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Nagel
Auszeichnung

Denkmalschutzmedaille für Schlosssanierung

Cornelie und Rainer Vormbrock haben das Schloss in Nagel aufwendig saniert. Dafür erhielten sie jetzt die Denkmalschutzmedaille.
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Schloss Nagel nach der Sanierung: Das Gebäude und der Park sind eine Augenweide.  Fotos: Sonja Adam
Schloss Nagel nach der Sanierung: Das Gebäude und der Park sind eine Augenweide. Fotos: Sonja Adam
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Dass Cornelie Vormbrock und ihr Mann mit der Denkmalschutzmedaille des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst ausgezeichnet worden sind, freut die beiden. Die Medaille samt Urkunde bekommt einen Ehrenplatz.

Bei der Preisverleihung in München war auch Landrat Oswald Marr (SPD) dabei. "Das Jagdschloss Nagel ist ja in eine herrliche Außenanlage eingebettet. Die 1000-jährige Eiche ist ein Kleinod und es ist ein Glücksfall für den ganzen Landkreis, das die Vormbrocks das Schloss so schön wieder in Stand gesetzt haben. Cornelie und Rainer Vormbrock haben viel Zeit, Kraft und auch viel Geld in die Sanierung gesteckt. Das ist äußerst anerkennenswert", freute sich der Landrat.


In einem schlechten Zustand

Als Cornelie Vormbrock, eine geborene von Künsberg, im Jahr 1990 das Schlösschen in Nagel von ihrer Mutter überschrieben bekam, war das Anwesen in einem erbarmenswerten Zustand. Die Schiefer- und Schindeldächer waren undicht, die Dachstühle waren vom Holzwurm befallen. Die Fassade des Hauptgebäudes war rissig und defekt und die Elektrik stammte aus den zwanziger Jahren und war völlig veraltet.

Das Schloss wurde damals über Ölöfen in jedem Zimmer beheizt, aber die Kamine benötigten dringend eine Sanierung. Und natürlich mussten auch die Sanitärbereiche dringend saniert werden, denn sie stammten aus den dreißiger Jahren.

Ein sorgenfreies Leben

Anfangs, als Cornelie Vorm brocks Mutter noch lebte, fuhr das Ehepaar fast jedes Wochenende aus dem Bergischen Land, wo es sich in einem Landschaftsschutzgebiet ein Haus gebaut hatte, nach Nagel. "Wir wollten meiner Mutter ein sorgenfreies Leben ermöglichen", sagt Cornelie Vormbrock. Und so kam es dazu, dass die Dächer abgedichtet wurden. Nach und nach begann die Familie, das Schlösschen zu sanieren.

Und schließlich, nachdem sowohl Rainer Vormbrock als auch Cornelie Vormbrock - beide waren im Schuldienst tätig - pensioniert waren, siedelten sie nach Franken um. Das Haus im Bergischen Land wird nun von der Tochter mit Familie bewohnt.

Sechsstellige Summe investiert

Die Vormbrocks ließen sich vom Architekturbüro K.-H. Kropf & Spindler beraten, nahmen energetische Maßnahmen in Angriff und gestalteten die Parkanlage rund um Schloss Nagel neu. Dabei halfen Erich Zipfel aus Erlangen sowie die auf Baumpflege spezialisierten Firmen Winkle aus Weismain und Gehring aus Küps.
Das Schloss ist inzwischen innen und außen komplett saniert. Im Lauf von mehr als 20 Jahren haben die Vormbrocks eine sechsstellige Summe in das Schloss investiert.

Doch inzwischen ist es ein Kleinod, in dem man herrlich Leben kann. Alte Öfen erzählen Geschichte. Auch die alten Mauern machen Historie lebendig. Beheizt wird das Schlösschen inzwischen mit einer Pelletsheizung: energetisch vernünftig.

Grundstück ist herrlich bepflanzt

Das große Grundstück ist wieder herrlich bepflanzt. Die Wiesen werden von zwei Lamas und drei Alpakas beweidet. Regelmäßig führen Cornelie Vormbrock und ihr Mann die Tiere spazieren. Und bald sollen die Alpakas auch geschoren werden. "Wir haben schon Anfragen für die Wolle. Die muss natürlich erst gereinigt und aufgearbeitet werden", erzählt Cornelie Vormbrock und freut sich schon auf dieses neue Betätigungsfeld.

Doch die beiden Lehrer, die in der Sonderschulpädagogik tätig waren und viele Geschichten erzählen können, planen schon weiter in die Zukunft. Die Tiere werden sicherlich auch irgendwann für therapeutische Zwecke eingesetzt. Denn sie können wahre Wunder wirken. Allerdings wollen die Vormbrocks, die ihr Schloss und ihren Park immer wieder für die Öffentlichkeit öffnen, solche Therapietiere nicht professionell nutzen, sondern als Hobby.

Historie des Schlosses Nagel

Urkunde 1419 wurde die alte Kemnate von Schloss Nagel erstmals urkundlich erwähnt.

16. April 1625 Hans Heinrich von Künsberg kaufte das freieigene Gut Nagel mit Gebäuden, Kemenaten, Wassergraben, Hölzern, Feldern, Wiesen, Fischweihern, Gülden, Zinsen, Untertanen, Lehensleuten, Schäfereien, Zehntenjagden, Erbrechten und Gerechtigkeit für 20 000 Gulden. Der bisherige Eigentümer war Wolfgang Heinrich von Redwitz auf Tüschnitz, Schmölz und Nagel.

1857 bis 1858 Schloss Nagel erhielt sein heutiges Aussehen: damals entstand auch der umliegende Park als Englischer Garten.

Bis 1859 In Nagel bestanden zwei Kemenaten. Die "Alte Kemenate" ist im Kern spätmittelalterlich und wahrscheinlich als die Behausung anzusehen, die Michael von Schaumberg 1419 dem Burggrafen Johann III. von Nürnberg zu Lehen auftrug. Die "Neue Kemenate" wurde um 1563 von der hiesigen Familie von Redwitz im Stile der Spätrenaissance mit einem "Coburger Erker" errichtet. Der feuchte Baugrund führte im 19. Jahrhundert zu erheblichen Bauschäden, die einen späteren Abriss des Gebäudes notwendig machten.

Besitz Über all die Jahrhunderte blieb Schloss Nagel im Besitz der Familie von Künsberg. Im April 1990 übertrug Edelgard Lankau, geborene Freiin von Künsberg, das Anwesen auf die Tochter Cornelie Vormbrock, geborene von Künsberg.