Tschirn
Gemeinderat

Der Baum darf weg

Ein Baum nahe dem Anwesen des Zweiten Bürgermeister sorgte im Gremium für einen regen Meinungstausch. Lange diskutiert wurde auch über die Kanalsanierung.
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Genau so düster wie das Wetter bei der Fotoaufnahme war die Stimmung am Donnerstag im Gemeinderat. Dieser Baum vor dem Anwesen des Zweiten Bürgermeisters Michael Hader sorgte für richtigen Wirbel im Gemeinderat. Während an anderen Stellen  in dieser Zeit schon mehrere Bäume gefällt wurde, gab Bürgermeister Peter Klinger bei seinen Stellvertreter bisher nicht sein Jawort. Michael Wunder
Genau so düster wie das Wetter bei der Fotoaufnahme war die Stimmung am Donnerstag im Gemeinderat. Dieser Baum vor dem Anwesen des Zweiten Bürgermeisters Michael Hader sorgte für richtigen Wirbel im Gemeinderat. Während an anderen Stellen in dieser Zeit schon mehrere Bäume gefällt wurde, gab Bürgermeister Peter Klinger bei seinen Stellvertreter bisher nicht sein Jawort. Michael Wunder
Dicke Luft herrschte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Anlass war die Frage des Zweiten Bürgermeisters Michael Hader (AfT), wann denn die beschlossenen Maßnahmen aus der Ortsbegehung, die bereits vor acht Monaten stattgefunden hatte, in die Tat umgesetzt werden. Insbesondere wollte er wissen, ob ein Baum in der Nähe seines Anwesens gefällt werden könne. Während an anderen Stellen in dieser Zeit schon mehrere Bäume gefällt worden seien, habe Bürgermeister Peter Klinger bei seinen Stellvertreter bisher nicht sein Jawort gegeben.

Nach einer erregten Diskussion ergriff schließlich Christian Alber (AfT) die Initiative und stelle den Antrag auf Fällung des Baumes. Mit 6:1 Stimmen - der Bürgermeister war dagegen - wurde schließlich beschlossen, den Baum entfernen zu lassen.


Fremdwasser im Kanal

Die Gemeinde Tschirn will (muss) ihr Fremdwasser im Kanal zurückfahren. Man hatte dazu das Büro "Ingenieure für Sanierung von Abwassersystemen" (ISAS), das sich seit 30 Jahren fast ausschließlich mit Kanal- und Fremdwassersanierung befasst, zur Gemeinderatssitzung eingeladen. "Wenn`s ums Thema Fremdwasser geht, werden wir gern hinzugerufen", sagte Carsten Mikosch bei der Vorstellung. Wie er sagte, werden 75 Prozent alle Kanalschäden bereits beim Bau erzeugt.

Fremdwasser verursacht hohe Kosten und dies schlägt sich letztendlich auf die Abwassergebühr der Bürger nieder. Bereits kleine Schäden mit geringen Zulaufmengen summieren sich über die Zeit zu einer größeren Menge an dem nicht erwünschten Fremdwasser im Kanal. Nach Satzung sind die Zuständigkeitsgrenze und damit auch die Kostentragungsgrenze geregt. Die Gemeinde ist bis zur Grundstücksgrenze zuständig, ab dort ist der Grundstücksbesitzer verantwortlich. Bei den dichten Böden ist in ganz Oberfranken fast keine sichere Versickerung möglich, sagte Mikosch.

Der Hauptkanal muss demnach in einem ersten Schritt inspiziert und dies auch dokumentiert werden. Dies geschieht in der Regel durch einen regionalen Partner, sagte Mikosch. Erst dann werde das Planungsbüro tätig. Dabei müsse man den defekten Stellen nachgehen und die unterschiedlichen Möglichkeiten betrachten.


Spezialisten gefragt

Gemeinderat Günter Böhnlein (CSU) meinte, dass man sich bereits seit längerer Zeit mit diesem Thema befasst. Insbesondere bat er um die Vorstellung von finanziell tragbaren Sanierungsmöglichkeiten. Es werde sicherlich nicht alles zu hundert Prozent abzudichten sein, aber viele Stellen könnten minimiert werden, sagte der Gast vom Planungsbüro. In der Regel sei die Inlinertechnik die kostengünstigste Sanierungsvariante. Letztendlich müsse alles fachmännisch ausgeführt werden, da seien richtige Speziallisten gefragt. Mikosch: "Nur weil jemand eine Rohrkamera hat, heißt das noch nicht, dass man damit was anfangen kann."

Geschäftsleiter Thomas Weber meinte, dass Tschirn eine der ersten Gemeinden war und schon vor über 20 Jahren eine aufwendige Kanalsanierung durchführen ließ. Diese Maßnahme habe aber nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Bürgermeister Peter Klinger (CSU) sah ein großes Problem in den am Kanal angeschlossenen Drainagen. Kanalspeziallist Mikosch meinte, dass alle zehn Jahre der Kanal überprüft werden muss. Wenn man Schäden rechtzeitig erkenne, seien diese meist auch mit kostengünstigeren Maßnahmen zu beheben. Sein Büro habe deshalb für den ersten Schritt der Gemeinde ein Angebot unterbreitet.


Für den Radweg

Recht deutlich sprach sich Günter Böhnlein für den Radweg zwischen Tschirn und Brennersgrün aus. Dies wurde in der Bürgerversammlung angeregt und sollte mit Nachdruck verfolgt werden, sagte Böhnlein. Auch bei der Handyversorgung wurden zwischenzeitlich entsprechende Programme aufgelegt. Man zeigte sich deshalb zuversichtlich, dass man in Tschirn bald einen besseren Empfang hat. Zum Thema Nahverkehrskonzept, dem Hauptpunkt der Bürgerversammlung, wurde der Gemeinde Tschirn durch Landrat Klaus Löffler versprochen, diese einzuziehen. Christian Alber (AfT) meinte, man warte auf ein Zeichen aus dem Landratsamt und werde sich dann für die Belange der Tschirner Bürger einsetzen. Auch Bürgermeister Peter Klinger plädierte dafür, die direkte Busverbindung nach Kronach zu erhalten.

Bürgermeister Peter KIinger informierte, dass die gemeindlichen Garagen am ehemaligen Milchhäuschen an Günter Böhnlein verkauft wurden.

Baubeginn der Ortsdurchfahrt (Nordhalbener und Teuschnitzer Straße)) ist am 16. April.

Im Zuge einer dringlichen Entscheidung musste Bürgermeister Peter Klinger die Außeneinheit der Feuerwehrsirene ersetzen lassen. Die Materialkosten belaufen sich auf 3000 Euro zuzüglich der Montage.
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