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Wallenfels
Brauchtum

Die Flößer bekamen die Rute zu spüren

In Wallenfels wurde am Montag vor dem Heiligen Abend die traditionelle Flößerkerwa gefeiert. Diesmal hatte der Nikolaus ordentlich zu tun.
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Die jungen Flößer haben trotz guter Leistung die Rute zu spüren bekommen.  Michael Wunder
Die jungen Flößer haben trotz guter Leistung die Rute zu spüren bekommen. Michael Wunder
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Der alte "Schwarten" kündigte bei seinem letzten Auftritt als gefürchteter Nikolaus seinen Rückzug an. Zuvor gab es bei der Flößerkirchweih, die traditionell am letzten Montag vor dem Heiligen Abend, heuer also direkt am Tag davor, stattfindet, noch mal gewaltige Schläge für Flößer und Ehrengäste.

Der "Sündenkatalog" seiner Flößer war diesmal unendlich lange, so dass bereits die jüngsten Nachwuchsflößer, aber auch die weit über 80-jährigen noch die Rute spürten. Diese ging auch an den zahlreichen Ehrengästen, der Geistlichkeit und der Presse nicht vorbei.

Der ganz in Schwarz gekleidete "heilige Mann", aus dessen Rucksack lediglich eine kleine Fichte herausschaute, hatte immer wieder mit seinen Bart zu kämpfen. Dabei ging er gerade mit denen, die es faustdick hinter den Ohren haben, und manch einem, der mehr frisst als er Verdient, hart ins Gericht.

Neben dem Respekt von allen Flößern und Helfern darf es aber nicht sein, dass Mitglieder die Vorstandssitzungen wegen eines Saunabesuchs regelrecht verschwitzen, sagte der Nikolaus. Lobend erwähnte der fromme Mann die jungen Nachwuchsflößer, die teilweise schon selbstständig ein Floß steuern dürfen.

Es gab weitere gute Nachrichten zu verkünden, so hatte man für die hervorragende Arbeit um die Heimatpflege einen Sonderpreis in Empfang nehmen können. Für den Floßbau habe man zumindest mit dem Fällen des Holzes schon begonnen.

Vorsitzender Andreas Buckreus sen. betonte, dass die Flößerkirchweih keine Weihnachtsfeier sei, sondern als aus langer Tradition - weil die Flößer zu diesem Zeitpunkt immer daheim waren - eine Kirchweihveranstaltung ist. Er bedauerte, dass man in diesem Jahr noch mehr Floßtermine absagen musste als das Jahr zuvor. Besonders wehgetan habe die Absage von "Rodach in Flammen", dem Höhepunkt des Jahres. Aber in der heißesten Woche des Jahres war einfach nicht genügend Wasser da. "Wir haben noch keine Rädchen am Floß", sagte der Vorsitzende beim Jahresrückblick.

Er bat Pater Jan Poja, seinen guten Draht nach oben zu nutzen und im kommenden Jahr für entsprechend Wasser zu sorgen.

Bürgermeister Jens Korn sagte, dass man es sich im Vorfeld nicht vorstellen konnte, dass im zweiten Jahr hintereinander so viele Floßfahrten abgesagt werden mussten. Für die Stadt und die Flößer sei es schlimm, aber noch zu verkraften, besonders hart treffe dies aber die Gastronomie, der es mittlerweile schon richtig weh tut.

Die Flößer leisteten einen außergewöhnlichen Beitrag für den gesamten Frankenwald, dies müsse auch in schweren Zeiten so bleiben. Besonders Floßmeister Henry Stöcker habe mit einem immensen Zeitaufwand alles Menschenmögliche getan. Landrat Klaus Löffler stehe hinter der Sache und will sich parallel zur in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie einsetzen. Er dankte den Flößern für ihre vielfältige Arbeit.

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