Theisenort
Wirtschaft

Als aus der Porzellanfabrik eine Bieroase wurde - Krüge nach Wunsch und über 100 Sorten Bier in Theisenort

Jürgen Stumpf hat vor 30 Jahren den Betrieb seines Vaters in Theisenort übernommen und zu einem Anlaufpunkt für Bierkenner- und -genießer gemacht. Er gestaltet Krüge nach Wunsch und bietet über 100 Biersorten an.
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Wohltuend und erfrischend ein Schluck vom dunklen, selbst rezeptierten "Theisenorter Ritterseidla".K.- H. Hofmann
Wohltuend und erfrischend ein Schluck vom dunklen, selbst rezeptierten "Theisenorter Ritterseidla".K.- H. Hofmann
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Aus einer Porzellanfabrik mit pfiffiger Dekorgestaltung entwickelte sich inzwischen in Theisenort ein Dorado für urige Bierraritäten. Das Unternehmen von Jürgen Stumpf feiert dieser Tage sein 30-jähriges Bestehen.

Angefangen hat alles mit seinem Vater, den Porzellanmaler Heinrich Stumpf, der 1972 die Porzellanfabrik Stumpf aus Küps ins Leben rief. Er begann mit der Herstellung von Krügen und Vasen aus "weißem Gold". Jürgen Stumpf berichtet, dass sein Vater damals dafür zwei gelernte Fachkräfte eingestellt hat, die den Beruf des Porzellangießers und Porzellanmalers erlernt hatten.

Vom Porzellan zum Bier

Die Porzellanproduktion lief circa 20 Jahre, bis die Mitarbeiter in Rente gingen. "Leider gibt es keine derartigen Fachkräfte mehr, so dass wir gezwungen waren, die Herstellung mit dem ,weißen Gold' einzustellen und nur noch die Veredelung und Dekoration zu übernehmen", so Jürgen Stumpf, der 1989 den Betrieb als gelernter Groß- und Einzelhandelskaufmann übernahm. Der Betrieb musste umgestellt werden und neue Märkte und Vertriebswege mussten aufgebaut werden. So konzentrierte und spezialisierte sich Stumpf auf die kreative Gestaltung von Glas- und Porzellankrügen, aber auch Sportpokalen und Medaillen. Und wenig später kam vor allem durch die Gestaltung von Glas- und Porzellanbierkrügen auch ein Vertrieb von Bierraritäten hinzu.

"Ich bin weder Bierbrauer noch Gastronom, und trotzdem verlagerte sich der Schwerpunkt meiner kreativen Geschäftsidee auf den Vertrieb von verschiedenartigen Bieren kleinerer Brauereien", so Jürgen Stumpf. Die Nachfrage entwickelte sich erfreulicherweise enorm, auch weil viele Bierkenner zugleich neben dem Gerstensaft auch die Gläser mit individueller Gestaltung lieben. "Bei so vielen unterschiedlichen Bierarten und Geschmacksrichtungen kam mir der Gedanke, ein eigenes Bier zu kreieren. Und vor einigen Monaten habe ich mich nun selbst daran gemacht, ein dunkles Bier nach meinem Geschmack brauen zu lassen", erzählt der 58-Jährige voller Euphorie. Es kam die mittlerweile eingeführte und von vielen Bierkennern als geschmacklich gut empfundene neue Biersorte namens "Theisenorter Ritterseidla" auf den Markt. Dazu natürlich auch die geeigneten Gläser mit der Aufschrift "Theisenorter Ritterseidla". Einer der ersten Tester war Bürgermeister Bernd Rebhan, der kürzlich das "dunkle Stöffla" als recht geschmackvoll und als für den Gaumen angenehmen Durstlöscher bezeichnete.

Wenn Oberfranken die größte Brauereidichte aufweisen kann, so verfügt Stumpfs Getränke- Ecke mit über 100 Biersorten aus verschiedenen Klein- und Kleinst-Brauereien - nicht nur aus Oberfranken - über die größte Brauereidichte auf kleinsten Raum.

Mit fränkischem Bier versorgt übrigens auch ein Forchheimer ein ganzes Bundesland.

Inzwischen holen Kunden aus ganz Oberfranken ihren Gerstensaft in Theisenort. Stumpf: "Das sind echte Bierkenner und -genießer, die auch für ein paar Flaschen Bier gerne einige Kilometer Anfahrt in Kauf nehmen."

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