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Nachfolgesuche in Küps: Kein Pfarrhaus, kein Pfarrer

Weil Wohngifte im Dachgeschoss gefunden wurden, ist das Küpser Pfarrhaus derzeit unbewohnbar - weshalb der neue Pfarrer wieder absagte.
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Inzwischen ist wieder offen, wer zukünftig von der Kanzel der Küpser Jakobikirche predigen wird. Foto: Marian Hamacher
Inzwischen ist wieder offen, wer zukünftig von der Kanzel der Küpser Jakobikirche predigen wird. Foto: Marian Hamacher
Manchmal wird die Erleichterung nicht nur zwischen den Zeilen sichtbar. Manchmal steckt sie in jedem einzelnen Buchstaben. Und manchmal bräuchte es erst gar kein Ausrufezeichen. Die evangelische Kirchengemeinde Küps hat dennoch eines gesetzt. "Die Entscheidung ist gefallen!", schreibt sie in leuchtend roten Buchstaben prominent platziert auf ihrer Internetseite und erklärt in den folgenden zwei Zeilen: "Im Frühjahr 2018 wird Pfarrer Ralph Utz aus Hemhofen die Pfarrstelle Küps I antreten."

Knapp neun Monate nach dem Abschied des langjährigen Pfarrers Friedrich Seegenschmiedt in den Ruhestand ist also ein Nachfolger gefunden. Besser gesagt: War ein Nachfolger gefunden. Denn die Top-Meldung auf der Homepage ist schon wieder überholt. "Der Bewerber ist uns abgesprungen", bestätigt Regionalbischöfin Dorothea Greiner auf Nachfrage von inFranken.de. Der Grund für die Absage: Es fehlt an einer passenden Wohnung.


Grundsätzliche Fragen

Zwar soll auch Seegenschmieds Nachfolger wieder in den Räumen über dem Pfarramt ein neues Zuhause finden, doch das gestaltet sich derzeit schwierig. "Durch ein Holzschutzmittel sind Wohngifte im Dachgeschoss", erklärt Greiner. Daher müsse gut durchdacht werden, ob und wie das Dachgeschoss abgedichtet wird. "Es sind schon grundsätzliche Fragen, die geklärt werden müssen, damit die Renovierung auch so ist, dass Wohnen im Pfarrhaus auf Jahrzehnte gut möglich ist", so die Regionalbischöfin. Denn das sei das Positive an der zurzeit schwierigen Situation: Das Pfarrhaus soll gehalten werden. "Es ist eine große Pfarrstelle, von daher werden wir das Pfarrhaus auf Dauer brauchen!"

Die Frage sei derzeit nur, wer die Kosten dafür übernimmt, die entstehen, damit es auch wieder genutzt werden kann. "Es steht auf jeden Fall eine große Renovierung an, die Kirchengemeinde selbst kann das nicht tragen", ist Greiner bewusst. Auch ergänzt durch Spenden, für die die Kirche sehr dankbar ist, sei die Summe zu hoch. "Da wird unsere Landeskirche einen Großteil der Kosten übernehmen müssen und auch übernehmen."


Klärendes Gespräch

Schon am Dienstag (24. April 2018) könnte Bewegung in die Sache kommen, wenn sich die für Bausachen in Kirchengemeinden zuständige evangelisch-lutherische Gesamtverwaltungsstelle Michelau mit der Landeskirchenstelle Ansbach trifft. Dort soll dann besprochen werden, was genau bei der Renovierung angegangen wird und welche Kosten die Landeskirche übernimmt - damit ein neuer Pfarrer möglichst schnell einziehen kann.

In welcher Höhe sich die Kosten ungefähr bewegen werden, will Greiner vor dem Treffen der beiden Stellen lieber nicht nennen. "Das muss jetzt alles besprochen werden, und dann sehen wir weiter."

Weil aber auch eine schnelle Renovierung wohl ihre Zeit braucht, muss weiterhin Pfarrer Reinhold König von der Kirchengemeinde Burkersdorf und Hain in Vertretung von der Kanzel in der Jakobikirche predigen. Einen geeigneten Nachfolger zu finden, sei jedenfalls gar nicht so einfach, weiß Dorothea Greiner: "Das hängt auch davon ab, ob sich eine Bewerberin oder ein Bewerber auf eine Interimswohnung einlässt." Erfahrungsgemäß hätten es Pfarrer aber nicht so gerne, mit ihrer Familie einen großen Umzug gleich zweimal innerhalb kurzer Zeit machen zu müssen. "Wobei die beziehbaren Häuser und Wohnungen in Küps jetzt auch nicht so reich gesät sind", sagt die Regionalbischöfin.


Greiner mit Galgenhumor

Hinzu komme, dass der kommende Küpser Pfarrer bereits in einer anderen Gemeinde erste Erfahrungen gesammelt haben sollte. "Das ist schon eine große Gemeinde, die durch einen Berufsanfänger schlecht im Probedienst besetzt werden kann", findet Greiner. Deshalb bliebe ihr und Dekanin Dorothea Richter nichts anderes übrig, als wieder auf Bewerber zu warten. "Ich spreche natürlich Personen an, aber weder die Dekanin noch ich können einen Bewerber backen", übt sich Greiner im Galgenhumor.

Ehe die nächsten erleichternden Zeilen auf der Homepage der Küpser Kirchengemeinde veröffentlicht werden können, dürfte es also noch einige Zeit dauern. Manchmal muss man sich halt in Geduld üben.


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