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Pressig
Kommunalwahl

Der Überraschungskandidat in Pressig

Peter Barnikol-Veit (SPD) will in Pressig Bürgermeister werden. Er will sich für die Familien einsetzen und für eine bessere fachärztliche Versorgung.
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Peter Barnikol-Veit will mit seiner Kandidatur den Wählern eine Alternative geben.Veronika Schadeck
Peter Barnikol-Veit will mit seiner Kandidatur den Wählern eine Alternative geben.Veronika Schadeck

Pressig Es war im Dezember eine faustdicke Überraschung, als die SPD-Ortsvereine des Gemeindeverbandes Pressig (Förtschendorf, Rothenkirchen, Pressig) mit Peter Barnikol-Veit aus Welitsch einen Bürgermeisterkandidaten aus dem Hut zauberten.

Mittlerweile hat sich der 62-Jährige mit dem Gedanken angefreundet, den Chefsessel im Rathaus möglicherweise zu erobern. Michael Pütterich sei auf ihn zugegangen, erzählt der Welitscher. Nach einer kurzen Bedenkzeit habe er gesagt: "Ich mache das!" Bei seiner Entscheidung sei es ihm vor allem darum gegangen, den Pressiger Bürgern neben dem bereits nominierten CSU-Kandidaten Stefan Heinlein eine Alternative bieten zu können. "Ich wollte dem in der Demokratie verankerten Wahlrecht zu seinem Recht verhelfen!"

Sicherlich sei für ihn die Kommunalpolitik ein neues Terrain. Aber damals als junger Student und später als Landwirt habe er sich auch in neue Berufsfelder hineinfinden müssen. Außerdem: "Der amtierende Bürgermeister Hans Pietz hatte vor seiner Wahl als Mitarbeiter bei der Bahn auch nicht viel mit der Kommunalpolitik am Hut."

Flexiblere Betreuungszeiten

Peter Barnikol-Veit hat feste Vorstellungen, welche Schwerpunkte er im Falle seiner Wahl auf seine Agenda setzen wird. Zum einen gelte es, die Gewerbetreibenden zu halten und entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, sei es bei der Unterstützung von Fördermöglichkeiten oder bei der Suche nach Fachkräften. Auch könne er sich ein gemeinsames Gewerbegebiet mit der Nachbargemeinde Stockheim vorstellen.

Ein anderes Anliegen seien für ihn die Familien. Die Öffnungszeiten in den Betreuungseinrichtungen müssten flexibler gestaltet werden. Er wisse aus Erfahrung, dass Eltern und vor allem auch Alleinerziehende Schwierigkeiten haben, wenn im Sommer der Kindergarten drei Wochen geschlossen habe. Das ist für manche ein echtes Problem und eine Belastung, weiß er.

Zudem will er die Sanierung von Gemeindestraßen in Angriff nehmen. Da bestehe viel Handlungsbedarf. Außerdem schwebt ihm vor, sich für den Bereich rund um den Rothenkirchener Marktplatz für eine Tempo-30-Zone einzusetzen. "Dann fahren die Autofahrer wenigstens 50 km/h und nicht mehr!"

Ein weiteres Ziel ist es für Peter Barnikol-Veit, die Gebühren im Wasser- und Abwasserbereich stabil zu halten. Diese Gelder sollten auch nur für diesen Bereich verwendet und nicht zweckentfremdet werden.

Als Rentner liegt ihm auch die ärztliche Versorgung am Herzen. Dankbar ist Peter Barnikol-Veit, dass Pressig mit Hausärzten, Zahnärzten, Apotheken zwar relativ gut versorgt sei. Aber das sei nicht ausreichend, es fehlten Fachärzte. Es könne auch nicht sein, dass man bei einem Augenarzt im Januar um einen Termin bittet und dann bis August warten müsse.

Für Peter Barnikol-Veit spielt bei der ärztlichen Versorgung auch das Mobilitätskonzept, das im August 2020 zum Tragen kommen soll, eine Rolle. Denn, so weiß er, viele Bürger seien nicht mobil und haben Schwierigkeiten, Ärzte in anderen Dörfern oder Städten zu besuchen. "Diese wissen nicht, wie sie dorthin kommen sollen!" Nach der Einführung des neuen Personennahverkehrs müsse die Gemeinde am Ball bleiben, dieses beobachten und dann handeln, wenn Lücken auftreten.

Weiterhin müsse die Kommune unterstützend im Pflegebereich wirken. Die Nachfrage nach Tagespflege und Pflegekräften werde in den nächsten Jahren aufgrund der alternden Bevölkerung steigen, ist der SPD-Bürgermeisterkandidat überzeugt.

Weitere Themen sind für ihn Freizeit, Tourismus, die Förderung des Ehrenamts, ein offenes Ohr für Vereine etc. Und natürlich müsse eine Kommune auch ihren Beitrag für den Klimaschutz leisten.

Während Peter Barnickel-Veit von seinen Plänen erzählt, hält er mehrmals inne und meint: "Es gibt viel zu tun!" Die politischen Entwicklungen seien für ihn alles andere als erfreulich. Die Stärkung der Randparteien, die Schwächung der etablierten Volksparteien SPD und CSU sei nicht gut. Die Situation komme daher, dass sich viele Bürger von der Politik nicht mehr ernst- und mitgenommen fühlen. Außerdem: "Die große Politik findet nicht mehr im Parlament, sondern in Shows und Talksendungen statt - das ist ein Problem!"

Eine "spannende Zeit"

Peter Barnikol-Veit war mittlerweile mit seinen SPD-Marktgemeinderatskandidaten unterwegs im Gemeindegebiet. "Es ist eine spannende Zeit, die Spaß macht!" Vor wenigen Tagen habe ihn einer mit "Herr Bürgermeister" angesprochen, darauf habe er gemeint: "Wenn du mich schon haben willst, musst du mich auch wählen!"

Alter, Geschlecht, Beruf spielen für Peter Barnikol-Veit keine Rolle bei einer Bürgermeisterwahl. Wichtig sei, dass es für die Bürger Alternativen gebe und die Leute zur Wahl gehen. In diesem Jahr, so meint er schmunzelnd, solle keiner sagen, es gebe keine Kandidaten. Denn es gebe nicht nur die Gemeinderatslisten von SPD, CSU und Freien Wählern, sondern es sei auch eine weitere Liste vorhanden. Und die Bürger können zwischen drei Bürgermeisterkandidaten wählen. "Wenn das keine Demokratie ist?"

Egal, wie sich die kommenden Wochen entwickeln oder wem die Bürger letztendlich ihr Vertrauen schenken, "von meiner Seite aus wird es keine Anfeindungen geben!" Aber, so stellt Peter Barnikol-Veit auch klar: "Ich habe nicht vor, die Bürgermeisterwahl zu verlieren!"

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