Eine urige Hütte mit Bierbänken. Die Fenster, auf die die Abendsonne scheint, sind mit Deutschlandfahnen abgehängt. Vier große Fernsehgeräte stehen bereit. So präsentierte sich die Rosenberg-Alm am Samstag zum Auftakt des Angebots, in der Vorrunde gemeinsam die Spiele der deutschen Mannschaft zu schauen.
Bereits vor dem Anpfiff des Schiedsrichters stehen die Besucher zur Nationalhymne auf. "In der Gemeinschaft die Spiele der Deutschen zu verfolgen, macht einfach mehr Spaß als allein", sagt Ulrike Schmidt. Sie möchte mit dem Besuch der Alm auch die Bemühungen der Verantwortlichen unterstützen und hofft für die weiteren Spiele auf eine Steigerung der Besucherzahlen.

Mit Getränken versorgt verfolgen die Fans die Begegnung. Ein erstes Raunen geht bereits nach gut einer Minute Spielzeit durch die Alm, als nämlich Gomez mit einem ersten Kopfball für Gefahr vor dem gegnerischen Tor sorgt.


Nur bei EM und WM dabei



In regelmäßigen Abständen, immer, wenn sich vor dem Tor der Portugiesen etwas tut, wiederholte sich dies.
Ulrike Schmidt hat eigentlich weniger mit Fußball zu tun, sie ist auch keine Expertin, wie sie selbst einräumt. "Mich interessieren immer nur die Welt- und die Europameisterschaft, da bin ich dann ganz einfach begeistert dabei", sagt sie.

Erste Möglichkeiten zu einem Gespräch mit den Sitznachbarn bietet die Behandlungszeit von Neuer, der nach rund einer Viertelstunde von einem gegnerischen Spieler getroffen wird. Kurz vor der "Raucherpause" müssen die Fans nochmals kurz die Luft anhalten, als ein Lattenknaller der Portugiesen glücklicherweise auf der Linie landet.


Absoluter Gomez-Fan



Als in der zweiten Halbzeit schließlich Gomez die Deutschen mit dem entscheidenden Tor erlöst, springen die Besucher von ihren Plätzen und feiern die Deutschen. "Ich bin ein absoluter Fan von Mario Gomez", erzählt Iris Mahr. "Dass es für ihn mit dem Tor geklappt hat, war wirklich prima. Ich hatte es mir gewünscht." Sie findet ohnehin, dass die Deutschen sich das Leben selbst schwer gemacht und doch einige Chancen der Portugiesen zugelassen haben. "Wichtig war, dass der Weltklassespieler Ronaldo ausgeschaltet werden konnte", hält sie fest.

"Obwohl ich hier zu den jüngeren zähle, werde ich versuchen die meisten Spiele der deutschen Mannschaft hier zu sehen", betont Sebastian Scherbel. Die Stimmung in der Alm sei einwandfrei - und man sei unabhängig vom Wetter, sagte er.

Auch Philip Mahr, einer der Organisatoren, unterstreicht in seiner Bilanz, dass der Rahmen so völlig in Ordnung sei. "Bei Regen wären sicherlich noch einige mehr in die Halle gekommen, zogen aber wahrscheinlich bei Sonnenschein das Public Viewing im Freien vor", vermutet er. Die Begeisterung der vorangegangenen Fanmeilen hatte die Verantwortlichen der Rosenbergalm auf die Idee gebracht, auf der "Alm" auch die Spiele der deutschen Nationalmannschaft live zu übertragen.


Zu voll ist auch nicht gut



"Mein Mann gehört zu den Initiatoren, deshalb ist es logisch, dass ich hier das Spiel verfolgte", sagte Iris Mahr. Der überschaubare Besuch sei für sie in Ordnung. "Wenn die Bude zu überfüllt wäre, wäre es sicher auch nichtgut", meint die junge Frau im Fantrikot.

Und die Fankritik? - Sebastian Scherbel beispielsweise sah Deutschland in der ersten Halbzeit überlegen und im zweiten Abschnitt ein ausgeglichenes Spiel. "Die Abwehr stand sehr gut, und auch im Angriff haben sie sich einige Chancen herausgearbeitet", sagt er. Mit dem knappen Sieg habe man einen Auftakt nach Maß hingelegt, schließlich zählten am Ende nur die drei Punkte, sagte er.

Ulrike Schmidt hat in der ersten Halbzeit wenig spannende Momente gesehen. In der zweiten Halbzeit sei es dann schon aufregender geworden. Als verdienten Arbeitssieg bezeichnete Fußball-Kreisjungendleiter Michael Deuerling das Auftaktspiel der deutschen Mannschaft.