Welitsch
Wald

Die Lage im Frankenwald ist dramatisch

Die Dürre setzt der Forstwirtschaft im Frankenwald gewaltig zu. Bei einer Begehung forderten die Betroffenen eine noch umfassendere Förderinitiative.
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Ausgedehnte Schadholzflächen, wie hier am Pressiger Berg, veranschaulichen, dass es den Wäldern derzeit sehr schlecht geht.Bernd Graf
Ausgedehnte Schadholzflächen, wie hier am Pressiger Berg, veranschaulichen, dass es den Wäldern derzeit sehr schlecht geht.Bernd Graf
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Die Forstwirtschaft im Frankenwald und insbesondere im Landkreis Kronach steht wegen der anhaltenden Trockenheit und des Borkenkäferbefalls momentan vor erheblichen Herausforderungen. Unerlässlich ist deshalb eine noch deutlich umfassendere Förderinitiative für den Frankenwald, um Klimaschäden zu begrenzen, gezielten Waldumbau zu betreiben und die Forschung für einen klimabeständigen Zukunftswald zu intensivieren. Das war die Kernforderung bei einem Vor-Ort-Termin, zu dem Landrat Klaus Löffler und Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner an den Pressiger Berg bei Welitsch eingeladen hatten.

Dort verschaffte man sich einen Eindruck von den gewaltigen Schäden aufgrund extremer Trockenheit und Borkenkäferbefall. Teilnehmer waren Vertreter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) sowie der Waldbesitzervereinigung (WBV) Kronach-Rothenkirchen.

Laut WBV-Vorsitzendem Georg Konrad steht das Werk von ganzen Generationen in Frage. "Nicht nur die Fichte ist betroffen, auch andere Baumarten leiden", so Konrad. "Unseren Wäldern geht es momentan extrem schlecht. Die Situation ist verheerend und mit anderen Regionen nicht vergleichbar", so stellvertretender Vorsitzender Markus Wich. "Wir befinden uns auf einer Trockeninsel, welche dringend Hilfe benötigt."

Teilweise existenzbedrohend

Geschäftsführer Tobias Wicklein schilderte die tägliche Situation vor Ort. Die Lage für die Waldbesitzer werde immer auswegloser und teilweise sogar existenzbedrohend. Der Frankenwald sterbe in Teilen ab. Holzverkaufserlöse deckten in den meisten Sortimenten die Aufarbeitungskosten nicht mehr. Gerade ältere Waldbesitzer mit kleiner Rente könnten sich die Bekämpfung der Borkenkäfer auf ihren Flächen vielleicht bald nicht mehr leisten und müssten das Holz stehen und den Wald sterben lassen.

Wenn das Schadholz jedoch jetzt nicht umgehend aufgearbeitet und von der Fläche geräumt werde, breite sich der Borkenkäfer immer weiter aus, und die Wälder würden großflächig absterben, erklärte Wicklein. Der Frankenwald würde sein Gesicht als "grüne Krone Bayerns" verlieren. Die Folgen wären dramatisch. Nicht nur für die Waldbesitzer, Forstunternehmer und Sägewerke, sondern auch für den Tourismus- und Erholungssektor und nicht zuletzt sogar für die Trinkwasser- und Luftqualität hätte dies weitreichende Folgen.

Neben der staatlichen Hilfe für den insektizidfreien Waldschutz wäre dringend eine Unterstützung für Flächenräumungen notwendig, um anschließend klimatolerante Mischwälder aufzubauen, so die drei WBV-Vertreter. Auch brauche es mehr Unterstützung in der Baumartenauswahl.

Forstdirektor Michael Schmidt sah in der Frage "Was forsten wir wieder auf?" eines der wesentlichen Handlungsfelder, welches in ein Gesamtkonzept münden müsse. Der zuständige Revierförster Armin Hanke stellte einen Ausschnitt der Klimakarte 2100 vor, welche die Fichte fast im gesamten Landkreis als nicht geeignet kennzeichnet.

Trockenheit, Dürre und Schädlinge hätten in diesem und im vergangenen Jahr drastische Folgen für den Frankenwald mit sich gebracht, so Landrat Klaus Löffler. "Ganze Flächen mussten und müssen noch gerodet werden." Unser Frankenwald sei ein äußerst wichtiger Wirtschafts-, Umwelt- und Klimafaktor. Er präge den Charakter der Heimat und sei daher unschätzbar wertvoll. "Wir müssen alles daran setzen, ihn zu erhalten und zukunftsfähig aufzustellen", so Löffler. Auch werde der Landkreis den heimischen Rohstoff Holz künftig mehr in Wert setzen.

Jürgen Baumgärtner, MdL, begrüßte die bayernweite Initiative des Ministerpräsidenten, 30 Millionen Bäume in den nächsten fünf Jahren zu pflanzen und den Auftrag der Bayerischen Staatsforsten dahingehend auszurichten, dass "wir einen klimafreundlichen und klimabeständigen Staatswald für die Zukunft aufbauen". Froh sei er außerdem, dass der Ministerpräsident deutlich gemacht habe, dass man diesbezüglich nicht ausschließlich im Staatswald tätig werden dürfe, sondern die Privatwaldbesitzer ebenfalls Unterstützung benötigen, so Baumgärtner.

Der Frankenwald und die heimischen Privatwaldbesitzer bräuchten aufgrund der speziellen regionalen Herausforderungen besondere Unterstützung. "Und dafür setze ich mich ein", so der Abgeordnete. Im ersten Schritt sei es gelungen, die Hilfen zur Bekämpfung des Borkenkäfers zu erhöhen. Die Förderung für den Abtransport von befallenen Bäumen aus dem Wald sei von 5 Euro pro Kubikmeter auf bis zu 12 Euro angehoben worden.

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