Kronach

Die Schnellsten auf 324 Kilometern

Ein achtköpfiges Team aus Kulmbach und Kronach hat sich von Prag nach Nürnberg auf den Weg gemacht. 324 Kilometer zu Fuß beim Via Carolina Lauf. Und dabei waren die sieben Männer und die einzige Frau im Team, Monika Lindenberger, nicht nur die Schnellsten.
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Teamchef Markus Schott hat die Frankenwald-Truppe zum Lauf von Prag nach Nürnberg motiviert. Fotos: privat
Teamchef Markus Schott hat die Frankenwald-Truppe zum Lauf von Prag nach Nürnberg motiviert. Fotos: privat
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324 Kilometer, 32 Stunden. Es geht von Prag nach Nürnberg. Und zwar zu Fuß.

Das ist der Via Carolina Lauf, ein Lauf gegen Krebs, der heuer zum 13. Mal ausgetragen wurde und an dem eine Gruppe Läufer aus den Landkreisen Kronach und Kulmbach teilgenommen hat.

Markus Schott, Johannes Henninger, Julian Pfadenhauer, Jonas Thiede (alle Landkreis Kulmbach), Uwe Neubauer, Kai Wolf und Monika Lindenberger (alle Kreis Kronach) sowie Stefan Elstner aus Ansbach bildeten das Team Frankenwaldinferno.

Alle Acht haben erstmals an dem Lauf teilgenommen und prompt in zwei Kategorien gewonnen: Sie holten die meisten Etappensiege und bildeten die schnellste Mannschaft.

Dass die Chancen dafür nicht schlecht stehen würden, vermuteten sie bereits im Vorfeld: "Wir kannten die Zeiten vom letztjährigen Lauf und unsere. Wir sind also mit dem klaren Ziel hingefahren, zu gewinnen", sagt Uwe Neubauer, der mit 47 Jahren älteste Läufer im Team. Normalerweise laufen die Männer und Frauen um das "Frankenwaldinferno" Marathon, Ultratrail die sportliche Herausforderung suchen sie immer wieder. Der Via Carolina Lauf sei damit allerdings überhaupt nicht zu vergleichen. "Im Gegensatz zum Marathon hat man bei so einem Etappenlauf immer wieder Unterbrechungen. Weil es dazwischen keine lange Regenerationszeit gibt, wird die Muskulatur ganz anders belastet", erklärt Jonas Thiede. Denn von Prag nach Nürnberg wurde die Strecke unterteilt in 31 Etappen von je zehn Kilometern.

Teamgedanke zählt

"Wir sind gemeinsam am Prager Rathaus über die Karlsbrücke losgelaufen. Danach ging es für den ersten los auf die ersten zehn Kilometer. Jeweils ein anderer aus dem Team hat diesen Läufer dann mit dem Rad begleitet bis zum nächsten Wechselpunkt. In Nürnberg angekommen sind dann wieder alle Läufer gemeinsam zum Hauptmarkt gelaufen", berichtet Uwe Neubauer. Gelaufen wurde nonstop, auch nachts. Die acht Läufer aus dem Frankenwald haben sich die 31 Etappen so aufgeteilt, dass jeder vier, einer drei gelaufen ist, weil es sonst nicht aufgegangen wäre. Wer welche Etappe läuft, haben sie danach entschieden, wer sich wie gefühlt hat, wer lieber flache Strecken als Anstiege läuft und umgekehrt.

"Wir waren eine kleine Gruppe, es können auch mehr in einem Team mitlaufen, so dass beispielsweise jedes Teammitglied nur ein oder zwei Etappen läuft", weiß Jonas Thiede um den Unterscheid zu einem Marathon und, dass sich der Via Carolina Lauf dadurch auch für jede etwas sportliche Gruppe eignet.

Beim Via Carolina Lauf gehe es mehr um das Team als um den Wettkampfgedanken. "Das muss passen, sonst kann es schnell zu Reibereien kommen", sagt Uwe Neubauer. Und das sei das Schöne an der Frankenwald-Truppe gewesen, "dass es gepasst hat", was nicht zuletzt der guten Organisation und dem Einsatz von Teamchef Markus Schott zu verdanken ist. Neben der tollen Landschaft und dem "unglaublichen Gefühl, wenn man der aufgehenden Sonne entgegen läuft", sei dieses gute Teamgefühl das gewesen, was den Lauf für ihn zu einem so unvergesslichen Erlebnis gemacht hat. "Wir passen einfach zusammen, auch wenn wir unterschiedlichen Alters sind Jonas beispielsweise könnte vom Alter her mein Sohn sein - aber uns verbindet das Laufen und die gleiche Auffassung dazu: Wir laufen, aber genießen auch gern mal ein Schäufele und gönnen uns das ein oder andere Bier."

Ärgerliche Situation zu Beginn

Und dabei hatten die Läufer aus dem Frankenwald gleich zu Beginn in Prag eine ärgerliche Situation. Eines der beiden Begleitfahrräder, das von Teamchef Markus Schott, wurde, während die Teilnehmer alle gemeinsam losgelaufen sind, vom am Auto befestigten Heckträger geklaut. "Das ist richtig ärgerlich und hat die Stimmung natürlich gedrückt. Deshalb haben wir mit den Veranstaltern auch eine kleine Spendenaktion gestartet, damit Markus wieder zu einem neuen Rad kommt. Er hat alles für uns organisiert und dann wird ihm das Fahrrad geklaut - das ist nicht fair", ärgert sich Uwe Neubauer noch immer. Doch selbst davon haben sich die Sportler nicht unterkriegen lassen, sondern sich mit der Portion Wut im Bauch erst recht die beiden Pokale geholt.

Seit drei Jahren läuft der Reichenbacher Uwe Neuabuer, sechs oder sieben Marathons hat er schon hinter sich. Angefangen hat alles damit, dass er sich bewegen wollte um etwas Übergewicht loszuwerden, dann hat ihm Markus Schott, den er beruflich bereits kannte, die "Laufbibel" von Herbert Steffny empfohlen und von da an hat Uwe Neubauer das Lauf-Fieber gepackt. Jonas Thiede ist zwar schon immer sportlich aktiv, mit dem Laufen hat er auf dem Niveau allerdings erst vor eineinhalb Jahren begonnen. Eigentlich fährt er noch lieber und mehr Fahrrad, als nächstes beispielsweise in den Urlaub nach Kroatien. etzt braucht das Frankenwaldinferno-Team die nächste Herausforderung, sind sich alle einig. Ausschau nach dem nächsten sportlichen Event wird sicherlich schon gehalten.

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