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Kronach
Fortschritt

Der Landkreis Kronach wird Modellregion für autonomes Fahren

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer wird am kommenden Dienstag einen Förderbescheid über zwei Millionen Euro übergeben. Damit werden die Bemühungen belohnt, den Landkreis Kronach zur Pilotregion für autonomes Fahren zu machen.
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Ein autonom fahrender Shuttlebus soll künftig auch in Kronach unterwegs sein. Foto: Archiv/MaurizioGambarini, dpa
Ein autonom fahrender Shuttlebus soll künftig auch in Kronach unterwegs sein. Foto: Archiv/MaurizioGambarini, dpa

Ende 2020/Anfang 2021 sollen zwischen Neuses und Kronach zwei Shuttlebusse unterwegs sein. Auf den ersten Blick nichts Ungewöhnliches. Beim zweiten Blick aber wird die Betrachtung dann doch außergewöhnlich, sollen die Shuttles doch autonom fahren.

Die entsprechende Nachricht war am Freitag fast schon versteckt in einer Einladung zu einem Pressetermin am Dienstag in Rehau enthalten. Dort wird Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) Förderbescheide übergeben wird - unter anderem an den Landkreis Kronach, der zwei Millionen Euro erhalten soll. Wie Ina Schnetzer aus dem Büro von MdL Jürgen Baumgärtner (CSU) mitteilte, wird der Landkreis die Finanzmittel unter anderem dafür verwenden, um zwei Shuttlebusse zu erwerben, die anschließend von Valeo in Neuses mit der entsprechenden Software ausgestattet werden. "Autonomes Fahren ist die Zukunft und der Einsatz von autonom fahrenden Shuttles birgt hohes Potenzial, den öffentlichen Personennahverkehr in ländlichen Regionen zu revolutionieren", ist Baumgärtner (CSU) von der Technologie überzeugt. Dementsprechend freut er sich nun, dass die Bestrebungen der Impulsgeber von Landkreis und Valeo, hier vor Ort Modellregion zu werden, nun von Erfolg gekrönt sind.

"Das ganze Projekt wird schrittweise etabliert, so dass davon auszugehen ist, dass man Ende 2020/Anfang 2021 in den Realbetrieb einsteigen kann", informierte Schnetzer im Auftrag Baumgärtners über die zeitliche Planung. Die Shuttles werden nach ihrer Inbetriebnahme auf einer 5,2 Kilometer langen Strecke von Neuses aus nach Kronach zum Bahnhof, von dort aus über die Industriestraße, erneut zum Bahnhof und wieder zurück nach Neuses verkehren.

Das Projekt trägt den Namen Shuttlemodellregion Oberfranken, für das sich neben dem Landkreis Kronach und Valeo als Automobilzulieferer Stadt und Landkreis Hof, die Stadt Rehau, die Firma Navya als Anbieter für selbstfahrende Fahrzeuge, die Unternehmen Rehau AG und die Deutsche Bahn sowie weitere Partner und Hochschulen zusammengeschlossen haben. Das Projekt erstreckt sich auf drei spezifische Testregionen in städtischem, kleinstädtischem und ländlichem Umfeld. Eingesetzt werden sollen Linien- und Shuttlebusse.

Valeo übernimmt Leitung

Valeo übernimmt die Leitung und Koordination des Projekts, das auch Unterstützung durch die Bahn erhält. Das durch den Bund zum Hauptteil finanzierte Projekt wurde nun seitens des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur bewilligt. Die entsprechenden Zukunftsschecks wird der Minister am Dienstag übergeben.

Der Büroleiter des Landratsamtes, Markus Wich, teilte mit, dass man seitens des Landkreises unglaublich zufrieden und dankbar sei, mit Valeo in Neuses den wesentlichen Technologieführer im Bereich autonomes Fahren im Landkreis Kronach zu haben. Zu weiteren Details wollte sich Wich mit Verweis auf den Termin am Dienstag allerdings nicht äußern.

Valeo forscht seit geraumer Zeit im Bereich des autonomen Fahrens. So waren bereits im Jahr 2018 damit 72 Ingenieure und zehn Studenten damit betraut, das Thema zu forcieren. Bereits zu diesem damaligen Zeitpunkt waren sieben Testfahrzeuge unterwegs.

Jörg Schrepfer, Leiter der Abteilung Fahrerassistenzsysteme bei Valeo DAR Deutschland, hat sich bereits im Mai des vergangenen Jahres von der Technologie überzeugt gezeigt. "Das autonome Fahren wird die Verkehrsverhältnisse grundlegend verändern. Es wird das Leben aller Kraftfahrer verändern. Die Reisen werden angenehmer und der Verkehr flüssiger werden. Und gerade in ländlichen Gegenden wird das autonome Fahren Mobilitätsprobleme lösen", hatte er damals gesagt.

Realität soll diese Vorstellung durch Sensoren und Laserscanner werden, die rund um das Fahrzeug eingebaut sind. Diese erkennen ihre Umgebung detailgenau, sammeln Daten, die in einem System zusammenlaufen und so die Sicherheit im Verkehr gewährleisten sollen. Mit den Fördergeldern, die nun zur Verfügung gestellt werden, kann die Entwicklung mit Sicherheit deutlich forciert werden.

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