfügen dabei über eine ganz eigene Ästhetik. Sie sind spannend. Immer Neues gibt es zu entdecken und zu deuten. Wer sich auf diese spannende Entdeckungsreise einlassen möchte, hat hierzu noch bis zum 10. November Gelegenheit. Umrahmt wurde die Vernissage vom "Tango-Ensemble" der Berufsfachschule für Musik.


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