Melodisch. Dieses Wörtchen macht den Unterschied. Dass die Jungs von Checkered Flag Punkrocker sind, sieht man auf den ersten Blick. Nietengürtel, Tatoos, lässiges auf-dem-Sofa-Gammeln. Irgendwo prangt immer ein Totenkopf, genauso wie das schwarz-weiße Schachbrettmuster. Das ist für die Augen. Auf die Ohren gibt's nicht einfach nur Krawall, es gibt melodischen Krawall.
Damit wollten sie eigentlich auch das Publikum beim Bandcontest am 4. Februar zu "Die Festung rockt" beschallen. "Wir waren angemeldet. Aber vor kurzem ist unser Sänger gegangen", sagt Drummer Philipp Schwarz (23) und kuckt zerknirscht. Nun sind sie auf der Suche nach einem neuen Frontmann. "Bis wir einen haben, singen wir eben selbst", sagt Gitarrist Daniel Maisel (28).

Früher deutsch, heute englisch

Was sie singen, kommt auf Englisch aus den Boxen. "Früher haben wir deutsch gesungen. Jetzt ausschließlich auf englisch", sagt Daniel. Ebenfalls geändert haben sich die Songs: Checkered Flag hat sich von einer Coverband zu einer Truppe mit eigener Musik gemausert. Worüber sie singen? "Über alles", sagen die Jungs. Geht das auch konkreter? "Politik, Arbeit, Geschichten aus dem Leben", sagt Drummer Philipp. "Wir wollen Probleme ansprechen, aber auch einfach Spaß ausdrücken", fügt Benny Karg (22), Gitarrist, hinzu.
Spaß haben sie auf jeden Fall: Der neue Song sitzt noch nicht, Daniel Götschel (28) - genannt Danny - versingt sich. Die Gitarren kommen aus dem Takt, erst spielt jeder irgendwas, dann brechen alle ab und lachen. "Sorry", sagt Danny entschuldigend. Macht nichts, den Aussetzer hört man auf dem Foto eh nicht.
Der Stift grinst, lehnt sich an den Türrahmen und schaut beim zweiten Versuch zu - der klappt. Der Stift hat auch einen Namen: Tim Löhlein (17). "Er ist gut im Texte-Schreiben", sagt Danny und nickt anerkennend. Wenn Tim den Kugelschreiber aus der Hand legt, nimmt er dafür zwei Sticks in die Finger: Der Stift geht bei Schlagzeuger Philipp in die Lehre.

Zusätzliche Location gewünscht

Ob er längerfristig bei Checkered Flag bleibt, weiß Tim noch nicht so genau. "Vielleicht mach ich auch ne eigene Band auf." Mit der würde er vor der gleichen Herausforderung stehen wie Checkered Flag und die anderen Bands im Landkreis: "Es gibt wenig Auftrittsmöglichkeiten, wenn man keine Coverband ist - das Struwwel, mehr nicht", sagen die Jungs. Sie wünschen sich eine weitere Location, "wie die Grüne Haidt in Hof oder das Irish Pub in Coburg".
Am liebsten würden die Bandmitglieder von Checkered Flag auf den richtig großen Bühnen auftreten und mit ihrer Musik Geld verdienen. "Unser Bandname heißt nicht umsonst übersetzt ,Zielflagge'", sagt Schlagzeuger Philipp. Aber die Jungs sind auch realistisch: Erst mal wollen sie bekannter werden und vor allem den Spaß an ihrer Musik nicht verlieren.
Momentan nehmen sie ihr Album auf - und sind auf der Suche nach einem neuen Sänger. "Ruft uns an oder schreibt uns!", fordert Danny auf. Wer sich angesprochen fühlt, schreibt eine E-Mail an checkered-flag@gmx.de oder wendet sich an Philipp Schwarz. Seine Handynummer lautet: 0151/40133559. Auch über Facebook könnt ihr mit der Band Kontakt aufnehmen.
Deren musikalische Vorbilder sind die Punkrock-Bands Pennywise, Rise Against oder die Sex Pistols. Manchmal träumen die Jungs von Checkered Flag davon, auch durch die Welt zu touren. "Und der Stift hilft beim Tourbus-Einräumen", sagt Gitarrist Benny und grinst breit.

Hier gibt's eine Hörprobe von Checkered Flag:

Dateiname : Checkered Flag: Zeichen
Dateigröße : 3.22 MBytes.
Datum : 27.01.2012 13:48
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