Eichenbühl
Artenschutz

Der Steinkauz kann wieder einziehen

Der Greifvogel gehört zu den selten gewordenen Arten in der Region. Doch die Lebensgrundlagen haben sich verbessert, sodass manche Vogelarten zurückkehren könnten. Bei Eichenbühl wurde deshalb jetzt ein Nistkasten für den Steinkauz angebracht.
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Horst Hühnlein (links) und Nisthöhlenbauer Fritz Eckert montierten die Steinkauz-Nisthöhle an einem Ast.  Foto: Rainer Glissnik
Horst Hühnlein (links) und Nisthöhlenbauer Fritz Eckert montierten die Steinkauz-Nisthöhle an einem Ast. Foto: Rainer Glissnik
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Der Steinkauz benötigt Naturhöhlen in alten Bäumen für seine Brut. Doch Naturhöhlen sind in unserer Landschaft inzwischen knapp geworden. Der dramatische Verlust von alten Obstbäumen in den letzten Jahrzehnten hat dem Steinkauz zusätzlich zugesetzt. Um seine Überlebenschance kurzfristig zu verbessern, wurde vor einigen Jahren in verschiedenen Teilen Deutschlands begonnen, Nistkästen für Steinkäuze in geeigneten Gebieten aufzuhängen. Der Erfolg stellte sich bald ein.

Nachdem in unserer Region in den letzten Jahren vermehrt Streuobstwiesen entstanden, ist auch wieder ein Lebensraum für den Steinkauz entstanden. Der Tüschnitzer Jäger Horst Hühnlein will in seinem Revier diese kleine Eulenart ansiedeln und ihr eine Chance in der Region geben. Hühnlein ist auch Mitglied beim Landesbund für Vogelschutz (LBV) und bastelte als Lehrer häufig auch im Unterricht Nisthilfen.
Ihm liegt die Natur als Ganzes am Herzen.


Ein Hobby, das fasziniert

Im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war der Steinkauz eine verbreitete und häufige Vogelart. Natürliche Brutplätze fehlen allzu oft, erläutert Eulenspezialist Klaus Bauer aus Stockheim. Er unterstützt gerne alle Projekte, die Eulenarten helfen, in der Region wieder heimisch zu werden.

Klaus Bauer ist seit 25 Jahren Eulen- und Greifvogelbeauftragter im Landkreis Kronach. Früher wohnte er am Waldrand und hörte nachts vielfältige Geräusche von nachtaktiven Tieren. Allzu gerne hätte er gewusst welche Tiere hinter diesen Stimmen stecken. Ein Freund hielt damals einen Vortrag, was ihn so begeisterte, sich hier zu engagieren. "Das Hobby hat mich fasziniert." Außerdem engagiert er sich für die Vogelschutzwarte Radolfzell. Es sei einfach faszinierend, wenn man nachts einen Vogel rufen höre und wisse, was für ein Vogel es ist.

Für Nistkastenbauer Fritz Eckert war es eine große Freude, einmal eine Nisthöhle für den Steinkauz zu bauen. Er erinnert sich, 1977 schon einmal einen ganz ähnlichen Nistkasten gesehen zu haben. Er wusste damals nicht, was dieser darstellte. Vor einigen Jahren zeigte ihm seine Frau ein Bild von genau diesem Kasten. Diesen wollte er nun selbst einmal bauen.


Erfolge mit Brutröhren

Viele ehrenamtliche Vogelschützer haben in den letzen Jahren vermehrt Brutröhren für den Steinkauz angebracht. Diese klassische Artenhilfsmaßnahme erzielte beachtliche Erfolge, betont der Naturschutzbund Deutschland (NABU).

Streuobstwiesen mit alten, hochstämmigen Obstbäumen und Dauergrünlandgebiete mit alten Kopfbaumreihen, aber auch kleinparzellierte Ackerflächen mit einzelnen Bäumen sind die bevorzugten Lebensräume des Steinkauzes in Mitteleuropa. Wiesen und Weiden sind ideale Jagdgebiete, alte Baumhöhlen dienen als Brutplätze und Tageseinstände. Durch die großflächigen Umwandlungen von Dauergrün in Acker- und Bauland und die damit einhergehenden Rodungen von potenziellen Brutbäumen kam es zu drastischen Bestandsrückgängen, die dringend Schutzmaßnahmen erforderlich machten. Gezielte Schutzmaßnahmen konnten gebietsweise den Rückgang stoppen, dennoch hat der Steinkauz viele seiner ursprünglichen Brutgebiete aufgegeben.

In unserer Region seien in den letzten Jahren die Lebensgrundlagen des Steinkauzes deutlich verbessert worden, insbesondere durch Streuobstwiesen, erklärte Bauer. Der Steinkauz könnte nun wieder heimisch gemacht werden.

In Europa gehören mindestens 25 Kleinsäuger und 60 Vogelarten zu seinem vielseitigen Nahrungsspektrum, wobei die Feldmaus den größten Anteil hat. Ferner erbeutet der Steinkauz kleine Reptilien, Amphibien, ausnahmsweise auch Fische sowie Insekten und Regenwürmer. In Deutschland steht er mit einem Bestand von etwa 6000 Paaren auf der Roten Liste und gilt als stark gefährdet.

Bei Eichenbühl hat der Steinkauz eine neue Chance erhalten. Die bereitgestellte Bruthöhle hängt an einem Baum am Waldrand mit Blick auf eine davor liegende Senke. Ein idealer Standort für den Steinkauz.

Horst Hühnlein, seine Tochter und Jägerin Andrea, Eulenspezialist Klaus Bauer, Nistkastenbauer Fritz Eckert und der Jagdhelfer Ludwig Steiner brachten die Steinkauz-Nisthöhle an.
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