Nordhalben
Gemeinderat

Die Zukunft der Klöppelschule bleibt ungewiss

Die vom Bürgermeister vorgeschlagene "Verschlankung" der Nordhalbener Klöppelschule und des Klöppelmuseums wurde im Gemeinderat abgelehnt.
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Die Kosten durch den Betrieb des Nordhalbener Klöppelmuseums treiben den Gemeinderat um.  Foto: Matthias Hoch/Archiv
Die Kosten durch den Betrieb des Nordhalbener Klöppelmuseums treiben den Gemeinderat um. Foto: Matthias Hoch/Archiv

Erhebliche Diskussionen gab es um die Verschlankung der Klöppelschule und des Klöppelmuseums, die Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) zur Abstimmung stellte. Im Zuge der Haushaltskonsolidierung bzw. als Konsolidierungsgemeinde müssen die Kosten gesenkt werden. Folgender Beschlussvorschlag stand im Raum: "Die Variante aus dem Gutachten der Bayerischen Verwaltungsschule, eine Verschlankung bzw. Kostenreduzierung des zukünftigen Betriebes der Klöppelschule/Klöppelmuseum, ist durchzuführen. Klöppelkurse können zukünftig von der VHS, Außenstelle Nordhalben, durchgeführt werden. Das Klöppelmuseum hat ab dem 1. Mai 2019 nur an den Wochenenden (Sa./So) geöffnet. Die Arbeitszeit der Angestellten wird hierfür auf vier Stunden pro Tag festgesetzt." Dies soll die Gewährung der Stabilisierungshilfe auch in Zukunft sicherstellen.

Pöhnlein forderte außerdem eine namentliche Abstimmung, diese wurde mit drei Gegenstimmen genehmigt. Für Hans Blinzler (CSU) bedeutete dies, dass man sich zwischen Geld oder Klöppelschule entscheiden muss. Dies sei so nicht akzeptabel. Es seien bereits viele Vorschläge zur Rentabilität der Klöppelschule umgesetzt worden und die Ergebnisse würden in den nächsten Monaten sicher sichtbar. Bei der Reduzierung der Arbeitszeiten aber werde es schwer werden, jemand zu finden, da dann die Bezahlung unzumutbar wäre. Die Klöppelschule sei ein Aushängeschild der Gemeinde, der Museumsförderverein betreibe sehr gute Werbung. "Mit diesem Beschluss werden wir zum Totengräber der Klöppelschule", sagte Blinzler.

Fraktionsvorsitzender Bernd Daum (FW) betonte, dass es die Klöppelschule wie bisher nicht mehr geben kann, das sei auch im Betriebscheck nachzulesen. Aber nachdem bereits so viel umgesetzt wurde, solle man auch abwarten, wie es sich nun entwickelt. Er befürwortete, dass man die eingesparte Zeit, die man durch die Verlagerung an die VHS habe, für das Marketing des Klöppelmuseums einsetzen solle. Der Kulturausschuss werde die Maßnahmen weiter begleiten und im März 2020 Bilanz ziehen. Er unterbreitete einen alternativen Beschlussvorschlag, der besagt, dass der Schulbetrieb ab August 2019 ruhen soll, die Nachmittagsbetreuung mit vier Stunden jedoch weiterlaufe. Die Schulungen und Kurse gingen ab 1. August an die VHS über. Das Marketing für das Klöppelmuseum sei nun Hauptaufgabe der Museumsleiterin und der Kulturausschuss begleite diese Maßnahmen. Dieser Gegenvorschlag steht bei der nächsten Sitzung im Raum.

Die Ziele umsetzen

Diesen Ausführungen konnten auch Michael Franz (SPD), Manfred Köstner (CSU) und Horst Wolf gen. Schmidt (FW) folgen. Auch Ralf Ellinger (FW) plädierte dafür, der Leitung Zeit zu geben, ihre Ziele umzusetzen. Erst dann sehe man, ob die Einrichtung auf Dauer sinnvoll und kostentechnisch haltbar ist.

Ganz anders argumentierte Karl Roth (FW). Für ihn ist das Klöppeln zwar eine schöne Handarbeit, die jedoch nicht von der Gemeinde finanziert werden solle. Es sei ein Hobby, das jeder für sich selbst machen könne, aber nicht auf Kosten der Gemeinde und der Steuerzahler. Seit 1903, als das Klöppeln nach Nordhalben kam, habe dies Millionen Euro gekostet und nichts gebracht. "Wir können uns bezahlte Lehrkräfte einfach nicht mehr leisten und müssen deshalb streichen", meinte Roth. Er befürwortete den Beschlussvorschlag des Bürgermeisters, denn so könne es nicht weitergehen.

Horst Wolf gen. Schmidt (FW) und Ralf Ellinger (FW) waren nicht der Meinung, dass die Stabilisierungshilfen wegen der Klöppelschule oder des Museums gefährdet seien, und man solle doch die Auswirkungen der verschiedenen Projekte abwarten. Auch Fraktionsvorsitzender Michael Wunder (CSU) meinte, man solle sich hier nicht hinter der Stabilisierungshilfe verstecken, denn es gebe sicher mehr Gemeinden, die ihre Museen auch nicht schlössen. "Die Rechnung geht einfach nicht auf, dass das Landratsamt auf der einen Seite dafür Zuschüsse gibt und dann das Ganze in Nordhalben schließen will", sagte Wunder.

Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) verteidigte seinen Beschlussvorschlag damit, dass die Sicherstellung der Stabilisierungshilfe das Wichtigste sei und bei Ablehnung die einzelnen Gruppen einen Alternativvorschlag in der nächsten Sitzung vorlegen sollten. "Auch in der verschlankten Form ist die Erhaltung der Klöppelschule und des Klöppelmuseums möglich", meinte Pöhnlein.

Der Marktgemeinderat wies schließlich den Beschlussvorschlag des Bürgermeisters mit nur vier Ja-Stimmen ab.

Nordhalben verlagert Standesamts-Aufgaben nach Kronach

Geschäftsleiter Joachim Ranzenberger führte aus, dass Nordhalben das kleinste Standesamt im Landkreis Kronach sei und hohe Kosten verursache. Bei "nur" 20 Sterbefällen, 14 Hochzeiten, null Geburten und einer Namensänderung innerhalb von drei Jahren (2016, 2017, 2018) sind diese nicht mehr verhältnismäßig. Zusammen mit den Personalausgaben sind die Kosten pro Jahr höher als 5000 Euro. Es besteht nun die Möglichkeit, die Aufgaben des Standesamtes an ein anderes, anliegendes Standesamt abzugeben, wie es in den Landkreisen Hof und Coburg durchaus schon der Fall ist.

Nach verschiedenen Anfragen wurden die Bedingungen des Standesamtes Kronach als die besten befunden. In Nordhalben kann jedoch weiter geheiratet werden, nur die Beurkundung und Aufnahme erfolgt in Kronach, Urkunden können dann telefonisch beantragt und zugeschickt werden. Einstimmig entschied sich der Marktgemeinderat, die Aufgaben des Standesamtes Nordhalben zum baldmöglichsten Zeitpunkt an das Standesamt Kronach abzugeben.

Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) informierte darüber, dass für das Anwesen Neue Gasse 46 der Auftrag für die Freiflächengestaltung an die Firma Gareis, Neuengrün für knapp 30 000 Euro vergeben wurde. Er wies darauf hin, dass am 18. April an den Quellen ein Gerichtstermin vor Ort stattfindet, um zu sehen, wie es hier weitergeht.

Bernd Daum (FW) vom NohA-Friedhofsteam informierte darüber, welche Projekte geplant und vom Gemeinderat genehmigt werden müssen. Das Leichenhaus soll auch außen neue Farbe erhalten, Putzschäden werden repariert. Das Holztor Richtung Amlichstraße soll durch ein ordentliches Metalltor ersetzt werden. Außerdem wird das Grab der bei Beschuss ums Leben Gekommenen wieder in Ordnung gebracht. Der Marktgemeinderat gab grünes Licht und erteilte einstimmig die Genehmigung.

In diesem Zuge ging Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) darauf ein, dass auch die Rehe den Friedhof attraktiv finden. Die verschiedenen "Schlupflöcher" (z.B. unterhalb des Leichenhauses) müssen daher noch "abgedichtet" werden. Ein hundertprozentiger Schutz wird schwierig zu erreichen sein.



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