Marktrodach
Ruhestand

Die Rodachtal-Schule war ihr Zuhause

Irmgard Bauerfeind nimmt nach 40 Jahren Abschied von der Rodachtalschule. Die Lehrerin hat den Kindern nicht nur Lesen und Schreiben beigebracht.
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Eine Powerfrau: Irmgard Bauerfeind  Foto: Susanne Deuerling
Eine Powerfrau: Irmgard Bauerfeind Foto: Susanne Deuerling
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"Vor 40 Jahren musste ich mich bei den Bürgermeistern vorstellen, jetzt kommt der Bürgermeister sogar zu mir", sagt Irmgard Bauerfeind lachend bei ihrer Abschiedsrede. Sie denkt gerne an die langen Jahre an der Grundschule und der früheren Hauptschule Rodachtal zurück. Erst in Zeyern und dann im neuen Schulhaus in Marktrodach.

"Ich habe den Brief der Regierung vom 6. August 1973 wieder gefunden, zwar schon etwas vergilbt, aber deutlich zu lesen ist, dass ich ins Rodachtal muss und das habe ich bis heute nicht bereut", sagt die ausscheidende Lehrerin nachdenklich. Und ihr privates Glück hat sie auch bei den Lehrerkollegen getroffen, sodass sie nach der Heirat mit Reinhard Bauerfeind eine Versetzung niemals in Betracht zog. "Für mich, für uns alle wurde dann ein Traum wahr, als wir ins neue Schulhaus zogen. Die Zusammenarbeit mit den drei K - Kirche, Kommune, Kindergarten - hat mir immer viel Spaß gemacht.
Aber am meisten werde ich nun ,meine Kinder‘ vermissen, ihre Unbekümmertheit, Aufgeschlossenheit und ihre Freude", wird Irmgard Bauerfeind ein klein wenig sentimental. Doch der Blick geht in Dankbarkeit zurück, auch wenn ihr der Abschied ein bisschen weh tut.

Es gibt viele Schüler, die froh sind, nach neun, zehn oder zwölf Jahren endlich aus der Schule entlassen zu werden. Irmgard Bauerfeind hat es 40 Jahre in der Schule ausgehalten, nicht dazugezählt ihre aktive Schülerzeit, das wären noch einmal 13 Jahre plus Studium. Sie war und ist eine starke Säule der Schule in Marktrodach.


8000 Schultage


Seit sie im September 1973 in der Schule in Zeyern angefangen hat, damals noch unverheiratet und als "Frau Burgis", ist viel Zeit vergangen. Schulleiterin Annegret Hümmrich ließ in ihrer Abschiedsrede diese Zeit Revue passieren. "Du bist jetzt 40 Jahre bei uns. Das sind etwa 1600 Schulwochen und circa 8000 Schultage, die zum Teil sicher sehr anstrengend waren", betonte Annegret Hümmrich. Irmgard Bauerfeind hat ihren Schülern nicht nur Lesen und Schreiben beigebracht, sondern ihnen auch die Liebe zur Natur und das Staunen vor Gottes Schöpfung vermittelt.


Sehr viel geändert


In den vergangenen 40 Jahren hat sich im schulischen Bereich sehr viel geändert. Irmgard Bauerfeind fand immer die Zeit, um sich mit Fortbildungen "auf dem Laufenden" zu halten und diese neuen Erkenntnisse auch im Unterricht einzubringen. "Wir haben Dich oft noch nach Beendigung Deiner Arbeitszeit hier bei der akribischen Vorbereitung für den nächsten Unterrichtstag angetroffen. Du bist eben Lehrerin mit Leib und Seele und das für jeden einzelnen Deiner Schüler", hob Schulleiterin Hümmrich hervor. Zeit hatte Irmgard Bauerfeind auch in die intensiven Elterngespräche gesteckt und in die Ämter, die sie im schulischen Bereich noch inne hatte. Sie war Kooperationsbeauftragte für die beiden Kindergärten und Umweltbeauftragte. Unter ihrer Regie wurde die Grundschule Rodachtal nun zum zweiten Mal "Umweltschule in Europa".


Urgestein der Schule


Doch nun wird der Begriff "Zeit" für die scheidende Lehrerin eine ganz andere Bedeutung annehmen. Bereits vor zwei Jahren wurde ihr Ehemann Reinhard in der Grund- und Mittelschule Oberes Rodachtal verabschiedet. Auch er war damals 40 Jahre an der Schule gewesen und nun können die beiden gemeinsam ihren Ruhestand genießen, sie haben nun die Zeit, ihren Hobbys nachzugehen oder spontan in Urlaub zu fahren, ohne auf Ferientermine zu achten.

Der stellvertretende Personalratsvorsitzende Jens Schmidt dankte Irmgard Bauerfeind für die vielen schönen Stunden, die sie den Kindern und auch Lehrern beschert hat. Auch Bürgermeister Norbert Gräbner (SPD) verabschiedete "seine Lehrerin". "Ein Urgestein unserer Schule verlässt uns und sie kann sicher viel über ihre ,Schulzeit‘ berichten", meinte Gräbner.

Im Namen des Elternbeirats dankten Sandra Peetz und Carmen Schnell Irmgard Bauerfeind dafür, dass sie nicht nur in den Unterrichtsstunden, sondern auch darüber hinaus immer für die Kinder und Eltern da war. Mit einem Gedicht, bei dem jeder aus der zweiten Klasse eine Zeile beisteuerte, bekräftigten dies auch die Mädchen und Jungen.

Diese feierliche Verabschiedung wurde umrahmt und begleitet von den Schülern der 2. Klasse, "ihrer Klasse", wie Irmgard Bauerfeind stolz sagt, die mit Flötenbegleitung sangen, den Klassen 3a und b, die für ihr Lied einen eigenen Text erstellt hatten.

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