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Kronach
Auftritt

Dirigent setzt bei Cäcilia-Serenade in Kronach auf Klassiker

Die Sommerserenade im Kronacher Rathaus-Innenhof, dargeboten von der Chor- und Orchestergemeinschaft Cäcilia, hat schon Tradition. Diesmal setzte Dirigent Johannes Enders auf Klassiker.
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Mit viel Pathos spielte Thomas Hofmann das Klarinettenkonzert von Mozart. Fotos: Sonja Adam
Mit viel Pathos spielte Thomas Hofmann das Klarinettenkonzert von Mozart. Fotos: Sonja Adam
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Manche Werke sind so schön, dass man sie immer wieder hören kann: Wolfgang Amadeus Mozarts Klarinettenkonzert ist solch ein Werk. Es kommt nie aus der Mode und hat das Potenzial, die Herzen der Menschen zu erobern - vor allem dann, wenn der Solist zu Höchstleistungen fähig ist.

Und Thomas Hofmann zauberte bei der Sommerserenade der Chor- und Orchestergemeinschaft Cäcilia auf der Klarinette als Solist. Er hatte sich das langsame Adagio aus dem Klarinettenkonzert A-Dur von Mozart ausgesucht - und übertraf sich selbst. Denn Hofmann musizierte mit viel Pathos und begeisterte die Zuhörer, die sich bei mehr als 30 Grad im Schatten auf den Weg in den Rathaus-Innenhof gemacht hatten, um das Klassik-Konzert zu hören.

Finger tanzen über Flöte

Überhaupt standen beim Cäcilia-Konzert die Solisten diesmal im Rampenlicht: Eine beachtliche Leistung bot auch Juliane
Graf. Sie hatte mit dem Orchester von Giuseppe Sammartini das Concerto F-Dur für Blockflöte und Basso Continuo einstudiert. Und trotz der Hitze ließ sie ihre Finger wie ein Wirbelwind über die Blockflöte tanzen. Sie trillerte und sparte keine Verzierung des so bewegten Konzertes aus. Eine Leistung, die auch beim Publikum auf großen Respekt stieß.

Der dritte Solist fiel etwas aus dem Rahmen und brachte eine völlig andere Klangfarbe ins Spiel: Denn Thomas Schaller hatte selbstkomponierte Weisen mitgebracht. Er spielte auf der Gitarre "Pilgrim", "Russian Waltz", ein Liebeslied und "Queen Boudicca". Dabei durchbrach er immer wieder die allzu träumerischen Harmonie, setzte Dissonanzen ein, aber nicht, um die Zuhörer aus den Träumen zu reißen, sondern um weitere Akzente zu setzen und um den Reiz seiner träumerischen Musik noch deutlicher her auszuarbeiten.

Virtuose Variationen

Auch die Musiker der Cäcilia zeigten sich bestens präpariert bei der Sommerserenade. Sie hatten Henry Purcells "Air" aus der Elfen-Oper "The Fairy Queen" im Repertoire und Johann Pachelbels berühmten Kanon in D-Dur, bei dem die Bass-Instrumente immer wieder dasselbe Thema wiederholen, während die hohen Streicher sich mit virtuosen Variationen über das Thema abmühen.

Das Sommer-Konzert im Innenhof des Rathauses ging mit dem "Reigen seliger Geister" und dem Allegretto aus Christoph Willibald Glucks bekannter Ballettmusik sowie mit Franz Schuberts Militärmarsch fulminant zu Ende. Und so mancher der rund 50 Zuhörer hätte gerne noch ein bisschen verweilt, wenn es nur nicht so heiß gewesen wäre.

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