Kronach
Franken Bräu

Nach erneutem Rückruf bei fränkischer Brauerei: Gutachten liegt vor

Zweimal musste die Neundorfer Brauerei Franken Bräu eine Charge Bier zurückrufen. Jetzt liegt das Endgutachten für die zweite Beschwerdeprobe vor. Die Ergebnisse sind aber nicht so klar wie gewünscht.
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Zwei Chargen musste die Franken Bräu zurückrufen.  Foto: Marco Meißner
Zwei Chargen musste die Franken Bräu zurückrufen. Foto: Marco Meißner

Ende August musste die Neundorfer Brauerei Franken Bräu bereits eine ganze Charge Pilsner mit Bügelverschluss (Mindesthaltbarkeitsdatum 5. Mai 2020) zurückrufen. Beim Kronacher Landratsamt war eine Flasche abgegeben worden, in der Rückstände einer Reinigungslauge nachgewiesen werden konnten.

Die Untersuchung ergab eindeutig, dass es sich bei der in der Flasche gefundenen Lauge nicht um die in der Brauerei verwendete Reinigungslauge handelte. Rainer Mohr, Geschäftsführer der Brauerei, schätzte den entstandenen Schaden auf 200 000 Euro. Er glaubt an eine Manipulation hinter der abgegebenen Probe und äußerte den Verdacht, dass die Franken Bräu absichtlich geschädigt werden sollte.

Er vermutet, dass jemand die beim Forchheimer Landratsamt abgegebene Probe mit Lauge versetzt hat, um seiner Brauerei zu schaden. Der Name des Beschwerdeführers sei ihm bereits bekannt. Dabei handele es sich um "ein hohes Tier aus der Politik und der Industrie". Allerdings aus einem Betrieb "außerhalb des Kreises Kronach". Mehr wolle er dazu derzeit aber nicht sagen.

Erneuter Rückruf - zweites Gutachten liegt vor

Am vergangenen Dienstag musste die Brauerei ihren Rückruf ausweiten, wieder war eine Charge der Sorte Pilsner mit Bügelverschluss (Mindesthaltbarkeitsdatum 6. Mai 2020) betroffen. Diesmal hatte eine Privatperson eine Beschwerdeprobe beim Landratsamt Hof abgegeben.

Knapp eine Woche später liegt nun das Endgutachten des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vor - bringt aber nicht die erwünschte Klarheit. Dem LGL zufolge bestand die untersuchte Flüssigkeit zu 86 Prozent aus Lauge und zu 14 Prozent aus Bier. Ob es sich bei der Lauge um die von der Franken Bräu verwendete Reinigungslauge handelt, könne weder bestätigt noch widerlegt werden.

"Analytisch sind die beiden Laugen zwar ähnlich, Abweichungen bei einzelnen Elementkonzentrationen sprechen jedoch gegen eine eindeutige Identität", schreibt das LGL.

Gäste bleiben aus

"So habe ich mir das Ergebnis nicht vorgestellt", kommentiert Mohr das aktuelle Gutachten. Er hätte sich ein eindeutiges Untersuchungsergebnis gewünscht, um die Herkunft der Lauge zu klären. Vielen Gastronomen würden nach der Rückrufaktion die Gäste ausbleiben. "Dabei wird das Fassbier separat abgefüllt." Seiner Einschätzung nach sei die Annahme verbreitet, dass die Lauge sich im Bier befindet. "Das Bier ist astrein, wenn überhaupt könne die Reinigungslauge über die Waschmaschine in die Flaschen gelangen."

Bereits während des Kronacher Freischießens sah sich die Franken Bräu zahlreichen Anfeindungen und Sabotageversuchen ausgesetzt.

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