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Kronach
Hochschule

Dialog mit Studierenden: "Wir sprudeln schon vor Ideen"

In der vergangenen Woche hatte ein offener Brief der Coburger Studierendenvertretung für Aufruhr in Kronach gesorgt. Ein Gespräch konnte nun Klarheit in die Sache bringen.
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Den Speakers Corner auf dem Loewe-Gelände wörtlich genommen: Franziska Walcher, Torsten Utz und Rüdiger Hümmer (v. l.) freuten sich über ein konstruktives Gespräch. Foto: Marco Meißner
Den Speakers Corner auf dem Loewe-Gelände wörtlich genommen: Franziska Walcher, Torsten Utz und Rüdiger Hümmer (v. l.) freuten sich über ein konstruktives Gespräch. Foto: Marco Meißner

Ein offener Brief sorgte vergangene Woche für Wirbel um die Planungen für den Lucas-Cranach-Campus in Kronach. Die Studierendenvertretung der Coburger Partnerhochschule hatte dem Projekt in der Cranach-Stadt ihre Unterstützung zugesagt, jedoch auch eine Art Anforderungsprofil hierfür ausgearbeitet. Das kam manchem Kronacher in die falsche Kehle, klang es doch stellenweise wie ein Forderungskatalog, dessen Sachstand zudem lange überholt war.

Umfrage unter Studierenden

Gleich am Montag wollten die Beteiligten in einem Pressegespräch Klarheit schaffen. "Für mich war es so eine Art Checkliste", räumte Studierendenvertreterin Franziska Walcher ein. Es sei keine Absicht gewesen, jemandem mit wüsten Forderungen das Messer auf die Brust zu setzen. Der Brief sei nur das Ergebnis einer Umfrage unter den jetzigen Studenten gewesen, um herauszufinden, was diese für einen erfolgreichen Verlauf des Kronacher Projekts für sinnvoll halten.

Dass die Inhalte des Schreibens den tatsächlichen Entwicklungen zum Teil Wochen hinterherhinkten, erklärten die Studierendenvertreter Franziska Walcher, Torsten Utz und Rüdiger Hümmer mit dem bürokratischen Weg in Coburg. Erst musste der bereits im November/Dezember erstellte Brief das studentische Parlament passieren, danach die Hochschulleitung. Wochen zogen ins Land. Trotzdem sei die Entscheidung für eine Veröffentlichung beibehalten worden. "Die Studierenden wollten einfach einmal Position beziehen", so Hümmer. Utz räumte ein, dass ihnen durchaus klar sei, dass in Kronach nicht alle noch offenen Wünsche sofort umgesetzt werden können.

Entwicklungen im Umfeld der Hochschule

Hans Rebhan, einer der Motoren der Kronacher Hochschulprojekte, freute sich, dass nun auch mit den Studenten ein direkter Dialog aufgenommen ist. "Wir werden eine hochwertige Ausbildung bieten und tolle Studienbedingungen schaffen", sicherte er den Vertretern aus Coburg zu. Er sprach von einem "Alleinstellungsmerkmal" und einer "Sogwirkung", welche die einzig in Kronach angebotenen Studiengänge bieten sollen.

Was die Rahmenbedingungen betrifft, sei vieles schon auf dem Weg. Aber natürlich gebe es einen gewissen "Aufwuchsplan". Das heißt, mit dem sukzessiven Ansteigen der Studentenzahl werde sich auch im Umfeld der Kronacher Hochschule immer mehr entwickeln. Das betreffe auch die weichen Standortfaktoren wie Verkehrsverbindungen, Mensa, ÖPNV, Gastronomie- und Freizeitangebote sowie weiteren Wohnraum.

Mit seinen Erklärungen traf Rebhan sichtlich den Nerv der Gäste. "Mir gefällt die Aussage: ,Studierende sind Kunden‘", lobte Hümmer seinen Gegenüber. Man müsse ja sehen, dass Vollzeitstudierende für Jahre ihr ganzes Leben in Kronach einrichten werden.

Einig waren sich alle Diskussionsteilnehmer daher, die Checkliste im Auge zu behalten und den Dialog zu vertiefen. Dabei betonte Rebhan aber: "Wir beschäftigen uns nicht mit Hofer oder Coburger Perspektiven, sondern sehen den Campus als Ganzes. Die Zielsetzung ist vor allen Dingen, die Region insgesamt in die Zukunft zu bringen." Die Studierenden sind hierfür offen. Hümmer versprach: "Wir sprudeln schon vor Ideen." Es kann also weitergehen.

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