"Happy birthday, Glasmuseum" hieß es am Donnerstag im Glascafé. Mit Freude und Stolz feierten die "Glasbewahrer am Rennsteig" das zehnjährige Bestehen ihres Europäischen Flakonglasmuseums.

Die Glasbewahrer hatten es am Anfang nicht leicht, ihre Idee von einem Glasmuseum zu realisieren. Selbst der Bezirksheimatpfleger Günter Dippold räumte in seiner Festansprache ein, am Anfang skeptisch gewesen zu sein. Jetzt wisse er: "Dieses Museum hat es gebraucht!"

Entstanden ist ein Museum, in dem sich alles rund um das Glas, von der Antike bis in die Gegenwart, dreht. Es verbindet Tradition und Moderne sowie die Historie der Heinz-Glashütte.

"Die Liebe zum Glas und zur Geschichte der Glasbewahrer haben seine Kollegen und ihn schließlich überzeugt", brachte es Dippold auf den Punkt. Er erinnerte daran, dass damals zahlreiche Hürden überwunden werden mussten, bis das Museum in trockenen Tüchern war. Und er lobte: "Sie haben etwas geschaffen, das Ihnen keiner zugetraut hätte!"

Das Flakonmuseum dokumentiere, dass Kleintettau zwar abseits von Metropolen liege, aber keineswegs Provinz sei, so Dippold. Das Glasmuseum sei in höchst professioneller Weise aufgebaut worden. In diesem Zusammenhang sprach er vom Sammeln von Glasprodukten, von der Dokumentation der Glasproduktion in den verschiedenen Zeitepochen, von Glasmachern früher und heute, von Sonderausstellungen, die es im Glasmuseum zu sehen gab und gibt.

Das Besondere an diesem Museum sei, so Dippold, dass der Besucher direkt von der Historie einen Blick in die Gegenwart habe. So könne er von einem eisernen Steg aus die Glasproduktion bei Heinz-Glas live miterleben. Zudem erwähnte er die Glashöhle für Kinder.

An den Reden der beiden Unternehmer Carl-August Heinz (Heinz-Group) und Bernd Hörauf (Gerresheimer Tettau) merkte man, dass beide Glasmacher aus Leidenschaft sind und viel Herzblut in die Tradition und Innovation der Glasmacherkunst investieren.

"Krone der Glasmacherkunst"

So sprach Bernd Hörauf bezüglich von Glas als "unsere DNA". Die Glasflakons bezeichnete er als die "Krone der Glasmacherkunst". Das Glasmuseum soll die Kunst des Glasmachens bewahren und junge Menschen für die Glasindustrie sensibilisieren.

Carl-August Heinz, der in seiner Firma für die Glasbewahrer die Räumlichkeiten des Glasmuseums zur Verfügung stellt, ging auf Zahlen ein. Demnach konnten seit Ende 2008 im Flakonmuseum 56 000 Besucher registriert werden. Rund 1,1 Millionen Euro an Spenden und 1,1 Millionen Euro an Fördermitteln habe man erhalten. "Wir sind gut unterstützt worden!", brachte er seinen Dank zum Ausdruck.

Bei aller Freude waren aber auch mahnende Worte zu hören. So sorgt sich Carl-August Heinz um die Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit der Energie: "Das ist für die Glasindustrie lebensnotwendig!" Er hob die Bedeutung dieser Branche in der Region bezüglich Sicherung von Arbeitsplätzen, Steuereinnahmen und auch Kreditwirtschaft hervor.

Anschließend stellte Sabine Thalmeyer ihr Kinderbuch vor. Darin geht es um eine kindgerechte Darstellung zum Thema "Glas", um die Köhlerei, Heimat etc. Zu erwerben gibt es dieses 60 Seiten umfassende Buch im Europäischen Flakonglasmuseum.

Carl-August Heinz wies auch darauf hin, dass 2000 Glasexponate aus DDR-Zeiten in separaten Räumlichkeiten des Museums auf Dauer ausgestellt werden sollen. Zuvor jedoch überbrachte der Tettauer Bürgermeister auch im Namen des Landrats Klaus Löffler die Glückwünsche. Er sprach vom Weitblick der Glasbewahrer, die vor elf Jahren trotz Finanzkrise an ihrer Idee festhielten.