Kronach
Ausstellung

Die Heimat auf dünnem Schiefer

Im Landratsamt zeigt Dagmar Hänel Landkreismotive auf einem ungewöhnlichen Maluntergrund.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Burg LauensteinHeike Schülein
Die Burg LauensteinHeike Schülein
+7 Bilder

Seit Montag ist in der Galerie des Kronacher Landratsamtes "Der Landkreis auf Schieferbildern" zu sehen. Die Ausstellung zeigt viele Schönheiten, Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten unserer Landkreisgemeinden, verewigt von Dagmar Hänel auf dünnem Schiefer.

Kirchen, Museen, Rathäuser und natürlich die mächtig über den Dächern thronende Burg Lauenstein und Festung Rosenberg in Kronach - 13 Mal der Landkreis von seiner schönsten Seite, 13 Mal festgehalten mit viel Liebe zum Detail von Dagmar Hänel mit Acrylfarben auf dünnen Schieferplatten, durch einen Mattlack farbmäßig intensiviert: Die seit Montag die Galerie im Landratsamt zierenden Bilder sind eine einzige Hommage an eine wunderbare Heimat.

Dagmar Hänel malt seit ihrer Kindheit. "Als kleines Kind, so mit vier Jahren, habe ich angefangen, alle freien Papierstücke - vor allem den Rand der Zeitung, die mein Vater las, mit verschiedensten Tierchen, Blumen und Mustern zu bemalen. Der Einkaufszettel meiner Mutter war sehr oft ausgemalt. Der Wunschzettel ans Christkind wurde mit einer ganzen Herde Pferdchen versehen, da ich noch nicht schreiben konnte", verriet die nunmehr in Steinwiesen beheimatete gebürtige Nordhalbnerin. Auch wenn sie etwas "Gscheites" gelernt, eine Familie gegründet und zwei Kinder auf die Welt gebracht habe - die Liebe zur Malerei sei immer da gewesen. Seit circa zehn Jahren gibt sie Malkurse in Reha-Kliniken in Bad Steben, seit vier Jahren VHS-Kurse. "Mit einer von Herzen kommenden Anleitung kann jeder malen", zeigte sie sich sicher. Dies bestätigten ihr auch Woche für Woche ihre Patienten, was sie froh und auch ein bisschen stolz mache.

Von der Natur inspiriert

Neben den üblichen Untergründen wie Papier oder Leinwand malt Dagmar Hänel besonders gerne auf allem, was ihr die Natur so bietet. Hierzu zählen insbesondere typisch schwarze Schiefertafeln - einst verbreitetes Schreibmaterial im Alltag; wurden doch vom Mittelalter bis Mitte des 20. Jahrhunderts aus Tonschiefer Tafeln und Griffel hergestellt und über Jahrhunderte hinweg darauf und damit geschrieben. Überhaupt lässt sich die Malerin gerne von der Natur inspirieren. So gestaltet sie auch Fundstücke von Waldspaziergängen wie hart gewordene Wurzeln oder Steine und verhilft ihnen - beispielsweise durch das Bemalen mit Acrylfarben - zu "neuem Leben".

Sehr angetan von Hänels vielseitigem künstlerischem Schaffen zeigte sich auch Kreiskulturreferentin Gisela Lang, die sich über ein "volles Haus" zur Ausstellungseröffnung freuen konnte. Neben Familienangehörigen und Freunden der Ausstellerin wie auch Mitgliedern ihres Nordhalbener Malkreises statteten auch viele Vertreter der Kunstszene, ehemalige Aussteller sowie politische Vertreter der verschiedenen Landkreisgemeinden der Vernissage ihren Besuch ab. Erfreulicherweise konnten bereits vor der Eröffnung schon einige Bilder verkauft werden. Langs Dank galt dem Sohn Oliver Rattinger sowie Alfred Schöpf, dem Lebensgefährten der Ausstellerin, die beim Hängen mitgeholfen hatten - sowie insbesondere "Tante" Liane Bauer, auf deren Initiative die Ausstellung zustande gekommen war. Bauer war es auch, die in ihrer sehr heiter-schwungvollen Einführung einen Einblick in das Leben von Dagmar Hänel, geboren 1955 in Nordhalben und seit 1975 in Steinwiesen lebend, gab.

"Sie liebt die Malerei. Ein Leben ohne zu malen könnte sie sich nicht vorstellen", zeigte sich Bauer sicher. Mit ihren wunderschönen phantasievollen und sehr farbigen Motiven - gestaltet in den verschiedensten Techniken wie Aquarell, Acryl, Öl oder auch Bleistiftzeichnungen - mache sie vielen Menschen eine große Freude. Dabei gehe sie stets mit offenen Augen durch die Natur. Ihre Werke konnte sie bislang bereits bei verschiedenen Ausstellungen präsentieren - so beispielsweise in der Weinstube, in der Seniorenresidenz sowie bei der "Bunten Palette" in Steinwiesen, deren Arbeitskreis sie als Gründungsmitglied angehört. Den bislang größten Auftrag erhielt Hänel, als sie anlässlich des 150-jährigen Jubiläums des Faber-Castell-Standorts in Geroldsgrün den Gebäudekomplex auf zwei Bildern festhielt: einmal zur Zeit der Gründung und einmal aktuell aus der Luftperspektive. Die beiden Bilder übergab man dem Firmenchef Anton-Wolfgang von Faber-Castell, worüber er sich sehr gefreut habe.

Malen gegen die Hektik

"Gerade in hektischen und unruhigen Zeiten gibt es nichts Schöneres, als in die Welt der bunten, leuchtenden und frischen Farben einzutauchen", schwärmte Hänel, die sich bei der Kreiskulturreferentin für die liebevolle Betreuung sowie bei ihren fleißigen Helfern beim Aufhängen bedankte. Es sei einfach gut und entspannend, einmal wegzutauchen aus dem Alltag, mit den Malfarben ohne Zwang loszulegen und damit Farbe ins Leben zu bringen. "Solange ich kann, werde ich den Pinsel nicht aus der Hand legen", kündigte sie an.

Die Ausstellung dauert bis zum 26. Oktober und kann bei freiem Eintritt zu den Öffnungszeiten des Landratsamtes besucht werden.



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren