Kronach
Abfallwirtschaft

Die Müllabfuhr im Kreis Kronach wird teurer

Höhere Gebühren hat der Abfallwirtschafts- und Umweltausschuss beschlossen. Auf eine vierköpfige Familie kommen Mehrkosten von 60 Euro im Jahr zu.
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Der Landkreis passt die Müllgebühren an gestiegene Kosten an. Symbolfoto: Frank Rumpenhorst, dpa
Der Landkreis passt die Müllgebühren an gestiegene Kosten an. Symbolfoto: Frank Rumpenhorst, dpa

Der Abfallwirtschafts- und Umweltausschuss des Landkreises Kronach hat in seiner Sitzung am Mittwoch eine moderate Anpassung der Müllgebühren beschlossen. Die Anpassung war schon länger im Ausschuss im Gespräch. Nun war Zeit zum Handeln, zumal der Abteilungsleiterin Abfallwirtschaft im Landratsamt Kronach verwertbare und verlässliche Zahlen vorlagen. So konnte man die Gebühren für die nächsten drei bis vier Jahre festlegen.

"Wenn wir zu sehr ins Detail gehen, wird Otto-Normalverbraucher die Zahlen nicht mehr verstehen, dies würde nur irritieren." Deshalb machte der Landrat die folgende Beispielrechnung auf: Ein vierköpfiger Haushalt mit einer 240-Liter- Tonne zahlt durchschnittlich im Monat fünf Euro oder im Jahr 60 Euro mehr als bisher.

Die Leiterin der Abteilung Abfallwirtschaft Susanne Knauer-Marx legte dem Gremium detaillierte Zahlen und Fakten vor. Im Prinzip habe es seit 1991 keine Gebührenanpassung für die Abfallbeseitigung mehr gegeben. Doch ständig seien Kostenanpassungen, technische Neuerungen, Vertragspartneränderungen, Verhandlungen mit dem Zweckverband für Abfallwirtschaft in Nordwest- Oberfranken sowie immer höhere gesetzlich, technische und fachliche Anforderungen zu berücksichtigen gewesen, wobei man sich frage: Muss denn das alles so sein?

Landrat Klaus Löffler konnte erfreulicherweise darüber informieren, dass mit dem Zweckverband ein annehmbarer Preis pro Tonne für die Müllverbrennung festgelegt werden konnte, so dass die Gebühren für die Abfallwirtschaft im Landkreis Kronach relativ bescheiden blieben. Dafür biete der Landkreis Kronach einen außergewöhnlich breit gefächerten Service für seine Bürger. So verwies man mit Stolz darauf, nun für die nächsten drei bis vier Jahre sich auf eine verlässliche Kalkulation stützen zu können.

Die für die neuen Gebühren notwendige Satzungsänderung wird dem Kreistag zur Beschlussfassung empfohlen. Der Landkreis bietet darüber hinaus außerordentlich vielfältige Serviceleistungen an, die in diesen Gebühren enthalten sind. Knauer-Marx nannte dafür einige Beispiele, wie die 14-tägige Leerung des Restabfalls inklusive Verbrennung, Papier/Pappe (Grüne Tonne) vierwöchentlich inklusive Leerung und Verwertung, Abholung von Sperrmüll auf Abruf und vieles mehr. "Wo gibt es das sonst noch?", fragte die Abteilungsleiterin.

Flexibler bei Problemmüll

Über Verbesserungen einer weiteren Serviceleistung, nämlich der Sammlung von Problemabfällen informierte Thomas Mattes. Er hatte eine Neukonzeption ab 2019 erarbeitet, die der Landrat als vorbildlich bezeichnete, da sie auch noch landkreisübergreifend sei. So könne jetzt ein Kronacher, der beispielsweise in Coburg beschäftigt ist, seinen Problemmüll auch an einer Sammelstelle in Coburg abgeben oder umgekehrt. Es wurde ein flexibles Sammelsystem für Problemabfälle ausgearbeitet, das von 26 auf 42 Sammelstellen und auf 173 Sammeltage in den Landkreisen Coburg-Kronach-Lichtenfels erhöht wurde. Im Landkreis Kronach wird jeden Dienstag von 15 Uhr bis 17 Uhr zwischen Februar und November jeweils in einer andren Gemeinde eine Problemabfallsammlung angeboten. Der Landrat freute sich über so viele Flexibilität und dankte Thomas Mattes für diese minuziöse Ausarbeitung in landkreisübergreifender Zusammenarbeit.

Insgesamt sprach Löffler von einem vorbildlichen Abfallwirtschaftssystem, in das man ja auch noch die Bauschuttdeponien und Wertstoffhöfe einbeziehen müsse.

Aufgrund dieser Komplexität und des umfangreichen Service könne man stolz sein, mit einer relativ geringen Gebührenanpassung dies alles bewältigen zu können, und dies mit einer Stabilität wohl über mindestens drei bis vier Jahre - obwohl man natürlich auch von Preisentwicklungen von Papier oder Müllverbrennungskosten in gewissem Maße abhängig sei. Aber auch da hätten die Kreisräte und er selbst interveniert um die Belastungen seitens des Zweckverbandes in Grenzen zu halten, sagte der Landrat.

Die neuen Gebühren

Privathaushalte Behältergröße 80 Liter: Grundgebühr pro Jahr 75 Euro, pro Leerung 2,40 Euro, Grundgebühr und mindestens zwölf Leerungen 103,80 Euro (Mehrbelastung 25,80 Euro); 120-Liter-Tonne: Grundgebühr 96 Euro, pro Leerung drei Euro, Grundgebühr inklusive zwölf Leerungen 132 Euro (Mehrbelastung 31,20 Euro);

240-Liter-Behälter: Grundgebühr 150 Euro, Leistungsgebühr pro Leerung 4,50 Euro, Grundgebühr inklusive zwölf Leerungen pro Jahr 204 Euro (Mehrbelastung 52,80 Euro);

1100-Liter-Behälter: Grundgebühr pro Jahr 600 Euro, Leistungsgebühr pro Leerung 26 Euro, Grundgebühr inklusive zwölf Leerungen 912 Euro (Mehrbelastung 222 Euro).

Gewerbe 80-Liter-Behälter: 55,20 pro Jahr, Leistungsgebühr pro Leerung 1,80 Euro, Grundgebühr inklusive zwölf Leerungen 76,80 Euro (Mehrbelastung 17,76 Euro);

120 Liter: Grundgebühr 82,80, pro Leerung 2,70 Euro, Grundgebühr inklusive zwölf Leerungen 115,20 Euro (Mehrbelastung 26,64 Euro).

240 Liter: Grundgebühr 165,60 Euro, Leistungsgebühr pro Leerung 5,40 Euro, Grundgebühr inklusive zwölf Leerungen 230,40 Euro (Mehrbelastung 53,28 Euro);

1100 Liter: Grundgebühr 759 Euro, Leistungsgebühr pro Leerung 24,75, Grundgebühr inklusive zwölf Leerungen 1056 Euro (Mehrbelastung 244,20 Euro).

Altreifen Ferner wurden die Gebühren für die Anlieferung von Altreifen ohne Felgen an die Wertstoffhöfe auf 2,50 Euro (bisher 1,50 Euro) und Altreifen mit Felgen auf vier Euro (bisher 2,50 Euro) angepasst.

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